JOHCM UK Opportunities Fonds: Zeit für eine Neuausrichtung - Fondsanalyse


08.04.20 12:30
J O Hambro CM

London (www.fondscheck.de) - Die globalen Wirtschaftsturbulenzen gewinnen an Tempo und stellen Investoren vor neue und unbeantwortete Fragen, so die Experten von J O Hambro Capital Management.

Wie lange dauere der Lockdown? Wie viel neue Mittel würden benötigt? Werde der Finanzierungsmarkt in der Lage sein, dem Mittelbedarf standzuhalten? Was seien die langfristigen Folgen für Unternehmen, die die staatlichen Notprogramme in Anspruch nehmen müssten?

Rachel Reutter und Michael Ulrich, Fondsmanager des JOHCM UK Opportunities, würden für Investoren zusammenfassen, wie die Welt für Unternehmen nach der Covid-19-Pandemie aussehen könnte.

Unternehmen brauchen Eigenkapital, nicht Schulden:

Die Beschaffung von Eigenkapital sei schmerzhaft, vor allem für die Unternehmensführung, die nach dem Gewinn pro Aktie bezahlt werde. Aber die Aufnahme von mehr Fremdkapital, um den Abschwung zu überstehen, mache die Unternehmen nur noch verwundbarer. Für Anleger bedeute das, dass sie Unternehmen vermeiden sollten, die noch mehr Schulden aufnähmen und stattdessen solche mit starken Bilanzen bevorzugen sollten.

Investoren sollten nicht den Würgegriff staatlicher Interventionen unterschätzen:

Es sei wahrscheinlich, dass Unternehmen, die von Steuerzahlern gerettet worden seien, mit Konsequenzen rechnen müssten. Die Zukunft könne durchaus mit Zwangsrückzahlungen, fehlenden Dividenden, regulierten Erträgen und einer höheren Unternehmenssteuerbelastung verbunden sein.

Von der Just-in-Time-Fertigung zu einer stärker lokalisierten Fertigung:

Lieferketten würden zur Lokalisierung gezwungen. Diejenigen, die im Osten produzieren und im Westen verkaufen würden, könnten eine dauerhafte Verlagerung der Lieferketten erleben. Die Pandemie lehre, dass Lieferketten widerstandsfähig sein müssten, nicht nur effizient.

Eine Neubewertung der Unternehmenswerte:

Wenn sich der Staub gelegt hat, könnten Unternehmen, die zu verschuldet gewesen seien oder ihre Mitarbeiter, Lieferanten und Vermieter fallen gelassen hätten, die neuen sozialen Parias sein, so wie es die Banken nach 2008 gewesen seien.

Gesellschaftliche Werte würden ein Reset erfahren:

Dazu würden die Konzentration auf das Gesundheitswesen, die lokale Nahrungsmittelproduktion, die industrielle Widerstandsfähigkeit und Änderungen der Arbeitsrechte für Zeitarbeitnehmer zählen.

Einkaufsstraßen würden noch schneller aussterben:

Die Menschen würden sich zunehmend an Online-Banking, E-Commerce und Lebensmittelzustellung gewöhnen.

"Investoren sollten in der jetzigen Phase zuerst ihr Kapital schützen, um nach der Pandemie mit Wind im Rücken auf hochwertige Unternehmen zu setzen", würden Reutter und Ulrich sagen. Das Fondsmanagement des JOHCM UK Opportunities habe selbst entsprechende Konsequenzen gezogen, risikoreiche Positionen verkauft und stattdessen in hochwertige Unternehmen investiert, die vom zukünftigen Rückenwind profitieren würden. "Investoren sollten in ihrem Portfolio auf Kernmerkmale achten wie wiederkehrende Erträge, hohe Margen, gut etablierte Marktpositionen, ausgeglichene Bilanzen und langfristig positives Wachstumspotential. Doch selbst dann müssen sie geduldig sein." (08.04.2020/fc/a/f)






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