Fondshandel: Gewinnmitnahmen und defensive Positionierungen


31.08.20 13:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Angesichts der nun schon seit Wochen währenden Seitwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt herrscht derzeit Zurückhaltung, so die Deutsche Börse AG im Kommentar zum Fondshandel.

"Fondsanleger sind unentschlossen", berichte Jan Duisberg von der ICF Bank. "Sie wissen nicht, ob es das jetzt war und sie Gewinne mitnehmen oder doch noch einsteigen sollen." Daher seien derzeit auch die sonst eher ignorierten Rentenfonds und konservativere Mischfonds gefragt. Die in den Vormonaten so beliebten Technologiefonds seien hingegen kein großes Thema mehr. Goldminenfonds würden nach hohen Zuflüssen jetzt sogar verkauft, wie Matthias Präger von der Baader Bank berichte.

Insgesamt sei es ruhiger geworden. "Die Umsätze sind niedriger als vor ein paar Monaten, aber immer noch höher als in den Sommermonaten üblich", meine Präger.

Großes Thema bleibe Gold. Der Preis für die Feinunze sei Anfang des Monats auf 2.062 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit 2011 geklettert. Danach sei es aber wieder deutlich nach unten auf aktuell 1.920 US-Dollar gegangen. Anleger würden sich je nach Marktsituation positionieren. "Im Anstieg kauften sie Goldproduzentenfonds, im Preisrückgang verkaufen sie", erkläre Präger. Derzeit abgegeben würden etwa der DJE Gold & Ressourcen und der Earth Gold Fund.

Gut ankomme der Structured Solutions Next Generation Resources, wie Präger berichte. Der Fonds setze auf Rohstoffunternehmen mit Fokus auf "Next Generation"-Produkte, also etwa Lithium, Kobalt oder Grafit. Ebenso investiere er aber auch in Produzenten traditioneller Rohstoffe wie Kupfer, Silber oder Gold. Der Fonds habe sich seit 2018 nicht gut entwickelt, seit März dieses Jahres aber deutlich zulegen können und komme seit Jahresanfang auf ein Plus von 55 Prozent.

Ruhiger geworden sei es um die Technologiefonds. Höhere Umsätze melde Duisberg noch für den BGF World Technology und den Biotech-Fonds Erste Stock Biotech. Der BGF-Fonds habe nach einem rasanten Anstieg zwischen März und Juli zuletzt etwas geschwächelt, schwinge sich jetzt aber zu neuen Höhen auf. In den vergangenen fünf Jahren habe sich der Kurs mehr als verdreifacht.

Aktienfonds mit deutschen, europäischen oder internationalen Aktien stünden überwiegend auf den Abgabelisten, wie Präger feststelle. Anleger würden sich zum Beispiel vom Fondak und DWS Investa sowie den beiden internationalen Aktienfonds DWS Top Dividende und boerse.de-Aktienfonds (ISIN LU1480526547 / WKN A2AQJY) trennen. Der Letztere investiere in Titel, die sich im boerse.de-Aktienbrief als Champions qualifiziert hätten. Seit Anfang des Jahres liege der Fonds noch im Minus. Zuflüsse melde Präger für den Paladin One und den Morgan Stanley INVF Global Opportunity.

Asiatische Aktien würden laut Präger mal gekauft, mal verkauft. "Da fehlt die klare Tendenz." Beliebt sei etwa der UBS (Lux) EF China Opportunity, während der DWS Top Asien verkauft werde. Der UBS-Fonds, zu dessen Schwergewichte Chinas Tech-Riesen Alibaba und Tencent gehören würden, habe seit Jahresanfang um 15 Prozent zugelegt. Der breiter aufgestellte DWS-Fonds habe hingegen leicht verloren.

Gute Umsätze melde Duisberg außerdem für Rentenfonds wie den Templeton Global Total Return und den Templeton Global Bond sowie den konservativen Allianz Flexi Rentenfonds. Stark gesucht sei außerdem der Mischfonds Acatis Datini Valueflex.

Viel um gehe - wie immer - in Immobilienfonds. Als Beispiele nenne der ICF-Händler den Wertgrund WohnSelect, dessen Liquidität deutlich gestiegen sei, den Deka-ImmobilienEuropa, den WestInvest InterSelect, den HausInvest und den Fokus Wohnen Deutschland. (Ausgabe vom 26.08.2020) (31.08.2020/fc/a/f)






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