Fondshandel: Verkaufswelle ebbt ab


14.04.20 13:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auch der Fondshandel an der Börse Frankfurt steht ganz im Zeichen von Corona, so die Deutsche Börse AG.

"Wir hatten gigantische Umsätze in allen Bereichen", berichte Matthias Präger von der Baader Bank. "So volatile Märkte über eine so lange Zeit - das gab es selbst bei Lehman-Zusammenbruch, Fukushima oder Brexit nicht." Jan Duisberg von der ICF Bank spreche von "dramatischen Wochen" mit einer "geschichtsträchtigen" Masse an Verkaufsorders.

Mittlerweile sei ein bisschen Ruhe eingekehrt. Der DAX habe sich stabilisiert bzw. erholt, nach dem Tief von 8.263 Punkten Mitte März liege der Index am Donnerstagmorgen wieder bei 10.429 Zählern.

Über Wochen hätten Anleger alles auf den Markt geworfen: Deutsche, europäische und internationale Aktien, wie die Händler berichten würden. Gegen den Trend gekauft worden seien Präger zufolge etwa der GLS Bank Aktienfonds und der DWS Aktien Strategie Deutschland. "Wie irre" hätten Anleger Präger zufolge beim Dirk Müller Premium Aktien zugegriffen. Der Fond, der in weltweit tätige Unternehmen mit den Schwerpunkten USA und Europa investiere, habe zwischenzeitlich kräftig profitieren können und habe dank seiner integrierten Absicherungsstrategie seit Jahresanfang nur 0,23 Prozent verloren. Das Fondsvolumen liege mittlerweile bei 479 Millionen Euro.

Auch Jan Duisberg habe einige Gewinner der Krise ausgemacht: "Die Biotech-Branche ist für viele Anleger aktuell und auch längerfristig Profiteur", melde der Händler. Sehr hohe Zuflüsse melde er zum Beispiel für den BGF World Healthscience, den Erste Stock Biotec und den Bellevue BB Adamant Medtech.

Ähnliches gelte für die Technologiebranche: "Immer mehr Arbeiten aus dem Home Office, immer mehr Telefonkonferenzen: In der Krise stellt man fest, wie wichtig Technologie ist." Anleger hätten daher zum Beispiel auf den BlackRock Global Funds World Technology, den Deka-TeleMedien (ISIN DE0009771923 / WKN 977192), den DNB Fund Technology Retail und den FF Global Technology gesetzt.

Ebenfalls extrem hoch sei das Handelsaufkommen im Bereich Asien, berichte Präger - mit vergleichsweise vielen Käufen. Anleger würden offenbar davon ausgehen, dass das Corona-Ursprungsland China auch bei der wirtschaftlichen Erholung vorangehen werde. Er melde Käufe für den UBS China Opportunity, den UBS Greater China und den Comgest Growth Greater China.

In der Tat hätten viele Fonds mit chinesischen Aktien schon einen Großteil der Verluste wieder wettmachen können. Ein Beispiel sei der UBS China Opportunity. Durch die Erholung nach dem starken Einbruch im Februar und März ergebe sich seit Jahresanfang nur ein kleines Minus von 0,7 Prozent. Auf Sicht von drei Jahren würden Anleger immer noch auf ein jährliches Plus von 16 Prozent kommen.

Auch Minenfonds würden derzeit rege gehandelt, hier würden laut Präger die Abflüsse überwiegen: Anleger würden sich zum Beispiel vom Craton Capital Precious Metal trennen. Unterdessen würden einige den Preisrückgang bei vielen Rohstoffen, vor allem Öl, für übertrieben halten, wie Duisberg feststelle: Kunden der ICF Bank würden den VCH Expert Natural Resources oder den BGF New Energy Fund (ISIN LU0124384867 / WKN 630940) kaufen.

Angesichts der Sorge um Auswirkungen auf den Immobilienmarkt würden Immobilienfonds ebenfalls kräftige Abschläge bei hohen Umsätzen verzeichnen. "Anleger befürchten, dass die Fonds in Abwicklung ihre letzten Bestände nicht mehr zu einem adäquaten Preis verkaufen können", erkläre Duisberg. Beispiele seien der CS Euroreal und der SEB ImmoInvest.

Auch die Flaggschiffe unter den noch offenen Fonds wie HausInvest oder Deka-ImmobilienEuropa hätten an der Börse zeitweise kräftige Abschläge hinnehmen müssen. Vergleichsweise stabil gehalten habe sich Duisberg zufolge der Fokus Wohnen Deutschland. (Ausgabe vom 09.04.2020) (14.04.2020/fc/a/f)





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