Kames Global Equity Fund: Nach Covid-19 - Kames Capital Fondsmanager sieht fünf zentrale Investmentthemen


08.05.20 12:00
Aegon Asset Management

Baltimore (www.fondscheck.de) - Von De-Globalisierung bis ESG: Die Märkte werden sich, laut Michael Nicol, Co-Manager des Kames Global Equity Fund bei Aegon Asset Management, nach Covid-19 im Wesentlichen mit fünf Investmentthemen befassen.

Anleger auf der ganzen Welt würden sich derzeit mit zwei großen Fragen konfrontiert sehen. Der unmittelbaren Frage, ob ihr Portfolio vor dem plötzlichen wirtschaftlichen Schock geschützt sei, der durch die aktuelle Gesundheitspandemie verursacht werde. Und der zweiten Frage, wie die Anlagelandschaft aussehen werde, wenn man erst einmal die schlimmsten Auswirkungen erlebt habe. Beide Fragen seien untrennbar miteinander verbunden.

Die erste Frage gehe um die Stärke der Unternehmensbilanz, die langfristige oder strukturelle Nachfrage, die Flexibilität bei den Kosten und den Schutz der Margen. Wenn die Märkte fallen würden, gebe es immer defensive Aktien. Es seien jedoch nicht immer die gleichen, und das habe sich auch diesmal sehr deutlich gezeigt.

Was die Investmentlandschaft betreffe, so würden die Themen nach Covid-19 den Fragen, die die Aktienmärkte in den letzten Jahren angetrieben hätten, sehr ähnlich sein. Die Fragestellungen würden jedoch, wie auch Schneider Electric bei der Präsentation der Ergebnisse für das erste Quartal 2020 festgestellt habe, aufgrund der Anforderungen der modernen Welt nach Covid-19 'schnell gelöst' werden.

Die Aktienmärkte nach Covid-19 würden im Wesentlichen von fünf Themen vorangetrieben werden: Technologie, ESG-Investitionen, Automatisierung, Gesundheitsausgaben und De-Globalisierung.

Technologie

Die Art und Weise der Arbeit und Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Kollegen werde sich in Zukunft zweifellos dauerhaft verändern, da die Covid-19-Pandemie jeden gezwungen habe, seine Arbeitspraktiken radikal anzupassen. Von zu Hause aus zu arbeiten und sich auf Remote-Zugänge zu verlassen, werde als eine zunehmend praktikable Möglichkeit akzeptiert werden, normal zu arbeiten. Unternehmen und ihre Mitarbeiter hätten entdeckt, was in virtuellen Umgebungen möglich, verfügbar und zuverlässig sei. Technologische Entwicklungen seien dabei Voraussetzung für diesen Fortschritt. Das Arbeiten in der Cloud werde sich weiter entwickeln und immer intelligentere virtuelle Anwendungen bereitstellen, die die Produktivität und Effizienz von Unternehmen beschleunigen würden.

ESG Investitonen

Nachhaltigkeit sei der wichtigste Aspekt des Investment Case für ein Unternehmen. Um dies zu bestimmen, sei ein genauer Blick auf die Umweltauswirkungen des Unternehmens sowie auf die Sozial- und Governance-Politik von entscheidender Bedeutung. Die Nachfrage nach erneuerbaren Energien sowie nach Produkten und Dienstleistungen, die ein saubereres und effektiveres Funktionieren der Welt als in der Vergangenheit ermöglichen würden, werde steigen. Dieses Anlagethema sei wichtig gewesen, werde aber von einem bedeutenden Teil der Anlegergemeinschaft, nämlich den passiven und "Value"-Anlegern, immer noch nicht vollständig verstanden. Die Experten würden eine Beschleunigung der Akzeptanz von ESG-Kriterien in den nächsten Jahren erwarten.

Automatisierung

Es liege auf der Hand, dass Störungen der Industrie, sei es durch eine globale Pandemie oder einen anderen wirtschaftlichen Schock, das Management veranlassen würden, eigene Geschäftsmodelle genauer zu betrachten. Automatisierung ermögliche es Unternehmen mehr Flexibilität hinsichtlich der Planung von Kosten und Kapazitäten einzuräumen. Automatisierung hänge mit Digitalisierung und technologischen Entwicklungen zusammen, die alle eine strukturelle Nachfrage bieten würden.

Ausgaben im Gesundheitswesen

Die Covid-19-Pandemie habe Probleme der unzureichenden Kapazität und Belastbarkeit des Gesundheitswesens aufgezeigt, insbesondere in Ländern, in denen der Sektor in den letzten Jahren Ausgabenkürzungen habe hinnehmen müssen. Es sei zu erwarten, dass diese Ausgabenkürzungen wieder rückgängig gemacht würden, da die Wähler ein belastbareres Sicherheitsnetz für den Tag fordern würden, an dem sie sich auf das von ihnen finanzierte Gesundheitssystem verlassen könnten. Dies könnte ein Umdenken in Bezug auf einige der bestehenden Sozialverträge zwischen dem öffentlichen und dem Gesundheitssektor erfordern, insbesondere im Hinblick auf den Umfang der Beteiligung des privaten Sektors und des Beitrags, den der Einzelne zu leisten erwarte. Der Schwerpunkt werde auch verstärkt auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für die Öffentlichkeit gelegt werden, vor allem für Medikamente und medizinische Verfahren, in denen es wenig Innovationen gebe.

Steuerzahler würden sich vermehrt bemühen, die Gesundheitskosten zu senken, die sich aus der modernen sitzenden Lebensweise ergeben würden. Würden jetzt Änderungen vorgenommen, könnten erhebliche Kosten eingespart werden. Daher könnten Regierungen nun für ein höheres Maß an regulatorischer Beteiligung offen sein, wie z.B. der Reduzierung des Zucker- und Fettkonsums. In der Zwischenzeit werde der Trend zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden bei einigen Menschen wahrscheinlich explizitere Unterstützung erhalten, um das Bewegungs-, Aktivitäts- und Fitnessniveau zu steigern.

De-Globalisierung

Die Gefahr durch die Auslagerung wichtiger Produktionen ins Ausland sei aufgrund von Handelsproblemen vor der aktuellen Pandemie immer offensichtlicher geworden. Die Verringerung des Risikos von Lieferketten werde nun ganz oben auf den Prioritätenlisten des Managements und wahrscheinlich auch vieler Regierungen stehen. (Ausgabe vom 07.05.2020) (08.05.2020/fc/a/f)





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