Fondshandel: Von Trends profitieren


19.07.19 13:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Sommerlich entspannt mit einer leichten Verkaufstendenz - so beschreiben Händler das Gesamtgeschäft mit aktiv verwalteten Fonds, so die Deutsche Börse AG.

Anja Deisenroth-Boström sehe die Aktivitäten auch vor dem Hintergrund des nach wie vor anhaltenden Zollkonflikts. Die Rhetorik der Protagonisten im Handelsstreit zwischen China und USA lasse darauf schließen, dass es noch ein langer Weg bis zu einer Einigung sei. "Das schlägt mittlerweile nicht nur auf die Konjunkturen beider Länder durch, sondern scheint auch Fonds-Anleger auszubremsen", meine die Baader Bank-Händlerin.

In dieser Gemengelage hätten Portfolios mit chinesischen Aktien nur vereinzelt überzeugt. Etwa hätten Investoren laut Deisenroth-Boström unterm Strich auf den UniAsiaPacific gesetzt, der in Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum investiere. In Summe seien hingegen der bis zu 30 Prozent auf chinesische Werte setzende Robeco Chinese Equities sowie der Schroder ISF Emerging Asia mit Fokus auf Unternehmen aufstrebender Staaten rausgegangen.

Publikumsfonds mit Technologieaktien sehe Ivo Orlemann auf der Gewinnerseite. "Abflüsse gibt es zwar auch, in erster Linie wurde aber querbeet gekauft", beschreibe der Händler der ICF Bank. Anleger hätten sich beispielsweise zumeist im gut 90 Millionen Euro schweren Nordinternet von Amundi positioniert. Nach Abzug von Gebühren komme der Fonds mit Schwerpunkt auf IT-Konzernen wie Amazon, Facebook, Netflix, PayPal und Alphabet seit Jahresbeginn immerhin auf ein Plus von gut 23 Prozent. Das entspreche in etwa dem Anstieg des NASDAQ 100-Index.

Portfolios wie der DNB Fund - Technology, Franklin Technology Fund und der DWS Technology kämen ebenfalls besonders häufig auf der Kaufseite zum Zug. Zuflüsse verbuche Orlemann zudem für die Euro-Versionen des Fidelity Funds - Global Technology Fund (ISIN LU0346389348 / WKN A0NGW1; ISIN LU0115773425 / WKN 787208).

Ein Szenario von zumeist Abgaben zeichne Deisenroth-Boström angesichts der Bewegungen in international engagierten Aktienfonds.

Investoren hätten aber unterm Strich den LBBW Global Warming gekauft, wenn auch mit geringen Umsätzen. Dieser investiere weltweit in Firmen mit Produkten oder Dienstleistungen, die der globalen Erwärmung entgegenwirken würden und deren ökologische und wirtschaftliche Folgen abmildern sollten. Überwiegend in den Depots lande der in Euro geführte Pictet - Global Megatrend Selection, der mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens in Aktien von Unternehmen investiere, die aller Voraussicht nach weltweit von globalen Megatrends profitieren würden. Vom Arero der Weltfonds und BCDI Aktienfonds (ISIN LU1480526547 / WKN A2AQJY) hätten sich Anleger tendenziell getrennt.

Aktienfonds mit deutschen Werten würden laut Händlerin unterm Strich rausgehen. Dabei hätten sich Anleger per saldo von hiesigen Standardwerten im UniFonds sowie kleinen und mittelgroßen Unternehmen im Credit Suisse (Lux) Small and Mid Cap Germany Equity verabschiedet.

In breiter gestreuten Mischfonds scheinen Anleger weniger Potenzial zu erkennen, so die Deutsche Börse AG. Einen Spitzenplatz in der ICF-Umsatzliste belege Orlemann zufolge der rege in beide Richtungen gespielte Kapital Plus, der die Mittel vorwiegend in auf Euro lautende verzinsliche Wertpapiere anlege und etwa 30 Prozent des Vermögens in Aktien europäischer Unternehmen stecke. "In Summe überwiegen allerdings die Abgaben." Das gelte auch für den einst so beliebten Carmignac Patrimoine. Hin und her gehe es beim Flossbach von Storch Multiple Opportunities.

Immobilienfonds würden bei Orlemann wie gewohnt zu den gefragteren Produkten gehören. Während sich Anleger vom rege in beide Richtungen gehandelten grundbesitz global per saldo verabschiedet hätten, lande der Deka-Immobilien Europa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956) zumeist in den Depots. Zu- und Abflüsse gebe es für den hausInvest und den grundbesitz europa. "Hier gibt es recht viel Bewegung."

Viele Fondsmanager hätten sich übrigens im Juli für eine Verlagerung weg von defensiven Anlagen zugunsten von zyklischen Investments entschieden, wie die jüngste Umfrage der Bank of America Merrill Lynch ergebe. Institutionelle Anleger hätten demnach eher zu europäischen Aktien und Werten aus den Bereichen Industrie und Banken tendiert. Gleichzeitig seien Schwellenländer-Aktien von fast einem Viertel der Befragten übergewichtet worden. (Ausgabe vom 18.07.2019) (19.07.2019/fc/a/f)





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