Fondshandel: Technologiefonds überzeugen selbst in Krise


05.06.20 11:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die rasante Aufholjagd am Aktienmarkt sorgt auch im Fondshandel für viel Umsatz, so die Deutsche Börse AG.

"Der DAX hat seit seinem Tief schon fast 50 Prozent gut gemacht", bemerke Matthias Präger von der Baader Bank. Jan Duisberg von der ICF Bank beobachte weiter großes Interesse an Fonds mit Tech- und Biotech-Aktien. "Der NASDAQ hat sich ja auch viel besser entwickelt als der Dow Jones."

Technologiefonds könnten in der Tat mit einer beachtlichen Performance aufwarten. So komme der BGF World Technology Fund seit Jahresanfang auf ein Plus von 22 Prozent, auf Dreijahressicht seien es 27 Prozent p.a., der Franklin Technology auf 17 Prozent in diesem Jahr und 23 Prozent p.a. auf Dreijahressicht. Beide würden rege gekauft, wie Duisberg feststelle. Ebenfalls beliebt sei der UniSector: BioPharma, der weltweit in Unternehmen aus der Pharma-, Gesundheits- und der Biotechnologiebranche investiere. "Da macht sich wohl das Rennen um den Corona-Impfstoff bemerkbar."

Auch in Rohstoffaktien würden sich Anleger positionieren, berichte Duisberg. "Den Preisverfall bei den Rohstoffpreisen hält wohl so mancher für übertrieben." Gekauft würden etwa die auf Rohstoffproduzenten setzenden Fonds Amundi Aktien Rohstoffe und JPM Global Natural Resources. Beide hätten sich von den Märztiefs kräftig erholt, kämen seit Jahresanfang aber immer noch auf ein deutliches Minus.

Trotz Goldpreisrally würden im Handel von Aktienfonds mit Goldproduzenten die Abgaben dominieren, erkläre Präger. "Das könnten Gewinnmitnahmen sein". Abgestoßen würden etwa der BGF World Gold Fund in US-Dollar und Euro (ISIN LU0055631609 / WKN 974119, ISIN LU0171305526 / WKN A0BMAL).

Breit streuende Aktienfonds mit deutschen, europäischen und auch internationalen Aktien stünden laut Präger unterdessen überwiegend auf den Verkaufslisten. "Das könnten ebenfalls Gewinnmitnahmen sein von Anlegern, die zum Tiefstand eingestiegen sind", mutmaße er. Betroffen seien etwa der DWS Deutschland, der Cominvest Fondak, der Threadneedle European Smaller Companies, der M&G Global Basics und der M&G Global Dividend. Gegen den Trend würden Anleger den DWS German Equities, den GLS Bank Aktienfonds und den LBBW Global Warming kaufen.

Der GLS Bank Aktienfond sei derzeit ein gutes Beispiel dafür, dass nachhaltiges Investieren nicht mit Einbußen bei der Rendite einhergehen müsse. Der Fonds suche Aktien nach Nachhaltigkeitskriterien aus und berücksichtige sowohl Negativ- und Ausschluss- als auch Positivkriterien. Mit einem nur kleinen Minus von 2 Prozent seit Jahresanfang und einem Plus von 6 Prozent p.a. auf Dreijahressicht schlage er sich deutlich besser als der DAX-ETF iShares DAX mit minus 6,1 Prozent und minus 1,4 Prozent p.a.

Etwas ruhiger zugehe es laut Präger im Handel mit asiatischen Aktien. "Die Umsätze sind durchschnittlich - mit Zu- und Abflüssen gleichermaßen." Anleger würden zum Beispiel auf den AGIF - Allianz Total Return Asian Equity und den UBS EF China Opportunity (USD) (ISIN LU0067412154 / WKN 986579) setzen und sich vom Baring Hong Kong China und vom J.P. Morgan Greater China trennen.

Einige Fonds mit asiatischen Aktien, etwa der AGIF - Allianz Total Return Asian Equity, hätten den Stand vor dem Einbruch schon wieder erreicht und lägen seit Jahresanfang im Plus. Der Fonds konzentriere sich auf Aktien von Unternehmen mit Sitz oder wesentlicher Geschäftstätigkeit in Ländern wie China, Korea, Taiwan, Indien, Thailand oder Indonesien. Fondsschwergewichte seien derzeit Tencent, Taiwan Semiconductor, Alibaba, die HDFC Bank und Reliance Industries. Auf Dreijahressicht habe er eine Rendite von 5,9 Prozent im Jahr erzielt.

Publikumsliebling bleibe unterdessen der Mischfonds Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities, wie Duisberg melde. "Der wird einfach immer gekauft."

Kräftig erholt nach dem Kursrücksetzer im März hätten sich auch die Immobilienfonds. "Die Liquiditätslage ist wieder gut", erkläre Duisberg. Rege Umsätze melde er zum Beispiel für den Grundbesitz Europa, den UniImmo: Europa und den Fokus Wohnen Deutschland. Der auf Wohnimmobilien konzentrierte Fokus Wohnen Deutschland werde mittlerweile schon über dem Niveau vor der Krise gehandelt.

Im dem sich in Abwicklung befindenden SEB ImmoInvest habe es laut Duisberg zuletzt einen Nachfrageschub gegeben. Gut angelaufen sei das Geschäft mit zwei Neuzugängen im Handel: Dem global investierenden Leading Cities Invest von KanAm Grund (ISIN DE0006791825 / WKN 679182) und dem ebenfalls weltweit engagierten Degi International von Aberdeen Asset Management (ISIN DE0008007998 / WKN 800799). (Ausgabe vom 04.06.2020) (05.06.2020/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
29,502 € 29,70 € -0,198 € -0,67% 23.10./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0260870158 A0KEDE 31,40 € 16,82 €
Werte im Artikel
1,87 plus
+3,14%
73,29 plus
+0,87%
107,72 plus
+0,84%
212,44 plus
+0,73%
10,00 plus
+0,72%
9,16 plus
+0,43%
51,81 plus
+0,40%
77,05 plus
+0,39%
400,78 plus
+0,36%
277,50 plus
+0,18%
184,53 plus
+0,15%
1,48 plus
+0,07%
36,61 plus
+0,04%
56,00 plus
0,00%
104,27 plus
0,00%
55,65 plus
0,00%
12,32 minus
-0,08%
128,87 minus
-0,10%
63,13 minus
-0,13%
29,50 minus
-0,67%
148,33 minus
-0,88%
49,21 minus
-0,96%
36,41 minus
-1,02%
1.700 minus
-1,60%
38,65 minus
-1,63%
38,38 minus
-1,71%