Lyxor ETF Russia: Russische Schnäppchen - ETF-Analyse


12.10.15 13:55
Euro fondsxpress

München (www.fondscheck.de) - Die Experten von "Euro fondsxpress" stellen in der aktuellen Ausgabe den Lyxor ETF Russia vor.

Wladimir Putin zaudere nicht, er schaffe Fakten, die den Westen zum Dialog zwingen sollten. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung vergangene Woche habe er den westlichen Regierungschefs eine große Allianz im Kampf gegen den alle Nationen bedrohenden Terrorismus im Nahen Osten angeboten. 48 Stunden später hätten russische Kampfflugzeuge Ziele in Syrien bombardiert. Wer den Konflikt lösen wolle, so Putins Botschaft, dürfe Russland nicht ausgrenzen.

Gleichzeitig deeskaliere er den Konflikt in der Ostukraine. Seit September halte der im Minsker Abkommen vereinbarte Waffenstillstand. Mit seinem außenpolitischen Kurs verfolge Putin nicht nur das Motiv, in den Kreis der Mächtigen zurückzukehren, er wolle den Westen dazu bringen, die nach der Annexion der Krim gegen Russland verhängten Sanktionen zu lockern, sage Donald Jensen vom Center for Transatlantic Relations. Der versperrte Zugang zu westlichen Finanzierungsquellen und die Handelsbeschränkungen würden Russland hart treffen.

Verschärft werde der Abschwung durch den Verfall des Ölpreises. Im Juli 2014 habe das Barrel bei 115 Dollar notiert, derzeit koste es weniger als 50 Dollar. Russlands Konjunktur sei extrem abhängig von Energieexporten. Sie würden 50 Prozent zu den Staatseinnahmen beitragen. Damit der Staatshaushalt im Lot bleibe, müsste der Preis mindestens 105 Dollar betragen.

Putin müsse handeln: Nach einer Prognose der Weltbank werde das BIP in diesem Jahr um 3,8 Prozent schrumpfen. 2016 würden die Analysten einen weiteren Rückgang von 0,6 Prozent erwarten. Denn auch die Binnennachfrage sei schwach, die Rezession mache den Privathaushalten zu schaffen. Hinzu komme eine Inflationsrate von 15 Prozent, die jegliche Lohnzuwächse auffresse. Die Weltbank fürchte inzwischen einen signifikanten Anstieg der Armutsrate. Putin habe sich bereits im vergangenen Jahr engagiert und wolle seine Positionen weiter ausbauen.

Auch Value-Investor David Iben von Kopernik Global Investors favorisiere russische Werte. "Eine ganze Reihe von Unternehmen notieren unter ihrem Buchwert", sage er. Im Kopernik Global All-Cap Fund sei Russland mit 18 Prozent gewichtet. "Die aktuelle Entwicklung bedroht den in den vergangenen zehn Jahren erzielten Wohlstand", warne Andras Horvai von der Weltbank.

Gelinge es Putin, den Westen umzustimmen, ziehe zudem der Ölpreis an, so wie das nach den Luftschlägen in Syrien bereits der Fall gewesen sei. Dann dürften die Aktienkurse in Moskau wieder steigen. Wann die beiden Katalysatoren wirken würden, lasse sich nicht prognostizieren. Doch nach einem Rückgang von 28 Prozent binnen eines Jahres erscheine das weitere Abwärtspotenzial begrenzt. Viele Titel seien extrem günstig, das KGV des in Dollar notierenden RTS-Index liege bei 6,7. Gegenüber dem MSCI Emerging Markets sei dies ein Bewertungsabschlag von rund 50 Prozent. Für Rohstoffguru Jim Rogers sei Russland einer der attraktivsten Märkte der Welt.

Mutige Anleger, die zudem die nötige Geduld mitbringen würden, dürften spätestens in ein paar Jahren belohnt werden. Denn trotz niedriger Rohstoffpreise würden die Unternehmen gutes Geld verdienen. Der derzeitige Abschlag sei vor allem politischer Natur. (Ausgabe 41 vom 09.10.2015) (12.10.2015/fc/a/e)





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