JOHCM Global Income Builder Fund: Bieten überhitzte Wertpapier-Faktoren Chancen für Investoren?


19.11.19 13:30
J O Hambro CM

London (www.fondscheck.de) - Die zunehmende Popularität von Faktor-Investments führt zu Verzerrungen an den globalen Anlagemärkten - diese Meinung vertritt Giorgio Caputo, leitender Fondsmanager des JOHCM Global Income Builder Fund (ISIN IE00BFZWPH72 / WKN A2PFNA) vom britischen Investmenthaus J O Hambro Capital Management (JOHCM).

Für Caputo sei das ein attraktives Umfeld. Er argumentiere, dass das Verständnis für diese Marktverzerrungen und ihrer Entwicklung dazu beitragen würden, dass Bottom-Up-Investoren über alle Marktkapitalisierungen hinweg Investitionsmöglichkeiten finden würden.

Ein Faktor-basierter Investmentansatz ziele auf die messbaren Wertpapier-Merkmale ab, die Rendite und Risiko innerhalb einer Asset-Klasse erklären würden. Faktor-basierte Anlagen seien aktuell enorm nachgefragt. Laut Schätzungen von BlackRock werde das Gesamtvermögen in Faktor-Investitionsstrategien weltweit von heute 1,9 Billionen US-Dollar bis 2022 auf 3,5 Billionen US-Dollar steigen, nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Beliebtheit von Smart Beta-Produkten.

"Marktteilnehmer verschieben zunehmend ihr Kapital auf der Grundlage ihrer Einschätzungen zu Marktfaktoren wie Dynamik, Wachstum, Value, geringe Volatilität und Qualität - um nur einige zu nennen. Häufig werden die Faktoren, die gewettet werden, in Long-Short-Portfolios getätigt, in denen die Wertpapiere, die bei einem bestimmten Faktor am besten platziert sind, gekauft (Long-Positionen) und die schlechtesten verkauft (Short-Positionen) werden. Diese Dynamik kann den Markt deutlich verzerren", so Caputo.

Historische Untersuchungen würden darauf hindeuten, dass einige dieser Faktoren mit menschlichen Verhaltensverzerrungen (Bias) zusammenhängen würden. Infolgedessen würden Faktor-getriebene Anlagen in der Theorie Überrenditen erzeugen. "Das Problem ist, wenn jeder das weiß, dass die Faktoren 'überfüllt' werden können, wenn immer mehr Kapital in sie fließt. Letztendlich wird dadurch die Überrendite eliminiert."

Mid- und Small-Cap-Aktien würden laut Caputo aktuell am stärksten von diesen nichtwirtschaftlichen Strömungen profitieren und dürften auch mittelfristig die besten Chancen bieten, wenn die Handelsströme aufgrund Faktor-basierter Strategien weiterhin einseitig seien.

Dies habe Caputo im dritten Quartal 2019 belegt: Investoren hätten Aktien mit niedriger Volatilität gekauft und seien bei Aktien mit hoher Volatilität Verkaufs-Positionen eingegangen, die oft zyklisch und traditionelle Value-Titel darstellen würden. "Es handelte sich also nicht so sehr um eine Wette gegen Value-Aktien, sondern vielmehr darum, dass sie sich zufällig in kapitalintensiven und zyklischen Branchen befanden. Wenn Sie so wollen, waren sie zur falschen Zeit im falschen Faktor", so Caputo. (19.11.2019/fc/a/f)






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