JOHCM UK Equity Income Fund: Vorsicht vor der Blase bei Growth- und Low-Volatility-Titeln


28.08.19 13:00
J O Hambro CM

London (www.fondscheck.de) - An den europäischen Aktienmärkten hat sich eine Growth-Blase gebildet, die das Ausmaß der Dotcom-Blase von 1999 noch übersteigt. Diese Ansicht vertreten James Lowen und Clive Beagles, Fondsmanager des JOHCM UK Equity Income Fund (ISIN GB00B03KR500 / WKN A0JLU1, A GBP ACC; ISIN GB00B03KR831 / WKN A0JKW9, B GBP ACC; ISIN GB00B03KR617 / WKN A0JKW8, B GBP DIS) bei J O Hambro Capital Management, in einem aktuellen Marktkommentar.

Ihrer Meinung nach habe der Mega-Wachstumszyklus nach der globalen Finanzkrise ab 2007 die Bewertungen von Growth-Titeln auf ein extremes Niveau gehoben. Daher sei bei diesen Werten Vorsicht angebracht. Value-Titel seien hingegen in der Bewertung zurückgeblieben. So habe sich der MSCI Europe Growth Index im Vergleich zum MSCI Europe Value Index deutlich besser entwickelt. Relativ betrachtet sei der Performance-Abstand zwischen den beiden Indices höher als zu Dotcom-Zeiten 1999.

Die Bewertungen von Growth- und Value-Titeln in Europa würden auseinanderdriften - erneut! Eine Analyse einzelner Value- und Growth-Kennzahlen bestätige dieses Bild. Klassische Value-Faktoren wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis, Dividendenrendite und Free Cashflow/Unternehmenswert seien aus der Mode gekommen, würden die Experten analysieren. So sei zum Beispiel der Faktor Price-to-book-Level in nur zwei Prozent der seit 1995 berücksichtigten Untersuchungszeiträume niedriger bewertet als heute. Im Gegensatz dazu stünden die Bewertungen von Growth-Faktoren wie Qualität, Wachstum, Dynamik und Low Volatility auf Höchstständen. Ein stabiler Gewinn pro Aktie (Earnings per Share Stability) sei beispielsweise in lediglich einem Prozent der untersuchten Perioden höher bewertet worden als derzeit.

Diese Daten würden das Bild eines polarisierten Marktes zeichnen, in dem einerseits Value-Faktoren und -Titel bei Anlegern noch nie so unbeliebt und in dem andererseits die Nachfrage nach Growth-Faktoren und -Titeln fast nie so groß gewesen sei wie heute. Seit dem Frühjahr 2018 habe sich diese Entwicklung verschärft und beschere Value-orientierten Anlegern erheblichen Gegenwind. "Value-Faktoren und Value-Aktien scheinen den Markt kaum noch zu interessieren. Positive Unternehmensnachrichten, die in einem normalen Umfeld Kursgewinne von 10 bis 15 Prozent auslösen würden, nehmen die Anleger derzeit mit einem Achselzucken hin", sage Lowen. "Die Märkte scheinen einzig und allein durch die Ertragsdynamik bestimmt."

Was, wenn sich die Geschichte wiederhole? Dies zeige sich beispielsweise am britischen Aktienmarkt, wo die fünf Growth-Titel Diageo, Unilever, Relx Group, Compass Group und Experian allein fast zehn Prozent des FTSE All-Share Index ausmachen würden. Und das, obwohl ihr kumulierter Anteil noch vor fünf Jahren bei gerade einmal 5,7 Prozent gelegen habe. "Hierbei handelt es sich zwar um Qualitätsunternehmen. Dennoch würden wir argumentieren, dass die Bewertungen dieser Titel ein gefährlich hohes Niveau erreicht haben. Immerhin weisen diese fünf Titel derzeit einen KGV von 20 bis 28 auf", berichte Lowen.

Der Fondsmanager ziehe historische Parallelen zu den sogenannten "Nifty 50" - Unternehmen wie Coca-Cola, General Electric Company and IBM, welche in den 60er und frühen 70er Jahren aufgrund konstanter Ergebnissteigerungen trotz signifikanter Bewertungsaufschläge im Fokus der Anleger gestanden hätten. Zwar hätten diese Unternehmen zwischen 1973 und 1980 weiter steigende Gewinne geliefert, seien jedoch hinter dem breiteren US-Markt zurückgeblieben. "Bei den derzeitigen Bewertungsniveaus von Growth-Titeln ist es denkbar, dass sich diese Geschichte in den kommenden zehn Jahren wiederholen könnte", schließe Lowen. (28.08.2019/fc/a/f)





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