Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen: Es droht die Scheidung von Tina - Fondsanalyse


23.11.18 14:30
Shareholder Value Management

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - An den Kapitalmärkten sorgen seit Wochen verschiedene Faktoren für Volatilität. Frank Fischer und Ulf Becker von der Shareholder Value Management AG können dem negativen Markt-Sentiment aber auch Positives abgewinnen, denn es erhöht die Chancen auf eine Marktbereinigung.

"Wir sehen teilweise eine extreme Angst im Markt", fasse Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG, das aktuelle Markt-Sentiment zusammen. "Die Wachstumserwartungen für China sind negativ, das schlägt sich auch in den globalen Konjunkturerwartungen nieder."

Gleichzeitig gelte es, weiterhin ein Auge auf die Zinsentwicklung zu haben: "Bei Aktien galt bisher: "There Is No Alternative", kurz Tina. Das ändert sich gerade, denn mit rund 2,6 Prozent ist der Libor mittlerweile durchaus wieder eine Alternative", so Fischer. "Umfragen unter institutionellen Investoren zeigen, dass bei einem Zins von 3,7 Prozent die Scheidung von Tina droht."

Für Ulf Becker, Co-Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG, sei die US-Notenbank FED derzeit der wichtigste Taktgeber der weltweiten Liquiditätsverknappung. Im Blickpunkt der Öffentlichkeit stünden seiner Ansicht nach vor allem die Zinserhöhungen. Aber noch wichtiger sei die Entwicklung der Zentralbankbilanz: "Wir sehen seit Beginn des Jahres eine Verkürzung der Fed-Bilanz, mit einer Geschwindigkeit von aktuell rund 50 Mrd. US-Dollar pro Monat. Diese Liquidität wird dem Markt entzogen." Von dieser Verknappung von Liquidität seien nach Beckers Einschätzung die Risikoaufschläge von Schwellenländer-Anleihen besonders betroffen.

Ein zweiter wichtiger Faktor bleibe der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China. Gleichzeitig sei hier aber auch ein Gewöhnungseffekt der Marktteilnehmer zu beobachten. "Ein Aufflackern bedarf neuer negativer Impulse, eine substanzielle Entlastung ist aber ebenso wenig zu erwarten. Die politischen Signale gehen eindeutig in Richtung ökonomischer kalter Krieg", betone Becker.

Als dritten maßgeblichen Faktor nenne Becker die globale Verschuldung. Die fiskalischen Maßnahmen der US-Regierung dürften zu einer Neuverschuldung von 4,6 bis 4,7 Prozent des BIP führen. Probleme sehe er vor allem auf der Unternehmensseite: "Trotz der steuerlichen Entlastung ist die Schuldenquote der US-Unternehmen nicht signifikant gesunken. Das macht sie bei einer wirtschaftlichen Abkühlung verwundbar und erhöht die Ausfallwahrscheinlichkeit. Europäische Unternehmen hingegen haben die niedrigen Zinsen nicht für den Ausbau der Verschuldung genutzt. Damit ist ihre Situation deutlich besser, sowohl in einem Negativszenario, als auch im Falle einer Erholung."

Für Frank Fischer würden die niedrigen Erwartungen hinsichtlich der Unternehmensmargen sowie die sehr gedämpften weltweiten Konjunkturerwartungen Raum für positive Überraschungen bieten: "Das könnte zum Beispiel ein weiterer massiver Ausverkauf, etwa bei den FAANGs, sein. Das wäre für uns ein Zeitpunkt, unsere Hedges vollständig aufzulösen. Wir haben vermutlich 90 Prozent der Bewegung hinter uns, ein weiterer Rücksetzer ist jedoch noch möglich. Aber die Stimmung ist schon wunderbar bearish."

Vor diesem Hintergrund halte Frank Fischer im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aktuell eine Nettoaktienquote, die nach Berücksichtigung des niedrigeren Betas der Value-Titel bei 28,4 Prozent liege. (23.11.2018/fc/a/f)






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