Fondshandel: Tutti Frutti gefragt


16.09.19 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Aufwärtsphase an den Börsen hebt laut Händler das Geschäft mit aktiv verwalteten Fonds, so die Deutsche Börse AG.

"Unsere Fonds-Umsätze bewegen sich auf leicht erhöhtem Niveau," melde Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Das liege nicht zuletzt an versöhnlicheren Tönen im Handelsstreit zwischen China und den USA.

Diese Entwicklung habe eine eher beruhigende Wirkung auf Anleger und löse Gewinnmitnahmen bei Goldinvestitionen aus. Unterm Strich trennten sich die Baader Bank-Kunden derzeit von ihren Anteilen an Goldminen. Das gelte Deisenroth-Boström zufolge für den in US-Dollar notierten BGF World Gold Fund ebenso wie für den in Euro geführten BlackRock Global Funds - World Gold Fund. Letzterer komme in den vergangenen zwölf Monaten immerhin auf einen Anstieg von 56 Prozent. Die Händlerin werte die gegenwärtige Konsolidierung des Goldpreises als gesund. Das Edelmetall habe binnen einer Woche 50 US-Dollar pro Feinunze verloren und sei aktuell für 1.504 US-Dollar zu haben.

Bei Festverzinslichem stünden Schwellenländerwerte etwa im Weltzins Invest (ISIN DE000A1CXYM9 / WKN A1CXYM) hoch im Kurs. "Hier griffen Investoren kräftig zu", beschreibe Jan Duisberg von der ICF Bank. Im Gegensatz zu vielen anderen Rentenprodukten komme der Deka Bank-Fonds vergangenes Jahr auf eine Performance von über 11 Prozent. Das sei angesichts von gegenwärtig weltweit 17 Billionen US-Dollar in Anleihen mit negativer Rendite nicht schlecht. Die etwaigen Maßnahmen, die im Rahmen der heutigen EZB-Ratssitzung angekündigt werden könnten, erwarte der Markt laut Duisberg mit Spannung. Die Zinspolitik im Euroraum gerate zunehmend unter Beschuss. Die EZB habe am Mittag erklärt, die Strafzinsen zu erhöhen und das Ankaufprogramm fortzusetzen.

International engagierte Portfolios mit Technologieaktien würden Duisberg zufolge in beide Richtungen gehandelt. "Wobei in den vergangenen Tagen die Abgaben dominierten." Zu den meist gehandelten Werten gehörten die Euro-Versionen des Fidelity Funds - Global Technology Fund (ISIN LU0099574567 / WKN 921800, ISIN LU0346389348 / WKN A0NGW1). Der technologielastige NASDAQ 100 komme im vergangenen Monat auf ein Plus von 4,3 Prozent, seit Jahresbeginn immerhin auf einen Anstieg von 24 Prozent.

Zu den Umsatzspitzenreitern bei den Mischfonds gehöre der DWS Concept Kaldemorgen, der mindestens 25 Prozent des Fondsvermögens in Aktien weltweiter Emittenten und bis zu 75 Prozent in Gattungen wie Anleihen, Zertifikaten und Barmitteln anlege. "Der Wert ist seit einiger Zeit gefragt und die Umsätze sind hoch", berichte Duisberg. Damit überhole das Produkt in dieser Kategorie in puncto Beliebtheit den ebenfalls rege gekauften Floßbach von Storch Multi Opportunity-Fonds.

Im Bereich Immobilienfonds gehe wie gewohnt einiges um, wobei Anleger nach Beobachtung von Duisberg die Aussichten für deutsche Immobilien scheinbar besonders optimistisch bewerten würden. Für den Fokus Wohnen Deutschland seien die Orderbücher ausgesprochen gut gefüllt. "Seit zehn Tagen hatten wir nahezu nur Käufer", beschreibe der Händler. Anleger verabschiedeten sich hingegen zumeist vom CS Euroreal.

Insgesamt boome die Branche. Offene Immobilienfonds hätten laut Fondsverband BVI im ersten Halbjahr mit 6,1 Milliarden Euro die Zuflüsse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppeln können. Positiv hätten sich laut Ratingagentur Scope auch die Renditen offener Immobilienfonds entwickelt. Nach Abzug der Fondskosten bliebe Anlegern von 17 untersuchten Produkten im vergangenen Jahr eine Rendite von durchschnittlich 3,1 Prozent.

Im Handel mit international ausgerichteten Publikumsfonds verbuche die Baader Bank tendenziell Abflüsse. Anleger verabschiedeten sich etwa in Summe vom DWS Top Dividende, Newton Global Income und Carmignac Investissement. Auf den Kauflisten befänden sich der Dirk Müller Premiumaktien und der Arero der Weltfonds.

An europäischen Unternehmen etwa im Fidelity Funds - European Dynamic Growth Fund fänden Investoren ebenfalls zumeist Gefallen. Gleichzeitig sei der Fidelity Funds - European Growth Fund eher abgestoßen worden. Das gelte auch für deutsche Aktien im DWS Concept Platow und UniFonds. (Ausgabe vom 12.09.2019) (16.09.2019/fc/a/f)





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