MEAG EuroErtrag-Fonds: Jahresbericht zum 31.03.2014, Wertzuwachs von 8,39% - Fondsanalyse


23.06.14 11:47
MEAG

München (www.fondscheck.de) - Der MEAG EuroErtrag investiert überwiegend in auf Euro lautende Anleihen von Emittenten mit Sitz in Europa, so die Experten von MEAG.

Dabei würden Anleihen öffentlicher Emittenten (u.a. Staatsanleihen, Kommunalanleihen), gedeckte Anleihen und Unternehmensanleihen bevorzugt. Aktien würden dem Fondsvermögen beigemischt. Ihr Anteil betrage in der Regel zwischen 10 Prozent und 40 Prozent (zulässig zwischen 0 Prozent und 49 Prozent) und werde je nach Markteinschätzung flexibel mittels Derivate gesteuert. Ziel sei eine Teilnahme an der Wertentwicklung der europäischen Renten- und Aktienmärkte.

Nach einer anfänglichen Seitwärtsbewegung hätten ab Mai 2013 positive Konjunkturdaten in den USA und überraschend gute ökonomische Frühindikatoren für den Euroraum zu einer schwächeren Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit geführt. Dieser Trend habe sich bis September 2013 weitestgehend fortgesetzt, sodass die Renditen deutscher zehnjähriger Staatsanleihen bei 2,02 Prozent den höchsten Punkt der Berichtsperiode erreicht hätten. Als Belastungsfaktor habe hierbei gewirkt, dass die US-Notenbank ein Ende der monatlichen Anleihekäufe in den Raum gestellt und diese Rückführung im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres auch begonnen habe.

Angesichts der erfreulichen Nachrichten aus der Eurozone hätten sich zudem die Renditen zwischen Peripherie- und Kernstaatenanleihen weiter angenähert. Dann jedoch habe sich das generelle Zinsbild geändert und die Marktteilnehmer hätten auch deutsche Staatsanleihen wieder stärker nachgefragt. Zu Jahresbeginn 2014 sei die Deflation im Euroraum zu einem realistischen Szenario geworden, sodass die Notierungen der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen weiter angestiegen seien. Verstärkt worden sei dieser Renditerückgang durch die Währungsturbulenzen in einigen Schwellenländern. Aufgrund des schrittweisen Ausstiegs aus der lockeren Geldpolitik in den USA hätten vermehrt ausländische Investoren Kapital aus einigen aufstrebenden Volkswirtschaften abgezogen.

Darüber hinaus habe im ersten Quartal 2014 der Ukraine-Konflikt die Anleger verunsichert. In der Stichtagsbetrachtung seien die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen dennoch um 29 Basispunkte auf 1,57 Prozent geklettert. Der europäische Aktienmarkt (gemessen am EURO STOXX 50) habe in den vergangenen zwölf Monaten 20,5 Prozent an Wert gewinnen können.

In den vergangenen zwölf Monaten sei die Aktienquote mittels Derivate flexibel den Marktgegebenheiten angepasst worden. Sie habe Ende März 2014 bei 24,59 Prozent gelegen, durch den Einsatz von Derivaten sei der wirtschaftliche Investitionsgrad, d.h. die Aktienmarktpartizipation, auf rund 12 Prozent gesunken.

Das Rentenportfolio sei im Berichtszeitraum vom 1. April 2013 bis 31. März 2014 zwischenzeitlich deutlich gesunken, in der Stichtagsbetrachtung jedoch nur von 71,68 Prozent auf 70,11 Prozent. Der Schwerpunkt der Anlagen habe im Bereich der Anleihen öffentlicher Aussteller sowie der Unternehmensanleihen gelegen. Innerhalb des Portfolios an Anleihen öffentlicher Emittenten habe das Fondsmanagement vor allem in der ersten Berichtshälfte den Bestand an deutschen Staatspapieren reduziert. Im Zuge der konjunkturellen Aufhellung im Euroraum seien im Gegenzug vereinzelte Zukäufe von verzinslichen Wertpapieren spanischer und italienischer Herkunft mit mittellanger Laufzeit erfolgt. Im vierten Quartal 2013 habe es auch Engagements in portugiesische und spanische Staatsanleihen gegeben.

Zudem habe das Fondsmanagement in der zweiten Berichtshälfte die Aktivitäten auf einzelne attraktive Schwellenländer ausgedehnt. Aus Streuungsgesichtspunkten seien dem Portfolio beispielsweise Staatsanleihen brasilianischer, türkischer, marokkanischer und lettischer Provenienz beigemischt worden. Auch innerhalb der Unternehmensanleihen seien sukzessive Wertpapiere von aufstrebenden Volkswirtschaften erworben worden. Darunter seien verzinsliche Wertpapiere von beispielsweise bulgarischen, brasilianischen oder tschechischen Energieunternehmen gewesen. Darüber hinaus sei der MEAG EuroErtrag in gedeckte Anleihen und in verbriefte Forderungen (Asset Backed Securities - ABS) investiert gewesen. Ferner sei in der Berichtsperiode aus Diversifikationsgesichtspunkten ein stärkeres Engagement in Fremdwährungsanleihen erfolgt.

Im Aktienportfolio seien in den vergangenen zwölf Monaten einige strategische Umschichtungen erfolgt. Im Mediensegment habe das Fondsmanagement Titel des deutschen Unternehmens ProSiebenSat. 1 erworben und diese im weiteren Verlauf nach glänzendem Kursverlauf mit Gewinn niedriger gewichtet. Der Aktienkurs von ProSiebenSat. 1 habe angesichts sehr guter Umsatzzahlen sowie einer Sonderausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr neue Allzeithochs erreicht.

Temporär seien auch Titel des niederländischen Medienkonzerns Ziggo in den Bestand aufgenommen worden. Der Aktienkurs des Unternehmens habe von der Übernahme des US-Unternehmens Liberty Global profitiert, sodass das Fondsmanagement die Titel wieder mit Gewinn veräußert habe. Außerdem seien Aktien der Numericable Group erworben und anschließend wieder vollständig veräußert worden.

Im Technologiesegment sei in Titel des Herstellers von Lithografiesystemen für die Halbleiterbranche ASML sowie in Aktien von Ericsson investiert worden. Im Energiesektor habe das Fondsmanagement Titel des niederländischen Konzerns Royal Dutch Shell in das Portfolio gekauft. Gegen Ende des Geschäftsjahres habe das Fondsmanagement das Portfolio etwas zyklischer aufgestellt und vor diesem Hintergrund das Engagement in Airbus-Aktien (ehemals EADS) erhöht.

Auf der anderen Seite sei ein leichter Abbau von defensiven Titeln erfolgt, wie beispielsweise von Danone oder Unilever. Ferner habe das Fondsmanagement innerhalb des Automobilsektors einen Teil des Bestandes von Volkswagen- und BMW-Aktien in Titel des deutschen Unternehmens Daimler getauscht. Zu den größten Positionen im Aktienportfolio hätten per Ende März 2014 Total (1,19 Prozent), Sanofi (1,16 Prozent) sowie Daimler (1,04 Prozent) gezählt.

Der MEAG EuroErtrag habe in den vergangenen zwölf Monaten eine Wertentwicklung von +8,39 Prozent (BVI-Methode) erzielt. Positive Beiträge zur Wertentwicklung des Fonds hätten sich auf der Rentenseite aus dem sinkenden Zinsniveau und dem aktiven Management der Zinssensitivität, auf der Aktienseite vor allem aus der aktiven Steuerung der Aktienallokation sowie aus der Aktienauswahl und Branchengewichtung ergeben. Beeinträchtigt worden sei die Wertentwicklung vor allem durch die schwankungsintensiven Märkte im Zuge der Turbulenzen in einigen Schwellenländern.

Am 18. Juni 2014 erfolge die Gesamtausschüttung an die Anleger für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013/2014. Je Anteil würden 1,85 Euro ausgeschüttet.

Die positiven Konjunkturindikatoren für die Eurozone und die USA könnten die Anleger zuversichtlich stimmen. Erfreulich sei hierbei, dass im vierten Quartal 2013 auch einzelne Peripherieländer aus dem Euroraum ein marginales Wachstum hätten verbuchen können. Vor diesem Hintergrund dürften die Renditen verzinslicher Wertpapiere der Kernzone, wie beispielsweise die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen, eher ansteigen.

Nichtsdestoweniger könnten politische Risiken in aufstrebenden Volkswirtschaften zu einer zwischenzeitlichen Verunsicherung der Marktteilnehmer führen. Insbesondere der Konflikt in der Ukraine sei noch nicht ausgestanden. Die westlichen Staaten würden gegenüber Russland möglicherweise weitere Sanktionen aussprechen, die wiederum von russischer Seite Gegenreaktionen auslösen werden.

Nach den zum Teil deutlichen Kursverlusten in den Schwellenländern sowohl auf der Währungs- als auch auf der Rentenseite erscheinen Anlagen in einigen ausgewählten Ländern wieder attraktiver, so die Experten von MEAG. Darüber hinaus könnten Deflationsgefahren in der Eurozone, die jährliche Teuerungsrate sei im März 2014 auf dem niedrigsten Stand seit über vier Jahren gewesen, für Turbulenzen an den europäischen Kapitalmärkten sorgen.

Grundsätzlich könnten Adressenausfallrisiken nicht ausgeschlossen werden. Das Fondsvermögen sei im Berichtszeitraum jedoch breit gestreut investiert gewesen, zudem habe bei der Auswahl der Einzeltitel immer die gute Qualität der Wertpapiere im Vordergrund gestanden. Die Anleihen hätten Ende März 2014 ein durchschnittliches Rating von A3 (internes MEAG-Rating) gehabt. Mit einem Anteil am Rentenportfolio von 88,17 Prozent Ende März hätten Papiere bester, sehr guter und guter Bonität den Anlageschwerpunkt gebildet. Für das Rentenportfolio seien die Adressenausfallrisiken demnach im Berichtszeitraum gering gewesen.

Das Sondervermögen könne infolge der Investition in Rentenpapiere Zinsänderungsrisiken aufweisen, die sich in Form von Kursänderungen in den einzelnen Anlagen niederschlagen würden. Die Zinssensitivität des Rentenportfolios habe Ende März 2014 4,00 (Modified Duration) betragen, d.h., die Zinsänderungsrisiken des Fonds seien im Berichtszeitraum moderat gewesen.

Während des Berichtszeitraums habe das Sondervermögen Marktpreisrisiken vor allem in Form von Zinsrisiken und Aktienkursschwankungen innegehabt. Durch die breite Streuung und Fokussierung auf Qualitätstitel hätten Risiken reduziert werden können. Das Marktpreisrisiko, gemessen an der Schwankungsbreite (Volatilität) des Anteilpreises, habe in den vergangenen zwölf Monaten 6,17 Prozent betragen und sei somit als moderat einzustufen gewesen.

Der Großteil des Sondervermögens sei in auf Euro lautende sowie in währungsgesicherte Wertpapiere investiert, sodass die Währungsrisiken als gering anzusehen seien. Zum Berichtsstichtag habe der Investmentfonds im Rentenanteil offene Währungspositionen in Höhe von 12,69 Prozent des Fondsvermögens ausgewiesen. Zu den größten Positionen hätten der US-Dollar (5,47 Prozent) sowie der Australische Dollar (2,28 Prozent) gezählt. Zusätzlich seien Währungsrisiken in Form von Devisentermingeschäften vorhanden gewesen.

Das Sondervermögen sei im Berichtszeitraum überwiegend in hochliquide europäische Aktien und Rentenpapiere investiert gewesen. Alle Positionen seien handelbar gewesen, es habe sich kein erkennbares Liquiditätsrisiko für das Sondervermögen ergeben.

Die Fondsgesellschaft habe im Berichtszeitraum die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die operationellen Risiken auf ein angemessenes Niveau zu reduzieren. Dies werde regelmäßig durch die Innenrevision überprüft.

Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften belaufe sich auf -1.265.181,73 Euro. Der Betrag setze sich im Wesentlichen wie folgt zusammen: Realisierte Gewinne aus Derivaten (18.386.122,50 Euro), aus verzinslichen Wertpapieren (1.884.556,12 Euro) sowie aus Aktien (990.349,46 Euro); realisierte Verluste aus Derivaten (-21.379.981,88 Euro), aus verzinslichen Wertpapieren (-872.342,06 Euro) sowie aus Aktien (-273.885,87 Euro). Die Anlagebedingungen des Sondervermögens seien auf das neue Kapitalanlagegesetzbuch umgestellt worden. (Stand vom 31.03.2014) (23.06.2014/fc/a/f)





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