Fondshandel: US-Werte ziehen


16.11.16 14:57
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auch der Fondshandel stand in den vergangenen Wochen ganz im Zeichen der US-Wahl, so die Deutsche Börse AG.

"Vorab war es sehr ruhig, erst kurz davor stieg die Unsicherheit und mit ihr die Umsätze. Am Tag nach der Wahl war dann richtig viel los", berichte Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. "Die schnelle Erholung nach dem anfangs kräftigen Rücksetzer zeigt aber einmal mehr: Politische Börsen haben kurze Beine." Ivo Orlemann von der ICF Bank melde nicht nur einen verhaltenen Handel vor der Wahl. "Danach war es auch unspektakulär. Am meisten los war bei uns in Immobilienfonds." Auch Mischfonds hätten viele Anhänger gefunden.

Der DAX habe vor der US-Wahl geschwächelt und sei bis auf 10.259 Punkte abgerutscht, danach sei es deutlich nach oben gegangen, am Mittwochmorgen notiere der Index bei 10.708 Zählern. Der Dow Jones habe vergangene Woche um 5 Prozent zugelegt, diese Woche erreiche er immer neue Allzeithochs, am gestrigen Dienstag habe der Index erstmals über der Marke von 18.900 Punkten geschlossen.

Zurückhaltung vor der Wahl, überwiegend Kaufstimmung der Fonds-Anleger danach - so würden sich die vergangenen vier Wochen beschreiben lassen. Auf Monatssicht ergebe sich dadurch ein durchwachsenes Bild. Tendenziell seien internationale Aktien gut angekommen. Bei der Baader Bank hätten die Positionierungen in internationalen Fonds, etwa im ValueInvest Lux Global und im Siemens Global Growth überwogen. Zu- und Abflüsse habe es hingegen beim DWS Top Dividende gegeben. "Das hängt aber auch stark von der Währungsentwicklung ab", bemerke Deisenroth-Boström.

Von den deutschen und europäischen Aktien-Folge seien der Baader Bank zufolge bei Allianz Nebenwerte Deutschland, Fondak und Fidelity European Growth zugegriffen worden. Ausgeglichen sei das Bild beim DWS Deutschland gewesen, auf der Abgabeliste habe hingegen der Swiss&Global AM Deutsche Aktien gestanden.

Fonds mit asiatischen Aktien seien reger gehandelt worden als in den Vormonaten, wie Deisenroth-Boström feststelle. "Das liegt wohl daran, dass sich die Konjunktur in China auf niedrigerem Niveau stabilisiert hat." Allerdings hätten Abgaben dominiert, etwa im Templeton Asian Growth und im Baring Hong Kong China. Zuflüsse melde die Händlerin für den Comgest Growth Greater China (ISIN IE0030351732 / WKN 756455) und den Invesco Asian Equity.

Die sonst viel beachteten und beliebten Biotech-Fonds hätten übrigens zuletzt keine große Rolle gespielt. Dabei hätten die Biotech-Aktien nach der Wahl Trumps einen großen Satz nach oben gemacht, die von Hillary Clinton angekündigte Beschränkung von Preissteigerungen bei Medikamenten sei jetzt vom Tisch. "Wir haben kaum eine Reaktion gesehen", erkläre Orlemann. Der DWS Biotech habe sich seit vergangenem Dienstag um 22 Prozent verteuert, seit Jahresanfang sei der Fonds aber immer noch im Minus.

Ganz oben auf der Umsatzliste der ICF Bank finde sich der schon lange beliebte Mischfonds Flossbach von Storch Multiple Opportunities, wie Orlemann berichte. "Da wird meist gekauft, Abgaben sehen wir nur wenige." Seit Jahresanfang habe der Fonds zwar nur um 1,2 Prozent zugelegt, in den vergangenen fünf Jahren seien Anlegern aber im Schnitt 9,2 Prozent pro Jahr zugeflossen.

Gut weg würden zudem weiter der Nordea 1 Stable Return und dessen thesaurierende Variante (ISIN LU0227384020 / WKN A0HF3W) gehen. Der Carmignac Patrimoine sei - einmal mehr - meist abgegeben worden, wie Orlemann feststelle. Beim Kapital Plus hätten sich Zu- und Abflüsse unterdessen die Waage gehalten. Die Baader melde außerdem noch Käufe von Anteilen am Arero Weltfonds.

Etwas mehr Beachtung als zuvor hätten laut Deisenroth-Boström Minenfonds gefunden. "Vor der Wahl wurde tendenziell gekauft, danach verkauft." Zugegriffen worden sei etwa nach Anteilen am Nestor Gold und am Craton Capital Precious Metal, abgegeben worden sei der Franklin Gold and Precious Metals. Gold habe sich nach der Wahl wieder deutlich verbilligt: Eine Feinunze koste aktuell 1.227 US-Dollar, vergangene Woche seien es zwischenzeitlich über 1.300 US-Dollar gewesen. Der Nestor Gold-Fonds habe seit Jahresanfang um 81 Prozent zugelegt, auf Fünfjahressicht würden Anleger aber auf Verlusten von 13 Prozent im Jahr sitzen.

Auch Geldmarktfonds seien durchaus wieder Thema. Abflüsse melde die Baader Bank aus dem Deutsche Floating Rate Notes USD und dem Pictet Short-Term Money Market USD. "Die US-Dollar-Geldmarktfonds wurden zuletzt aber wieder gekauft", berichte Deisenroth-Boström.

Immobilienfonds hätten bei der ICF Bank den Handel dominiert. "Zu- und Abflüsse halten sich hier die Waage", bemerke Orlemann. Dabei hätten sich Anleger vor allem auf den HausInvest, den Deka Immobilien Europa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956), den Grundbesitz Europa, den UniImmo Europa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551), den UniImmo Deutschland (ISIN DE0009805507 / WKN 980550) und den Deka Immobiien Global konzentriert. (16.11.2016/fc/a/f)





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