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Japanischer Aktienmarkt hinkt hinterher


27.06.07 10:36
Franklin Templeton

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der japanische Aktienmarkt entwickelte sich schlechter als die Aktienmärkte in den USA, Europa und den Schwellenländern, so die Analysten von Franklin Templeton.

Im Zusammenspiel mit dem Wertverlust des Yen habe der japanische Markt weniger attraktiv auf ausländische Investoren gewirkt. In der Vergangenheit habe der japanische Aktienmarkt einen vorläufigen Rückstand hinter anderen wichtigen Märkten allerdings jedes Mal wieder aufholen können. Nach Erwartung der Analysten werde er das auch diesmal wieder schaffen, unterstützt durch die gute Ertragslage der Unternehmen.

Ein Blick auf die Ergebnisse für das im März 2007 beendete Wirtschaftsjahr 2006, die im April und im Mai veröffentlicht worden seien (für 90% der ihrer Marktkapitalisierung nach im TOPIX erfassten Unternehmen ende das Geschäftsjahr im März), verrate, dass die japanischen Unternehmen erneut kräftige Gewinne erwirtschaftet hätten. Das entscheidende Merkmal der jüngsten Gewinnmeldungen sei, dass Unternehmen und Industriezweige, deren Erträge von der Inlandsnachfrage abhängen würden, mit ihren Zahlen in der Regel unter den Erwartungen geblieben seien, während solche Firmen und Branchen, die direkt oder indirekt an das Wirtschaftswachstum in Europa und den Schwellenländern gekoppelt seien, hohe Gewinne hätten ausweisen können. Die Analysten würden mit einer Fortsetzung dieses Trends rechnen (Man könnte sagen, "japanische Aktien sind die zyklischen Aktien der Weltwirtschaft geworden.").

Daher sollte man seine Aufmerksamkeit bei der Betrachtung japanischer Unternehmen verstärkt auf die Nachhaltigkeit des globalen Wirtschaftswachstums richten, statt auf die makroökonomischen Bedingungen im Inland.

Ihre Initiativlosigkeit habe die Popularitätswerte der Regierung Abe in einer Anfang Juni durchgeführten Umfrage von 63% im letzten Jahr auf 34% einbrechen lassen. Im kommenden Monat solle die Liberaldemokratische Partei (LDP) bei den Parlamentswahlen antreten. Es werde damit gerechnet, dass die LDP Sitze verliere und eine solch schwere Niederlage könnte Abe zum Rücktritt zwingen.

Doch Abe und seiner LDP bleibe noch ein Monat bis zu den Wahlen. Sie könnten diese Zeit effektiv zur Steigerung ihrer Popularität nutzen, wenn sie die Schwere ihrer Probleme erkannt hätten. Der LDP eine Niederlage zu prophezeien, wäre voreilig. Sollte es dennoch dazu kommen, dürfte das den japanischen Aktienmarkt kaum sehr beeinträchtigen. In den 1990er Jahre, als die japanische Wirtschaft unter faulen Krediten gelitten habe und auf tatkräftige Unterstützung durch die Regierung angewiesen sei, habe die Politik zu den wichtigsten Faktoren für den Aktienmarkt gehört. Inzwischen sei dieser jedoch lange nicht mehr so abhängig von der Regierung, denn die japanischen Unternehmen hätten Energie und Selbstvertrauen zurückgewonnen. Selbst wenn die politische Hängepartie nach der Wahl den Aktienmarkt in Mitleidenschaft ziehen sollte, würden die Analysten die negativen Wirkungen für begrenzt halten. Turbulenzen dürften eine vorübergehende Erscheinung sein.
(27.06.2007/fc/a/m)