Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen: Vorsicht an Aktienmärkten ist geboten, aber Chancen sind da - Fondsanalyse


24.05.19 11:00
Shareholder Value Management

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Die Gemengelage aus Brexit, dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und dem Streit um Autozölle hat die Finanzmärkte fest im Griff, so Ulf Becker, Vorstand und Co-Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG.

"Es heißt ja, politische Börsen hätten kurze Beine. Aktuell sieht es aber so aus, als ob uns diese Themen noch in den nächsten Jahren begleiten würden", konstatiere Becker im Rahmen eines Investment-Updates. Dabei würden sich die USA derzeit noch in einer Position der relativen Stärke befinden, da sie den Streitthemen nur mit rund 1,5 Prozent ihres Bruttoninlandsproduktes (BIP) ausgesetzt seien, während der Anteil in China rund 4,3 Prozent ausmache. "Und auch Deutschland ist mit immerhin 4 Prozent des BIP mittendrin, statt nur dabei", so Becker.

Auf Sektor-Ebene habe die Konstellation vor allem im verarbeitenden Gewerbe Folgen. So seien die aggregierten Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe der entwickelten Länder (Developed Markets) seit Anfang 2018 stark rückläufig und würden das schwache Niveau der Schwellenländer (Emerging Markets) erreichen. Vor allem Volkswirtschaften mit einer industriellen Basis seien betroffen, auch weil in den USA die Effekte von Präsident Trumps Steuerreform auslaufen würden. Der Welthandel sei in einem Umfang eingebrochen, den man sonst nur aus Rezessionsphasen kenne. Und auch an den USA selbst würden die Krisen nicht spurlos vorbeigehen, wie der deutliche Rückgang der Importe und Neuaufträge zeige. Europa wiederum habe mit dem Brexit, der massiven Kapitalflucht aus der Türkei, dem Haushaltsstreit mit Italien, aber auch mit dem politischen Stillstand in Deutschland, eine Vielzahl eigener Brennpunkte.

Trotzdem lohne es sich nach Einschätzung von Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG, an Aktien festzuhalten: "Wir sehen durch die reduzierte Bilanzverkürzung und die angekündigte Pause bei den Zinserhöhungen der Fed Liquiditätsimpulse. Gleichzeitig sind die Aktienrückkäufe im S&P 500 auf einem Rekordniveau. Ein wichtiges Nachfrageelement ist damit weiterhin intakt." Die Unberechenbarkeit der politischen Entscheidungen in den USA berge nach seiner Meinung auch die Chance auf ein rasches Ende des Handelskonfliktes: "Präsident Trump braucht für den anstehenden Wahlkampf positive Signale", schätze Fischer. Eine Lösung des Streits könnte den Aktienmärkten weitere Impulse verleihen. Derzeit seien Aktien aus dem Euroraum durch ihre Dividendenrenditen relativ zu Bonds attraktiv.

Im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen halte Frank Fischer derzeit eine Nettoaktienquote von rund 74 Prozent und bewege sich damit leicht über dem historischen Durchschnitt von 70 Prozent. Neu im Portfolio sei unter anderem der britische Direktversicherer Admiral Group. Das Unternehmen sei drittgrößter Kfz-Versicherer Großbritanniens mit einer klaren Kostenführerschaft. Neben einer attraktiven Bewertung und soliden Kennzahlen würden aus Sicht von Frank Fischer noch andere Aspekte für eine Investition in die Admiral Group sprechen. "Rund 70 Prozent der Mitarbeiter sind Aktionäre der Firma. Auch Gründer Henry Engelhardt hält weiterhin 11 Prozent der Aktien. Nach seinem Rücktritt als CEO arbeitet er seit 2017 wieder als Chef der US-Niederlassung. Der Mann brennt für seine Firma. Das sind die Merkmale, nach denen wir suchen."

Mit Blick nach vorn rate Frank Fischer zur Vorsicht bei der Aktienauswahl. Gleichwohl sehe er für Value-orientierte Stockpicker auch in einem eher unsicheren Umfeld gute Chancen. (24.05.2019/fc/a/f)





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