Fondshitliste: Nebenwerte ganz vorn - Fondsanalyse


15.01.16 10:19
Euro Advisor Services GmbH

München (www.fondscheck.de) - Die Goldmedaille für das erfolgreichste Jahr geht 2015 an die Kategorie Aktienfonds Europa/Nebenwerte, so die Experten der Euro Advisor Services GmbH.

Einer aktuellen Auswertung des FINANZEN FundAnalyzers (FVBS) zufolge habe die Peergroup 2015 25,3 Prozent hinzugewinnen können - so viel wie keine andere Kategorie. Im Vergleich zu 2014 bedeute dies einen enormen Zuwachs: Damals habe der Wertzuwachs nur 5,6 Prozent betragen. In 25 Jahren erwirtschafte die Kategorie im Schnitt ein Plus von 319 Prozent.

Nahezu 30 der mehr als 200 Fonds starken Peergroup würden 2015 einen Wertzuwachs von über 30 Prozent erzielen. Der Star unter diesen Fonds sei der SEB European Equity Small Caps. 39,2 Prozent gehe es 2015 rauf. Seit seiner Auflegung 1999 erziele der Fonds einen Wertzuwachs von 205,5 Prozent. Mittelfristig trage der SEB-Fonds die FondsNote 1 - sie messe das Rendite-Risiko-Verhältnis über vier Jahre. Aktuell koste der 351,6 Mio. Euro schwere Fonds 1,66 Prozent. Ebenfalls die FondsNote 1 trage der Alken Small Cap Europe. 32,2 Prozent erziele er in 2015. 287,6 Mio. Euro seien in den Fonds investiert. Mit einer TER von 2,1 Prozent sei er jedoch deutlich teurer als der SEB-Fonds.

Silber gehe 2015 an die Kategorie Aktienfonds Benelux: Anleger könnten sich 2015 über ein Plus im Schnitt von 24,7 Prozent freuen. Auch diese Kategorie habe 2014 mit einem Zuwachs von 9,6 Prozent eher im hinteren Mittelfeld gelegen. Erfolgreichster Fonds sei der KBC Eq Flanders (ISIN BE0164243223 / WKN A0JKMJ). 34,6 Prozent erziele er 2015. Seit seiner Auflegung 1997 habe der Fonds bereits 459,3 Prozent hinzugewonnen. Aktuell seien 31,2 Mio. Euro in den Fonds investiert. Anleger würden derzeit eine TER von 1,86 Prozent bezahlen. Einen Zuwachs von 22,7 Prozent erreiche auch der Petercam Equities Belgium A. 89,2 Mio. Euro betrage das Fondsvermögen, 1,8 Prozent die TER.

Der Vorjahresgewinner, die Kategorie Aktienfonds Indien, lande mit einem Zuwachs von acht Prozent dagegen nur auf Platz 38 von 123.

Der ehemalige Silbermedaillen-Gewinner, die Kategorie Aktienfonds Biotechnologie, erreiche mit 19 Prozent Platz sieben. Damit schlage die Kategorie aber noch die Peergroup Aktienfonds Deutschland. Sie erwirtschafte 2015 13,2 Prozent und belege damit Platz 21. In den vergangenen sechs Monaten gebe es für die Kategorie weder Verluste noch Gewinne zu verbuchen. Über 30 Jahren würden Aktienfonds in Deutschland im Schnitt ein Plus von 761,9 Prozent erzielen. 2015 würden sie zudem auch noch knapp von der Kategorie Aktienfonds Russland geschlagen - 13,5 Prozent würden russische Aktienfonds erwirtschaften.

Bester Aktienfonds in Deutschland sei der DWS Aktien Strategie Deutschland: 29,3 Prozent kämen 2015 hinzu. Zudem könne das Schwergewicht (rund drei Mrd. Euro Fondsvermögen) mit der FondsNote 1 glänzen. Auch die schlechtesten Fonds der Kategorie hätten 2015 noch eine positive Wertentwicklung verzeichnen können - jedoch nur im einstelligen Bereich.

Zu den wahren Kapitalvernichtern gehöre 2015 die Kategorie Aktienfonds Brasilien. Die Peergroup erleide einen Verlust von 35 Prozent. Bereits seit 2011 würden Aktienfonds in Brasilien Verluste schreiben. Lediglich 2012 hätten sie ein leichtes Plus erreichen können. In zehn Jahren würden Anleger im Schnitt 2,8 Prozent verlieren. Auch der beste Fonds der Kategorie schreibe 2015 Verluste: Rund 30 Prozent büße der BNY Mellon Brazil Equity im vergangenen Jahr ein. In fünf Jahren verliere er rund 52 Prozent. Mittelfristig trage er jedoch die FondsNote 1.

Insgesamt würden sich alle Fonds der Peergroup in einer Verlustspanne von 30 bis 40 Prozent bewegen. Überraschen dürfte dieses Endergebnis jedoch nicht. Brasilien stecke in einer tiefen Wirtschaftskrise. Das Bruttoinlandsprodukt der bisher siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt sei 2015 um 3,6 Prozent geschrumpft - der stärkste Rückgang seit 1990. Im Dezember habe die Ratingagentur Fitch das Land auf BB+ runtergestuft - umgangssprachlich auch Ramschniveau genannt. Staatsanleihen des Landes würden damit als spekulative Anlage gelten. Ende des Jahres habe schließlich der brasilianische Finanzminister Joaquim Levy sein Amt niedergelegt. 2016, so Fitch, schrumpfe die Wirtschaft des Landes um weitere 2,5 Prozent. Im August würden in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele stattfinden.

Türkische Aktienfonds würden 2015 ebenfalls deutlich an Wert verlieren: 22,9 Prozent betrage der Verlust. 2014 habe die Kategorie noch ein Plus von 37,6 Prozent für sich verbuchen können. Ähnlich hohe Verluste habe es für die Peergroup jedoch bereits 2013 (Minus 31,2 Prozent) gegeben. 2012 wiederum habe die Kategorie 59,9 Prozent hinzugewinnen können. In zehn Jahren würden türkische Aktienfonds damit insgesamt ein Plus von 1,6 Prozent erreichen. Politisch sei das Land derzeit in viele innen- und außenpolitische Konflikte verstrickt. Ende November habe das Land einen russischen Kampfjet abgeschossen, Erdogan gelte in vielen westlichen Ländern als umstrittener Machthaber und das Land befinde sich in einem fortwährenden Konflikt mit der PKK. Kein leichtes Umfeld für Investitionen.

Zu den Verlierern in 2015 zähle auch die Kategorie Aktienfonds Rohstoffe: 16,3 Prozent betrage der Verlust. "Der Rohstoff-Superzyklus ist vorbei", bemerke Duncan Goodwin, Leiter Global Resources bei Baring Asset Management. Rohstoffmärkte und Rohstoffaktien seien durch die sinkende Nachfrage aus den Schwellenländern sowie das Überangebot an Rohöl von zwei Seiten unter Druck geraten. Das habe zu starken Kursturbulenzen geführt. "Auf der anderen Seite sehen wir trotz der Rückkehr zu einem normalen Zyklus nach wie vor eine Chancenvielfalt innerhalb der Anlageklasse", so Goodwin. Bei drei Rohstoffbereichen lohne es sich, genauer hinzuschauen: traditionelle Rohstoffunternehmen, verbrauchernahe Rohstoffe sowie Rohstoffe der nächsten Generation. Über zehn Jahren verzeichne die Kategorie jedoch derzeit noch ein Minus von 7,5 Prozent.

Im selben Zeitraum würden Aktienfonds Emerging Markets zwar 51 Prozent
an Wert hinzugewinnen. Das Jahr 2015 stehe aber mit einem Verlust von 4,2 Prozent zu Buche. 2014 dagegen hätten die aufstrebenden Länder noch einen Gewinn von 10,3 Prozent erreicht. (Ausgabe Januar 2016) (15.01.2016/fc/a/f)





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