Fondshandel: Die Zukunft ist grün


14.02.20 15:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Steigende Aktienkurse nutzen Fonds-Anleger laut Händler sowohl für Gewinnmitnahmen als auch Neuengagements, so die Deutsche Börse AG.

"Unsere Kunden bauen ihre Positionen mit europäischen und asiatischen Aktien sehr stark ab", melde Andreas Kehnen, der dahinter das Einstreichen von Gewinnen und Umschichtungen vermute. Die Umsätze beschreibe der Baader Bank-Händler als ausgesprochen hoch. "Seit Jahresbeginn haben wir so viel zu tun wie lange nicht."

Auch Ivo Orlemann von der ICF Bank spreche von einem hohen Aufkommen im Fonds-Geschäft. "Wobei sich unsere Kunden eher zyklisch verhalten und bei steigenden Kursen kaufen." Ihre Schwerpunkte hätten Anleger auf die Bereiche Technologie und Nachhaltigkeit gesetzt. Offene Immobilienfonds würden gern, aber ohne eindeutige Tendenz gehandelt. Mischfonds wie der Floßbach von Storch Multiple Opportunities seien wiederum unterm Strich in den Depot gelandet.

"Ökofonds sind beliebt", unterstreiche Orlemann. Zu den meist gehandelten Werten mit fast nur Käufen zähle der Händler auf Monatssicht den Pictet - Water, ÖkoWorld Water (ISIN LU0332822492 / WKN A0NBKM), ÖkoWorld ÖkoVision Classic und ÖkoWorld Klima. "Das Thema gewinnt insgesamt in der Geldanlage ganz klar an Bedeutung." Mittlerweile hätten viele institutionelle Investoren auf die Einhaltung von ESG-Mindeststandards gedrängt - das Kürzel stehe für Environment Social Governance - in der Unternehmensführung. "Großinvestoren wie BlackRock üben zum Beispiel in Hauptversammlungen dies bezüglich zunehmend öffentlich Druck aus."

Für Privatanleger gestalte sich die Auswahl geeigneter Werte oft als schwierig. "Nicht immer ist drin, was draufsteht", stelle Orlemann fest. Weil sich auch schwarze Schafe mit dem ESG-Label schmückten, müssten Interessenten schon tiefer ins Detail gehen, um tatsächlich das Gewünschte zu bekommen.

Klimaschutz liege Anlegern laut Gothaer Asset Management bei nachhaltigen Investments übrigens besonders am Herzen. In einer Studie hätten demnach 44 Prozent den Schutz der Umwelt als vorrangig genannt. 53 Prozent würden selbst dann in ESG-Fonds investieren, wenn die zu erwartende Rendite geringer als bei konventionellen Investments wäre. Wunsch und Wirklichkeit würden zuweilen aber etwas auseinanderklaffen. Derzeit hätten sich erst 6 Prozent der Deutschen in nachhaltigen Fonds engagiert.

Besonders bemerkbar mache sich der Trend hin zu grünen Investments laut BVI im Neugeschäft. Etwa 40 Prozent der Nettozuflüsse in offene Publikumsfonds seien auf nachhaltige Produkte gefallen. Das entspreche rund 7 Milliarden Euro.

Auf die überdurchschnittlichen Kurssteigerungen von Technologiewerten würden Anleger laut ICF mit starkem Zuspruch reagieren. Unter anderem seien die Euro-Versionen des Fidelity Funds - Global Technology Fund (ISIN LU0099574567 / WKN 921800; ISIN LU0346389348 / WKN A0NGW1) und Deka Technologie-Fonds (ISIN DE0005152631 / WKN 515263; ISIN DE0005152623 / WKN 515262) häufig in den Depot gelandet. Der NASDAQ 100 habe seit Jahresbeginn von 8.872 auf 9.613 Punkte und damit 8,35 Prozent zugelegt.

Publikumsfonds mit deutschen Unternehmen würden zumeist abgestoßen, wie Kehnen berichte. Überwiegend Gewinnmitnahmen verbuche der Händler bei DWS Deutschland und Lupus alpha Smaller German Champions, der auf kleine und mittlere deutsche Gesellschaften setze. Auf deutlich niedrigerem Niveau hätten sich Anleger mit europäischen Unternehmen im Comgest Growth Mid-Caps Europe und Fidelity Funds - European Dynamic Growth Fund eingedeckt.

International aufgestellte Fonds würden stark nachgefragt. Während der UniFavorit (ISIN DE0008477076 / WKN 847707) und Morgan Stanley Global Opportunity Fund eher gekauft würden, stünde der Lingohr Systematic LBB Invest (ISIN DE0009774794 / WKN 977479) tendenziell zur Disposition. Gleichermaßen Zu- und Abflüsse sehe Kehnen beim DWS Top Dividende.

Von Produkten mit asiatischen Aktien würden Investoren scheinbar lieber die Finger lassen. Das Corona-Virus und die absehbaren wirtschaftlichen Folgen zumindest für die chinesische Wirtschaft spiele Kehnen zufolge eine Rolle. Nahezu ausschließlich Abflüsse verbuche die Baader Bank in DWS Top Asien, Robeco Asia-Pacific Equities und Baring Hong Kong China Fund. Einen hauchdünnen Kaufüberhang gebe es hingegen beim UBS Equity Fund - China Opportunity. (Ausgabe vom 13.02.2020) (14.02.2020/fc/a/f)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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