Investec All China Equity Fund: Eskalation im Huawei-Streit kann auch den USA schaden


22.05.19 10:00
Investec Asset Management

London (www.fondscheck.de) - Greg Kuhnert, Portfolio Manager des Investec All China Equity Fund von Investec Asset Management, kommentiert die inzwischen gelockerten Maßnahmen Trumps gegen Huawei im Rahmen des Handelsstreits mit China.

Trotz der Entscheidung der Trump-Regierung, es US-Unternehmen vorübergehend zu erlauben, Huawei zu beliefern, könnte der Streit weitreichende Auswirkungen auf die Investoren haben. Als direkte Auswirkungen würden die Experten von Investec Asset Management Folgendes erwarten:

- Huawei sei zwar Chinas größter Technologieexporteur, jedoch stark abhängig von US-Lieferanten.

- Eine Eskalation des Streits könnte nicht nur ausschließlich Technologieunternehmen in China, sondern auch Unternehmen weltweit - die USA inbegriffen - schaden.

- Globale Lieferketten könnten neu gestaltet werden, wenn US-amerikanische und chinesische Unternehmen versuchen würden, ihre gegenseitige Abhängigkeit zu reduzieren.

- China dürfte weiterhin seine Industriepolitik vorantreiben, welche die Entwicklung des eigenen Technologiesektors fokussiere.

- Auf längere Sicht dürften die USA und China bei wichtigen Technologiestandards divergieren, während sie um die technologische Vorherrschaft und wirtschaftlichen Einfluss kämpfen würden.

Die Schritte gegen Huawei seien das Resultat eines anhaltenden Schlagabtauschs zwischen den USA und China um die technologische Vorherrschaft. Angesichts der Größe und der entscheidenden Rolle von Huawei in den globalen Lieferketten könnten die Folgen der US-Maßnahmen gegen das chinesische Unternehmen erheblich sein, insbesondere wenn der Streit weiter eskaliere. Die weiteren Risiken, die sich aus dem Technologiekonflikt zwischen den USA und China ergeben würden, seien erheblich.

US-amerikanische und chinesische Technologieunternehmen seien eng miteinander verbunden. Ein in Kalifornien entwickelter Halbleiter könnte in Taiwan hergestellt und in Südostasien getestet und verpackt worden sein, der dann in das Endprodukt eines US-Herstellers in China eingebaut und von dort aus in die USA exportiert werde. Die beiden Länder seien stark abhängig voneinander. Chinesische Unternehmen würden etwa 60% der weltweiten produzierten Halbleiter beziehen; US-Unternehmen würden davon fast die Hälfte davon liefern.

Die Komplexität dieser Beziehungen führe dazu, dass die genauen Auswirkungen des Technologiekonflikts schwer abzuschätzen seien. Die Experten von Investec Asset Management würden jedoch glauben, dass sich die folgenden Konsequenzen ergeben könnten:

- Die chinesischen Behörden dürften Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, indem sie entweder die Verkaufsmöglichkeiten von US-Unternehmen in China beeinträchtigen (z.B. durch Zurückhaltung von Zollabfertigungen oder den Widerruf von Betriebsgenehmigungen) oder indem sie den Verkauf bestimmter US-Produkte verbieten würden.

- Wenn der Streit eskaliere, würden chinesische Unternehmen im Zuge der Produktwertschöpfung wahrscheinlich zunehmend weniger berücksichtigt.

- China werde wahrscheinlich seine Technologiepolitik beschleunigen und nach alternativen Bezugsquellen suchen, z.B. Produkte von Unternehmen aus Korea, Taiwan, Japan und Europa (soweit vorhanden). Eine Schlüsselfrage sei, ob die USA in der Lage sein würden, Einfluss auf ihre Verbündeten auszuüben, um den Zugang Chinas zu begrenzen.

- Längerfristig könnten die USA und China bei kritischen Technologiestandards divergieren, wobei beide Länder versuchen würden Verbündete zu gewinnen, während sie um technologische Vorherrschaft und wirtschaftlichen Einfluss kämpfen würden. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf Unternehmen der globalen Technologie-Lieferkette seien ungewiss. (22.05.2019/fc/a/f)






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