Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen: Wie Frank Fischer Value-Investing neu gedacht umsetzt


19.05.20 12:00
Shareholder Value Management

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Die Stimmung an den Märkten bleibt angespannt, so Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG sowie Fondsmanager des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN DE000A0M8HD2 / WKN A0M8HD, Anteilsklasse T; ISIN DE000A1JSWP1 / WKN A1JSWP, Anteilsklasse A).

Die Staatsverschuldung der Industrienationen sei von 90 auf über 120 Prozentpunkte nach oben geklettert. Und bei vielen Unternehmen sehe es auf der Schuldenseite nicht besser aus. Die Krise wird uns noch einige Zeit begleiten, so Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG. Die Corona-Pandemie habe aber auch einen positiven Nebeneffekt: Sie zwinge anders zu denken!

Um in der aktuellen Krise Mehrwert für die Anleger zu schaffen, bedürfe es unterschiedlicher Denkmodelle. Wir sind schon immer Value-Investoren gewesen - und bleiben es auch, so Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG. Aber es gebe verschiedene Ansätze, um Value in den Portfolios der Mandate wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen umzusetzen.

Da sei zum einen das klassische "Graham Value", bei dem sich die Unternehmen vor allem durch ein niedriges KGV und einen hohen Buchwert auszeichnen würden. Hier liege der Fokus klar auf der Bewertung des Unternehmens. Dann das so genannte "Narrow Moat Value", bei dem die Unternehmen ein erhöhtes KGV hätten, gleichzeitig aber über eine, wenn auch geringe, Preissetzungsmacht verfügen würden. Und dann haben wir das "Wide Mode Value", oder auch "Modern Value" genannte Modell, so Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG. Die Unternehmen in dieser Kategorie hätten zwar ein hohes KGV, aber auch eine sehr hohe Preissetzungsmacht. Hinzu komme ein hohes Umsatzwachstum. Bei dieser Betrachtungsweise gehe es vor allem darum, welchen Mehrwert in Form von Dividenden, Aktienrückkäufen, Wachstum und Rendite auf reinvestiertes Kapital (ROIIC) man bekomme. Auch dieser Ansatz sei seit vielen Jahren Teil unserer Anlagestrategie. In der Krise setzten wir darauf einen besonderen Fokus, so Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG, weiter.

"Modern Value" finde man in Unternehmen wie Alphabet und Alibaba, aber auch in deutschen Nebenwerten wie Secunet Securities und WashTec. Diese Firmen hätten um ihr Geschäftsmodell herum einen so genannten Burggraben in Form eines strukturellen Wettbewerbsvorteils aufgebaut und würden so über hohe Markteintrittsbarrieren verfügen. Gleichzeitig seien sie in nachhaltig wachsenden Märkten aktiv. Im Ergebnis würden sie eine hohe und wachsende Kapitalrendite verzeichnen. Komme dazu noch eine große Sicherheitsmarge, könne man als Value-Investor Ausverkaufssituationen wie in den letzten Wochen zum Einstieg nutzen oder schon bestehende Positionen ausbauen.

Ein gutes Beispiel sei Alphabet. Der Google-Konzern habe erst kürzlich bei der Vorlage seiner Quartalsergebnisse gezeigt, welche Macht in diesem Unternehmen stecke. Der Umsatz sei zweistellig gewachsen, der Konzerngewinn sei im 1. Quartal auf 6,7 Milliarden Dollar gestiegen. Und damit nicht genug: Um neue Kunden zu gewinnen, sei das Videokonferenzsystem "Google Meet" den Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt worden. In Zeiten von Homeoffice und abgesagten Dienstreisen ein riesiger Markt, den Alphabet hier konsequent angehe. Mit "Google Meet" scheine das nächste "Billion User-Baby" des Konzerns heranzuwachsen, also ein Dienst, der weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer an Alphabet binde.

Ein anderes Beispiel sei der deutsche Nebenwert Secunet Securities. Das Essener Unternehmen sei Spezialist für Datensicherheit. Hinzu komme, dass man eine Nische besetze, in die kaum ein Wettbewerber eindringen könne. So sei die Firma bei der deutschlandweiten Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Arztpraxen und Krankenhäuser führend und habe dabei Teile des Geschäfts übernommen, das zuvor von T-Systems betrieben worden sei. Hinzu kämen Software-Updates und die Wartung der Geräte, die hohe Erlöse garantieren würden. Darüber hinaus habe man mit der Auslieferung so genannter E-Kioske für die digitale Passkontrolle an Flughäfen begonnen. Derzeit herrsche auf den Flughäfen rund um den Globus zwar die große Flaute, das werde aber nicht immer so bleiben.

Vom Ende einer anderen Flaute werde WashTec profitieren. Die Aktie des Weltmarktführer für Autowaschanlagen sei im Zuge des Shutdowns um rund 40 Prozent gefallen, nachdem in der Krise fast keiner mehr Auto gefahren sei. Nach den ersten Lockerungen ziehe der Individualverkehr aber wieder an, wie man an den jüngsten Staus auf den Autobahnen und in den Städten sehen könne. Dadurch würden Autos wieder schmutzig und müssten gewaschen und gepflegt werden. Von alledem profitiere das Unternehmen aus Augsburg. WashTec habe zudem einen ausgeprägten Wettbewerbsvorteil, da es nicht nur die Waschanlagen verkaufe, sondern auch den gesamten Service und die Versorgung der Anlagen abdecke.

All diese Beispiele würden zeigen, wie wichtig ein ausgeprägter Wettbewerbsvorteil, hohe Markteintrittsbarrieren und eine damit verbundene Preissetzungsmacht seien. All das sei Value, nur eben nicht klassisch, sondern neu gedacht. (Ausgabe vom 18.05.2020) (19.05.2020/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
114,61 € 114,37 € 0,24 € +0,21% 28.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A0M8HD2 A0M8HD 131,41 € 98,05 €
Werte im Artikel
114,61 plus
+0,21%
105,75 plus
+0,21%