Fondshandel: Gemischte Portfolios überzeugen


04.03.15 16:47
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das Plus von gut 4 Prozent des DAX der vergangenen vier Wochen hat Spezialisten zufolge die Fonds-Umsätze hoch getrieben, so die Deutsche Börse AG.

"Anleger sind nach wie vor sehr aktiv, gegenüber dem außergewöhnlich guten Januar hat der Betrieb aber etwas nachgelassen", berichte Matthias Präger von der Baader Bank.

"Über alle Anlageklassen hinweg hatten wir gut zu tun", melde auch Frank Wöllnitz. "Immerhin deutet beim DAX über kurz oder lang vieles auf eine Bewegung hin zu 12.000 Punkten", begründe der Händler der ICF Bank das hohe Anleger-Engagement. Zwar gäben die Aktienmärkte an einzelnen Tagen immer mal wieder nach. "Meist folgt darauf derzeit aber ein doppelt so starker Anstieg."

Den aktuellen DAX-Stimmungsumschwung würden viele Analysten im Licht der zuvor verbuchten zehn Schlusskursrekorde in Folge sehen. "Dies zeigt, dass der Markt etwas heiß gelaufen ist und eine Abkühlung überfällig war", bemerke die Helaba.

Publikumsfonds mit europäischen Werten stünden derzeit bei den Kunden der Baader Bank auf den Verkaufslisten. Präger vermute dahinter das Mitnehmen der zum Teil ansehnlichen Erträge. Etwa die auf hiesige Standardaktien setzenden DWS Deutschland und Fondak würden in der Summe verkauft, ebenso der auf Aktien aus dem europäischen Raum ausgerichtete Fidelity Funds European Growth.

Gegen den Strom schwimme der DWS Aktien Strategie Deutschland. "Der Fonds landet verstärkt in den Anlegerdepots," wisse Präger.

Unternehmen aus der Biotechnologiebranche würden bei der ICF Bank zu den meist gehandelten Werten gehören. "Die Branche wächst weiterhin überdurchschnittlich", bemerke Wöllnitz. Nahezu ausschließlich gekauft würde etwa der DWS Biotech, und auch der Candriam Biotechnology lande zumeist in den Anlegerdepots.

"Der Biotechnologiesektor war in den vergangenen Jahren gefragt wie nie", analysiere Rudi Van den Eynde von der Candriam Investors Group. Allein seit drei Jahren habe sich der Wert des NASDAQ Biotechnology Index, der NBI, verdreifacht. Dabei könne man mit Biotechnologie-Unternehmen schon länger überdurchschnittlich verdienen. "Seit seiner Einführung Ende 1993 ist der NBI drei Mal so stark gestiegen wie der S&P 500, der den US-Aktienmarkt insgesamt abbildet", berechne Van den Eynde.

Anleger müssten sich mit ihren Engagements in der Branche allerdings auf eine hohe Volatilität einlassen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen läge die Schwankungsintensität in den vergangenen 20 Jahren bei etwa 25 Prozent. "Investitionen in Biotechnologie erfordern demnach eine hohe Risikotoleranz und einen etwas längeren Anlagehorizont."

Die defensivere Ausrichtung von gemischten Portfolios würden laut Wöllnitz auch in Zeiten stark steigender Aktienmärkte beliebt bleiben. Fonds wie der Kapital Plus mit einer stabilen Mischung aus rund 70 Prozent Staatsanleihen und 30 Prozent europäischen Aktien seien verstärkt in den Anlegerdepots gelandet. "Der Wert passt scheinbar in die Anlagestrategie vieler privater Investoren." Fast nur Zuflüsse verbuche ICF auch für den Dauerbrenner Flossbach von Storch Multiple Opportunities.

Unter die Rubrik Gewinnmitnahmen stufe Wöllnitz die überwiegenden Verkäufe des ebenfalls rege gehandelten Ethna Aktiv (ISIN LU0136412771 / WKN 764930) ein. Immerhin erreiche der Fonds auf Jahressicht eine Performance von knapp 9 Prozent.

Beide Seiten gespielt würden laut Präger bei Portfolios mit asiatischen Unternehmen. Zu den meist gehandelten Produkten auf der Verkaufsseite hätten beispielsweise der in US-Dollar notierte Fidelity Funds China Focus Fund sowie der DWS Top Asien gehört. Hingegen stünden die in Euro geführten First State Greater China Growth Fund und Threadneedle China Opportunities Fund auf den Einkaufslisten.

Uneinheitlich gehe es laut Präger auch für international ausgerichtete Publikumsfonds zu. Bei ansehnlichen Umsätzen fänden der Robeco Global Premium Equities, der DWS Top Dividende und der INVESCO Global Structured Equity Fund überwiegend Abnehmer. Hingegen würden der Lingohr Systematic LBB Invest (ISIN DE0009774794 / WKN 977479) und Max Otte Vermögensbildungsfonds per saldo abgestoßen.

Bewegungen in beide Richtungen mache Wöllnitz hinsichtlich Fonds mit russischen Aktien aus. Rege hin und her gehe es beispielsweise beim DWS Russia. Der russische Markt habe sich mittlerweile etwas normalisiert und nehme damit insbesondere spekulativen Anlegern den Handlungsspielraum. "Die ganz großen Währungsschwankungen gibt es derzeit nicht, und auch der Ölpreis hat sich wieder stabilisiert", begründe der Händler.

Zwar bewege sich laut Wöllnitz in der Anlageklasse Rentenfonds insgesamt wenig. Einzelne Publikumsfonds wie der auf europäische Staatsanleihen setzende DWS Eurorenta hätten aber einen vorderen Platz in der Umsatzstatistik belegt und würden verstärkt nachgefragt.

Präger berichte von überdurchschnittlich hohen Umsätzen in Geldmarktfonds, die obere Plätze auf den Umsatzlisten einnehmen würden, begründe dies mit der Entkopplung des Schweizer Franken vom Euro.

Gleichermaßen Käufe und Verkäufe registriere der Händler beispielsweise für die US-Dollar Fonds DWS Reserve (ISIN LU0041580167 / WKN 972167) und DekaLux Geldmarkt (ISIN LU0065060971 / WKN 974557). Ebenso ausgeglichen wäre der Handel mit Anteilen des Nordea Norwegian Krone Reserve (ISIN LU0078812822 / WKN 987173) und des Vontobel Swiss Money. "In der Regel spielt diese Anlageform eine eher untergeordnete Rolle bei unseren Kunden." (04.03.2015/fc/a/f)





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