HWB Portfolio Plus: Wo steckt das Plus? - Fondsanalyse


12.01.15 09:55
Smart Investor

Wolfratshausen (www.fondscheck.de) - Seit Jahren kämpft Fondsmanager Hans-Wilhelm Brand um vollständige Bedienung der im Fonds HWB Portfolio Plus allokierten Argentinien-Anleihen, so Jürgen Dumschat von der AECON Fondsmarketing in seinem Gastbeitrag bei Smart Investor.

In Kürze werde sich wohl entscheiden, ob der Kampf erfolgreich verlaufe. Als der zunächst für eigene Kunden aufgelegte Fonds in den ersten dreieinhalb Jahren um 80% zugelegt habe, sei eine Retailtranche aufgelegt worden, die erst mal nahtlos an die guten Ergebnisse angeschlossen habe. Die Erwartungen der Anleger seien hoch gewesen - und dementsprechend die Enttäuschung, als der Fonds in der Finanzkrise gut 46% verloren habe. Der Verlust sei jedoch nur zum Teil marktbedingt gewesen, denn die argentinischen Anleihen hätten dramatisch an Wert verloren.

Zeitweise habe gar kein Handel mehr stattgefunden und es habe zudem Sicherheitsabschläge auf die Taxkurse gegeben. Doch richtig schlimm sei es geworden, als politisch motivierte Märkte in der Eurokrise ein Funktionieren des Fondskonzepts (nach wie vor hervorragendes Stock-Picking in Kombination mit Absicherungen über Marktfutures) unmöglich gemacht hätten. HWB sei in bester Gesellschaft vieler prominenter Trendfolger gewesen, die in dieser Zeit gescheitert seien. Doch sinkendes Volumen habe zu einem höheren Anteil von Argentinienanleihen geführt, die weiter abgewertet worden seien und keine Zinsen gezahlt hätten.

Doch seit einem halben Jahr glänze der Fonds wieder mit Outperformance. Es wäre zu kurz gegriffen, die gute Entwicklung auf die angesichts der aufkeimenden Hoffnung auf volle - nachträgliche - Bedienung der argentinischen Altanleihen steigenden Anleihekurse zu schieben. Eine Analyse der Entwicklung im zweiten Halbjahr 2013 zeige nämlich, dass nur gut die Hälfte des Erfolges auf die hoffnungsgetriebenen Kurse der Argentinienanleihen zurückzuführen sei.

Das Ergebnis der selektierten Einzelwerte habe rund 10% Wertzuwachs ausgemacht, während die - inzwischen runderneuerte -Trendfolgestrategie weitere 5% zur Performance habe beitragen können. Ohne die Argentinienanleihen wäre also der MSCI World um gut 5% outperformt worden und es habe den Anschein, als würde der Fonds mit normalisierten Märkten zu alter Klasse zurückfinden.

Die weiteren Aussichten? Werde die letzte Berufungschance Argentiniens - was Marktteilnehmer mehrheitlich erwarten würden - abgelehnt, so müsse Argentinien die titulierten Forderungen der Altanleihegläubiger mit Zins und Zinseszins vollständig bedienen. Komme Argentinien dieser Verpflichtung nicht nach, würden die Zins- und Tilgungszahlungen für die Umtauschanleihen insoweit den Altanleihegläubigern gutgeschrieben, bis diese als gleichbehandelt gelten könnten.

Argentinien wäre in diesem Fall aber erneut im Default und wahrscheinlich dann für lange Zeit von den internationalen Kapitalmärkten ausgeschlossen. Beobachter seien sich sicher, dass sich Argentinien dies nicht leisten könne. Bediene Argentinien die ausstehenden Forderungen, könnte sich der Anteilspreis des HWB Portfolio Plus nach derzeitigem Stand der Forderungen und Wechselkurse glatt verdoppeln. Der MSCI World wäre dann seit Auflage des Fonds im Juli 2003 um rund 90%-Punkte outperformt. (Ausgabe 2/2014) (12.01.2015/fc/a/f)





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