Lux-Sector Top Brands-Fonds: Luxus - Ohne Moos nichts los - Fondsanalyse


18.11.15 13:46
Euro Advisor Services GmbH

München (www.fondscheck.de) - Investitionen in Luxusgüter gehen immer. Fast immer. Denn besonders Entwicklungen aus Fernost sind für die Branche von Bedeutung, so die Experten der Euro Advisor Services GmbH.

"FundResearch" überprüfe, wie stabil die Lage aussehe und welche Fonds, die in Luxus und Lifestyle investieren würden, sich bisher besonders hervortun würden.

Bereits im vergangen Jahr habe Josef Ming, Partner der Unternehmensberatung Bain & Company festgestellt: Wachstumsraten im Luxussektor im zweistelligen Bereich würden der Vergangenheit angehören. Schon damals seien wohl Entwicklungen aus Fernost dafür verantwortlich gewesen. Die Nachfrage nach Luxus in China sei als Folge der Anti-Korruptions-Kampagne der Regierung gesunken, habe der Experte bemerkt.

Dass sich das Durchgreifen nachhaltig auswirke, bestätige Peter Steiner, Analyst beim Bankhaus Lampe, gegenüber dem "Handelsblatt": "Die Anti-Korruptions-Kampagne in den vergangenen zwei Jahren hat die Umsatzentwicklung des gesamten Sektors belastet". Asien gehöre zu den wichtigsten Märkten der Luxusbranche. Neben der schrumpfenden Nachfrage aus Fernost laste auch das schwächere Wachstum in China auf dem Sektor.

Trotzdem würden Experten die Lage nicht allzu dramatisch einschätzen: "Luxus ist in den letzten Jahren in China überdurchschnittlich gewachsen", sage Scilla Huang Sun, Fondsmanagerin des JB Luxury Brands Fonds (ISIN LU0329429897 / WKN A0NCNT). Die Normalisierung des Wachstums als Folge der Wirtschaftsabschwächung finde sie normal und erwarte: "Wir gehen davon aus, dass die globale Nachfrage der Chinesen nach Luxus nach wie vor acht bis zehn Prozent wachsen wird". Pro Jahr wohlgemerkt. Weltweit rechne Sun mit einem Wachstum für die Branche von sechs bis acht Prozent.

"Natürlich wird die Luxusbranche im Jahr 2015 ein schwächeres Wachstum verzeichnen, aber sie wird keinen brutalen Einbruch erleiden", sei sich auch Lampe-Experte Steiner sicher. Chancen für Luxushersteller könnten sich bieten, wenn China den Binnenkonsum stärke. "Für die Luxushersteller, die gut positioniert sind, tun sich Riesenchancen auf, wenn es China gelingt, wie geplant den Binnenkonsum zu stärken."

Diese Einschätzung spiegele auch der World Luxury Index (ISIN DE000A0LLPU8 / WKN A0LLPU) wieder. Er bilde 20 der größten und liquidesten Unternehmen des weltweiten Luxusgütersektors ab. Seit Anfang des Jahres gewinne er 8,6 Prozent hinzu. Auch Aktienfonds der Kategorie Luxus und Lifestyle des FINANZEN FundAnalyzers (FVBS) würden im laufenden Jahr kräftig aufholen und bisher ein Plus von 10,5 Prozent erzielen. In den vergangen sechs Monaten verzeichne die Kategorie zwar einen Verlust von 2,6 Prozent, 2014 habe das Wachstum jedoch nur sieben Prozent betragen. An die zweistelligen Erträge aus 2013 (18,9 Prozent) und 2012 (20,8 Prozent) könne die Peergroup jedoch tatsächlich nicht mehr anschließen.

Der Lux-Sector Top Brands dagegen schaffe im laufenden Jahr bereits in Plus von 18,4 Prozent. Auch 2014 sei das Wachstum mit 12,8 Prozent im zweistelligen Bereich gewesen. In zehn Jahren erwirtschafte das Fondsmanagement ein Plus von 99,5 Prozent, bei einem maximalen Verlust in diesem Zeitraum von 43,6 Prozent. Die längste Verlustphase in zehn Jahren dauere 65 Monate. Mit einer Volatilität von 13 Prozent in zehn Jahren agiere das Fondsmanagement im Vergleich deutlich risikoärmer als die Konkurrenz.

Der größte Teil des Fondsvermögens von 26,8 Millionen Euro werde in den USA (52,5 Prozent) investiert. Aber auch in Frankreich (10,5 Prozent), Japan (10,2 Prozent) und Deutschland (9,5 Prozent) werde angelegt. Ganz knapp hinter dem Lux-Sector Top Brands folge der Amundi Equ. Global Lux & Lifestyle (ISIN LU0568611650 / WKN A1H4WY): 18,3 Prozent erwirtschafte er bisher. Mit einem Volumen von 168 Millionen Euro sei der Fonds jedoch deutlich größer. Das Fondsmanagement investiere größtenteils in die USA (47,6 Prozent), in die Eurozone (26,4 Prozent) und Japan sowie Großbritannien.

Auch 2014 schaffe der Fonds ein Plus von rund 16 Prozent. Seit seiner Auflegung 2011 erziele der Fonds bereits einen Zuwachs von 86,1 Prozent. Acht Monate dauere die längste Verlustphase in zwei Jahren, 12,7 Prozent gehe es in diesem Zeitraum maximal runter. Bemerkenswert: Der Allianz Deluxe gehöre mit rund 18 Prozent im laufenden Jahr ebenfalls zu den Top-Performern, habe 2014 jedoch lediglich einen Zuwachs von 1,7 Prozent erreicht.

Im Vergleich gehöre der Fonds zudem zu den wenigen, die in den vergangenen sechs Monaten keine Verluste zu verzeichnen gehabt hätten. Seit seiner Auflegung 2006 erziele das Fondsmanagement bereits ein Plus von 123,3 Prozent. Aktuell seien 26,7 Millionen Euro in den Fonds investiert. Das Fondsmanagement konzentriere sich vor allem auf Frankreich (24 ,3 Prozent), Großbritannien (15,8 Prozent) und die Schweiz (12,4 Prozent). Maximal büße der Fonds in zwei Jahren 9,8 Prozent ein. Der längste Zeitraum innerhalb von zwei Jahren, in dem der Fonds Verluste verzeichne, dauere elf Monate.

Eher mäßig laufe es bisher für den JB MS Luxury Brands (ISIN LU0329430986 / WKN A0NCNV). Im laufenden Jahr erziele der Fonds ein Plus von 6,9 Prozent. Auch 2014 habe der JB Luxury Brands nur mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent abgeschlossen. Anleger, die seit der Auflegung 2008 in das Produkt investiert gewesen seien, könnten sich indes über einen Zuwachs von 115,5 Prozent freuen. 350,3 Millionen Euro lägen im Fonds. Derzeit konzentriere sich das Fondsmanagement vor allem auf die USA (30,6 Prozent), Frankreich (23,3 Prozent) und die Schweiz sowie Italien. In zwei Jahren dauere die längste Verlustphase zehn Monate, bei einem maximalen Drawdown von 14,4 Prozent.

Zu den größten Fonds der Kategorie gehöre der Pictet Premium Brands. 920,7 Millionen Euro sei der Fonds groß. Größter Sektor seien die USA mit 43,8 Prozent. Auch Frankreich (22 Prozent) und die Schweiz (11,8 Prozent) sowie Deutschland und Italien seien im Portfolio vertreten.

Besonders gerne investiere das Fondsmanagement in den Bekleidungssektor (47,1 Prozent), sowie in die Tourismusbranche (15,5 Prozent) und in Fahrzeuge (10,4 Prozent). Im laufenden Jahr gehe es für das Schwergewicht bisher sieben Prozent nach oben. 2013 (21,3 Prozent) und 2012 (18,2 Prozent) habe der 2005 aufgelegte Fonds noch einen Zuwachs im zweistelleigen Bereich verzeichnen können. In zwei Jahren dauere die längste Verlustphase zehn Monate. Der stärkste Verlust in diesem Zeitraum betrage 14,3 Prozent.

Investitionen in Luxusgüter hätten in der Vergangenheit langfristig gute Erträge erzielt. Besonders das Jahr 2014, aber auch jüngste Entwicklungen aus China, hätten einige Fonds vor Herausforderungen gestellt. Sollte in China der Binnenkonsum gut laufen, würden einige der hier aufgeführten Produkte stark profitieren. (Ausgabe November 2015) (18.11.2015/fc/a/f)





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