Kommunalwahl in der Türkei: "Der Wahlausgang könnte der Anfang vom Ende für Präsident Erdogan sein"


25.06.19 16:00
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Die Wiederholung der Kommunalwahlen in Istanbul hat Präsident Erdogan und seiner Partei AKP einen schweren Schlag versetzt, so Jean-Jacques Durand, Head of Emerging Debt Total Return und leitender Fondsmanager des Edmond de Rothschild Fund Emerging Bonds bei Edmond de Rothschild Asset Management.

Nicht nur, weil er hart dafür gekämpft habe, dass die letzten Wahlen aufgrund von Unregelmäßigkeiten und einer geringen Mehrheit von 13.000 Stimmen für den Oppositionskandidaten Ekrem Imamoğlu für ungültig erklärt worden seien, sondern auch, weil die Mehrheit im zweiten Urnengang auf 800.000 Stimmen explodiert sei. Dies sei eine klare Botschaft der Wähler, die demokratische Werte gegen autokratische Tendenzen, Herrschaft und Korruptionsverdacht verteidigen würden, welche die letzten Jahre der AKP-Regierung geprägt hätten.

Die meisten Anleger seien vom Ausmaß der Wahlergebnisse überrascht gewesen und die Marktreaktion sei sehr positiv gewesen, auch wenn ein Teil der Gewinne später am Montag nach dem Wahltag wieder aufgeholt worden sei. Es könnte der Anfang vom Ende der mehr als 15 Jahre währenden Hegemonie von Herrn Erdogan über die türkische Politik sein. Aber noch sei er da, und der politische Lärm in Bezug auf verschiedene Themen, einschließlich der Beziehungen zu den USA, werde nicht verstummen. Aus diesem Grund würden türkische Vermögenswerte einen hohen politischen Abschlag behalten, der sie angesichts der Fundamentaldaten für Investoren attraktiv machen könne, die eine längerfristige Perspektive hätten und die sich von Volatilität nicht beunruhigen lassen würden. (25.06.2019/fc/a/f)




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