Goldpreis dürfte deutlich nachgeben


18.06.13 15:57
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Goldpreis konnte sich nach dem Absturz Mitte April in einem begrenzten Maße erholen, berichten die Analysten der DekaBank.

Ohne die starke physische Nachfrage in Indien und China hätte Gold aber eine deutlich schlechtere Wertentwicklung verzeichnet. Im Vorfeld der in Indien anstehenden religiösen Feierlichkeiten und Hochzeiten seien die tieferen Einkaufskurse für vorgezogene Goldkäufen genutzt worden. Der in den Sommermonaten saisonübliche Preisanstieg dürfte somit geringer ausfallen.

Die neuen Maßnahmen der indischen Regierung und Notenbank zur Eindämmung der Goldimporte stünden einer stärkeren Aufwärtsentwicklung entgegen. Darüber hinaus sei die Stimmung an den Terminmärkten weiterhin gedrückt. Die Abflüsse aus den Gold-ETFs hätten sich zwar deutlich verlangsamt, ein Ende sei aber noch nicht in Sicht. Die Analysten würden mittelfristig weiterhin mit einem Rückgang des Goldpreises rechnen.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Das zeige sich auch daran, dass der Goldpreis in Krisenzeiten immer wieder stark ansteige. Üblicherweise sinke der Goldpreis wieder, wenn eine Krise abflaue. Im Zeitraum zwischen 1980 und 2000 habe die Goldpreisentwicklung nicht einmal die Verluste, die durch Inflation entstünden, kompensiert. In den vergangenen Jahren hingegen habe Gold dank stetiger kräftiger Preisanstiege starke reale (also inflationsbereinigte) Gewinne verzeichnet. Stehe nun eine neue Ära bevor, in der Gold langfristig auch nach Herausrechnung der Inflation noch satte Renditen bringen werde?

Nach Meinung der Analysten dürfte der Goldpreis mit dem Abflauen der europäischen Staatsschuldenkrise bzw. nach dem Ende der ultra-expansiven Geldpolitik der großen Notenbanken deutlich nachgeben. Dies sollte aber noch nicht im Prognosezeitraum bis Ende 2014 passieren. Die Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise gehe nur langsam vonstatten. Die Sorgen der Anleger bezüglich der hohen Staatsverschuldung in allen großen Industrieländern der Welt würden den Goldpreis stützen.

Einen weiteren dramatischen Absturz der Goldnotierung werde es aber auch nach der Krise nicht geben, denn die Notenbanken in vielen Schwellenländern würden zur Diversifizierung der Reserven verstärkt ihre Goldbestände aufstocken. Diese Entwicklung habe den Goldmarkt in den vergangenen Jahren strukturell verändert, da zuvor über lange Jahre die Notenbanken weltweit in der Summe als Goldverkäufer aktiv gewesen seien. Langfristig würden die Analysten dem Goldpreis nach wie vor nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (Ausgabe Juni/Juli 2013) (18.06.2013/fc/a/m)





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