Fondshandel: Lockdowns wieder Turbo für Tech-Branche


18.12.20 12:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Schon oft wurde das Ende der Tech-Rally prognostiziert, doch sie geht immer weiter, so die Deutsche Börse AG.

Der NASDAQ 100 sei am vorgestrigen Mittwoch sogar auf ein neues Allzeithoch geklettert. Fondsanleger würden offenbar mit weiteren Gewinnen rechnen - nicht zuletzt wegen der Corona-Krise und den erneuten Lockdowns in vielen Ländern, die der Digitalisierung nochmals einen Schub geben könnten.

Technologiefonds, zumindest einige, seien daher extrem beliebt, wie Jan Duisberg von der ICF Bank berichte. "Den BlackRock Global World Technology und den Fidelity Global Technology kaufen Anleger wie verrückt." Die Anteile des BlackRock-Fonds seien seit Jahresanfang um 65 Prozent gestiegen, die des Fidelity-Fonds immerhin noch um 31 Prozent. Auch die Umsätze mit Biotech-Fonds seien hoch geblieben. "Die entwickeln sich aber ganz unterschiedlich."

Was breiter streuende Aktienfonds angehe, berichte Anja Deisenroth-Boström Baader Bank, von viel Interesse an Asien. "Die Umsätze von Fonds mit asiatischen Aktien sind sehr hoch, die Käufe überwiegen deutlich." Die Corona-Krise sei in Hongkong und China kein Thema mehr, die Wirtschaft dort brumme wieder. "Die Wirtschaftsdaten sind sogar so beeindruckend, dass sich die chinesischen Aktienmärkte demnächst zu neuen Höhen aufschwingen könnten." Fondsanleger sähen das offenbar genauso.

Hohe Zuflüsse melde die Händlerin für den auf US-Dollar lautenden UBS EF China Opportunity und den JPMorgan China ebenso wie für den JPM Pacific Equity in Euro (ISIN LU0217390573 / WKN A0F6XG). Diese würden mit Wertzuwächsen von 14,7 Prozent, 47 Prozent und 16,3 Prozent in diesem Jahr punkten. Lediglich der DWS Top Asien sei aus den Depots geflogen.

Viele Monate hätten asiatische Aktien US-amerikanische und vor allem europäische abgehängt, jetzt würden DAX, Dow Jones und Co. allerdings aufholen: Eine Woche vor Heiligabend nähere sich der deutsche Leitindex seinem Allzeithoch und liege am Donnerstagmorgen bei 13.680 Punkten. An der Wall Street habe der Dow Jones am Dienstag ein weiteres Rekordhoch nur knapp verpasst.

In den vergangenen vier Wochen seien Fonds mit internationalen Aktien aber meist noch abgegeben worden - bei ebenfalls guten Umsätzen. "Das liegt an der Belastung durch den schwachen US-Dollar", bemerke die Händlerin. Die US-Währung sei gegenüber dem Euro derzeit so niedrig bewertet wie seit April 2018 nicht mehr. Abflüsse registriere Deisenroth-Boström für den Templeton Growth, den DWS Top Dividende und den AGIF Allianz Global Equity Insights. Zuflüsse melde sie für den Comgest Growth World, den AGIF Allianz Thematica und den Morgan Stanley INVF Global Opportunity. "Der Morgan Stanley-Fonds wird seit Monaten kontinuierlich gesucht."

Im Geschäft mit deutschen und europäischen Aktien hätten der Concentra von Allianz Global Investors (ISIN DE0008475005 / WKN 847500) und der DekaFonds auf den Verkaufslisten der Baader Bank-Kunden gestanden. Beide würden in deutsche Large Caps investieren. Gekauft worden seien hingegen der Unifonds und der DWS Concept Platow.

Dass viele Fonds, die auf nachhaltige Unternehmen setzen würden, renditemäßig anderen in nichts nachstünden, hätten Anleger längst registriert. Sehr gut an komme zum Beispiel der Nordea-1 Climate and Environment Equity (ISIN LU0348926287 / WKN A0NEG2), wie Duisberg erkläre. Der investiere in Aktien von Unternehmen, denen Entwicklungen in Verbindung mit Umweltproblemen wie dem Klimawandel direkt oder indirekt zugutekommen dürften. Top-Positionen seien zuletzt Linde, Infineon, Synopsys, Vestas Wind und ASML gewesen. Seit Jahresanfang hätten die Fondsanteile um 17,7 Prozent zugelegt. Weiter stark gesucht seien außerdem zwei Fonds von Ökoworld: der Ökoworld Klima und der ÖkoWorld Rock'n Roll.

Die Aktie der Ökoworld AG (ISIN DE0005408686 / WKN 540868) sei im Scale-Segment der Deutschen Börse gelistet und gehöre dort in diesem Jahr zu den Top-Performern. Das bereits seit 1999 börsennotierte Unternehmen (vormals versiko AG) gelte als eines der führenden im Bereich ethisch-ökologischer Kapitalanlagen. Insgesamt fünf Fonds würden über die Kapitalanlagegesellschaft Ökoworld Lux S.A. angeboten.

Auf mehr Interesse als zuvor würden laut Duisberg derzeit Mischfonds stoßen. "Da will wohl so mancher zum Jahresende Risiko herausnehmen." Fondsanleger hätten zum Beispiel auf den Flossbach von Storch Multiple Opportunities II gesetzt.

Die höchsten Umsätze verzeichne die ICF Bank allerdings - wie üblich - mit Immobilienfonds. Sehr viel um sei zuletzt in den Fonds gegangen, die im Dezember ausschütten würden: Im CS Euroreal in Schweizer Franken (ISIN DE0009751404 / WKN 975140) und in Euro (ISIN DE0009805002 / WKN 980500) sowie im Grundbesitz Europa. Gute Umsätze melde Duisberg auch für den SEB Immoinvest. Von der Liquidität weiter sehr gut entwickelt habe sich der Fokus Wohnen Deutschland. "Die Spreads sind mittlerweile eng." Noch zaghaft, aber ebenfalls wachsend seien die Umsätze im Deka-ImmobilienNordamerika. Überwiegend Verkaufsorder gebe es hingegen derzeit beim sonst so beliebten Hausinvest. (Ausgabe vom 17.12.2020) (18.12.2020/fc/a/f)






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