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Globaler ETF-Markt: Mittelzuflüsse im April weiterhin über der 100-Milliarden-Euro-Schwelle


19.05.21 10:08
Amundi

Paris (www.fondscheck.de) - Der Anlegeroptimismus blieb im April mit globalen ETF-Zuflüssen von 104 Mrd. Euro ungebrochen, so die Experten von Amundi.

Aktien (+65 Mrd. Euro) seien weiterhin beliebter als Anleihen gewesen (+39 Mrd. Euro). Im Vergleich zum März, als die Mittelzuflüsse in Aktien- und Anleihe-ETFs 108,8 Mrd. Euro bzw. 20,2 Mrd. Euro betragen hätten, habe sich die Anlage- und Risikobereitschaft der Anleger damit etwas abgeschwächt.

Europäischen Aktien-ETFs seien im April 9,4 Mrd. Euro an Neugeldern zugeflossen - nur etwa die Hälfte im Vergleich zum März. Anleger würden weiterhin in ESG-Produkte switchen. Globale Indices hätten sich weiterhin großer Beliebtheit erfreut (+5,5 Mrd. Euro), während Anleger Gelder aus Asien, den BRIC-Staaten, Lateinamerika und den globalen Schwellenländern abgezogen hätten (-960 Mio. Euro). Jedoch habe es eine kleine positive Allokation in ETFs auf chinesische Aktien in Höhe von 132 Millionen Euro gegeben. Die Pandemie sorge weiterhin in diversen Schwellenländern für Probleme. Außerdem wirke sich die Stärke des US-Dollar ebenfalls auf diese Anlageklasse aus.

Sektor-, Themen- und Smart-Beta-Strategien würden mit Zuflüssen von 5,0 Mrd. Euro folgen, wobei Value-Strategien und der Finanzbranche 929 Mio. Euro bzw. 669 Mio. Euro zugeflossen seien. Dies spiegele den Optimismus der Anleger hinsichtlich einer schnellen wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie wider.

ESG-Aktien-ETF hätten mit Zuflüssen von 4,4 Mrd. Euro 47% der gesamten Aktien-ETF-Zuflüsse ausgemacht. Anleger hätten also weiterhin von traditionellen in ESG-ETFs geswitcht, wobei globale und Nordamerika-Exposures im Fokus gestanden hätten. Auch Klima-Indices hätten sich weiterhin großer Beliebtheit erfreut und hätten Zuflüsse in Höhe von 461 Mio. Euro verzeichnet.

Europäischen Anleihe-ETFs seien 5,3 Mrd. Euro zugeflossen. Unternehmensanleihen, aus denen im März Mittel abgeflossen seien (-2,2 Mrd. Euro), hätten wieder ins Plus gedreht mit Zuflüssen von 2,9 Mrd. Euro. Die ESG-Transformation erreiche nun auch den Anleihemarkt.

Infolge einer weiter lockeren Zentralbankpolitik und sich verbessernder Fundamentaldaten hätten ETFs auf Unternehmensanleihen aus der Eurozone um 1,4 Mrd. Euro zugelegt, wobei ein Drittel in ESG-Produkte geflossen sei. US-Hochzinsanleihen hätten Zuflüsse von 692 Mio. Euro verbucht, da viele Anleger weiter nach Anlagen mit höheren Renditen gesucht hätten.

ETFs auf chinesische Staatsanleihen seien ebenfalls weiterhin gefragt gewesen (+517 Mio. Euro). Die Furcht vor einer steigenden Inflation habe Anleger außerdem zu Allokation in inflationsgebundene US-Anleihen (+318 Mio. Euro) sowie zu einer Umschichtung in kurzlaufende Anleihen veranlasst.

Auch im Anleihe-Segment hätten Anleger global von traditionellen in ESG-Produkte (+1,27 Mrd. Euro) umgeschichtet. Der seit langem bestehende Trend bei Aktien beginne nun auch auf Anleihen überzugreifen. Viele Anleger möchten sicherstellen, dass ihr gesamtes Portfolio eine nachhaltige Ausrichtung habe. (Ausgabe Mai 2021) (19.05.2021/fc/a/e)