Fortis L Fund Equity Turkey Fondsporträt


08.01.07 09:25
Euro fondsxpress

München (aktiencheck.de AG) - Der Fortis L Fund Equity Turkey könnte 2007 einer der Top-Fonds werden, berichten die Experten von "Euro fondsxpress".

Emerging Markets seien auch 2006 der Renner gewesen. Egal wo man investiert habe, habe man nichts falsch machen können. Ausnahme sei jedoch die Türkei gewesen. Während der kleinen Emerging Markets-Krise im Mai habe die Börse in Istanbul rund 50 Prozent verloren. In der Folge habe die Notenbank die Zinsen von 13 auf 20 Prozent anheben müssen, um den Abwärtsdruck auf Währung und Aktienkurse zu lindern. "Davon sollte man sich aber nicht beeindrucken lassen", sage Eli Koen, Manager des Fortis L Fund Equity Turkey. Fundamental sehe der türkischstämmige Manager am Bosporus keine Probleme.

Die Türkei leide vielmehr unter dem schlechten Image der vergangenen Jahre und bei jeder Krise sei der Absturz türkischer Aktien daher umso heftiger. Grund sei: "Bis Anfang des neuen Jahrtausends herrschte ja Hyperinflation und der Staat war höllisch verschuldet", so Koen. Davon sei aber nun nicht mehr die Rede. "Die Inflation liegt bei 10 Prozent und das Haushaltsdefizit betrug 2006 nur knapp 2 Prozent - weniger sogar als im EU-Durchschnitt", sage Koen. Daher halte er die langfristig guten Perspektiven für türkische Aktien auch für intakt.

"Die anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen könnten sicher noch für etwas Volatilität sorgen. Allerdings deuten die Umfragen darauf hin, dass es zu einem eindeutigen Sieg der reformfreudigen Kräfte komme", sage Koen. Daher halte er das Abwärtspotenzial derzeit für gering. "Das Risiko ist auf diesem niedrigen Niveau schon eingepreist und die Türkei ist mit einem KGV von 11 der günstigste europäische Markt. In Polen oder Tschechien liegt es bei fast 20", sage er.

Koen setze bei der Aktienauswahl bewusst auf eine 20- bis 25-prozentige Beimischung kleinerer Werte. "Sie werden von kaum einem in- oder ausländischen Investor angeschaut. So können wir den Anlegern einfach einen Mehrwert gegenüber anderen Fonds bieten", sage er. Gleichwohl würden sich auch bei Koen - wie übrigens in jedem Türkei Fonds - viele Finanzwerte finden. Das habe einen triftigen Grund. "Bis vor einigen Jahren waren Privat-Kredite in der Türkei unbekannt. Wenn man ein Haus kaufte, zahlte man in bar", so der Türkei-Experte.

Seit aber die Zinsen und die Inflation im Sinkflug seien, habe sich dies drastisch geändert. "Auch eine private Altersvorsorge oder Lebensversicherungen hatte so gut wie niemand. Daher wachsen die Banken mit hohen zweistelligen Raten", sage Koen. Er glaube, dass sich auch in der Türkei die phänomenale Performance der Finanzwerte ähnlich wie in Osteuropa wiederhole. Sein Ausblick für die nächsten Jahre sei daher positiv. "Der Konvergenzprozess wird den Aktienmarkt sicher für die nächsten zehn Jahre ordentlich Dampf machen. Denn die Türkei steht noch ganz am Anfang des Aufholprozesses", sage Koen.

Der Fortis L Fund Equity Turkey sei zwar noch recht jung. Dennoch habe Koen bislang bewiesen, dass er sein Handwerk verstehe. Durch die Beimischung von Nebenwerten sollte der Fonds auch weiterhin zu den performancestärksten Türkei-Fonds zählen. Zumal Fortis Investments den Fonds nicht zu groß werden lassen wolle. Bei 300 Mio. Euro solle Schluss sein - zum Wohle der Anleger. (Ausgabe 01/2007 vom 05.01.2007) (08.01.2007/fc/a/f)