Fondshandel: In der Defensive


10.03.16 11:58
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Über 9 Prozent hat der DAX bei teils heftigen Schwankungen auf Monatssicht zugelegt und tritt seit einigen Tagen mehr oder weniger auf der Stelle. Diese Entwicklung spiegelt sich im Fondshandel wider, so die Deutsche Börse AG.

"In der Aufwärtsphase der Aktienmärkte hatten wir hohe Umsätze", melde Frank Wöllnitz von der ICF Bank. Mittlerweile stünden etliche Anleger auch mit Blick auf die anstehende Draghi-Rede am Donnerstag vermehrt an der Seitenlinie. "Jetzt stellt sich die Frage, wie es von hier aus weitergeht."

Andreas Kehnen berichte von einem gemischten Bild am Markt der Publikumsfonds. Gute bis sehr gute Geschäfte verbuche der Händler der Baader Bank beispielsweise im Handel mit international engagierten Portfolios. "Einzelne Fonds mit Dividendenwerten wurden sehr stark nachgefragt." Etwa hätten der DWS Top Dividende und der UniFavorit (ISIN DE0008477076 / WKN 847707) zu den meist gehandelten Produkten auf der Kaufseite gezählt. Ersterer ziele auf hoch kapitalisierte Aktien mit überdurchschnittlichen Dividendenrenditen, die seit Auflegung mit durchschnittlich 4 bis 4,5 Prozent ausgewiesen würden. "Im derzeitigen Zinsumfeld ist es ausgesprochen schwierig, eine anständige Rendite zu erwirtschaften", begründe Kehnen den Zuspruch.

In Summe verkauft würde im übrigen mit dem Carmignac Investissement ein Fonds, der in der Vergangenheit häufig gepunktet habe. Mit einer Verlust von 17,31 Prozent in den abgelaufenen zwölf Monaten hätte Fondsmanager Edouard Carmignac seine Kunden nun wohl eher enttäuscht.

Publikumsfonds mit europäischen und deutschen Werten seien bei der Baader Bank auf beiden Seiten gehandelt worden. Bei niedrigen Kursen hätten Anleger selektiv auf den MainFirst Germany vertraut, der sowohl in hiesige Standardwerte als auch Nebenwerte investiere. Ebenso gehöre der DWS Aktienstrategie Deutschland zu den meist gehandelten Produkten auf der Kaufseite. Hiesige Bluechips im DekaFonds stünden indes zur Disposition, zudem hätten sich Investoren per Saldo vom BlackRock European Opportunity (WKN A0MY2N) getrennt. "Die Unsicherheit ist angesichts der vielen politischen Probleme wieder größer geworden", denke Kehnen.

Wöllnitz melde Zuflüsse für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der in deutsche Mittelstandsaktien investiere. Auf Deutsche Mittelstandsanleihen hätten Käufer des gleichnamigen Fonds gesetzt.

In Anbetracht der Unsicherheit an den Märkten würden Mischfonds gerne gekauft, wie Wöllnitz anmerke. Auf den Spitzenplätzen in der ICF-Bestenliste der vergangenen vier Wochen lägen der Multiple Opportunities und Multi Assets, beide von Floßbach von Storch. Ebenso stünden der Nordea Stable Return und H&A Lux Riatio (WKN A0JSWP) hoch im Kurs. "In diesem Segment hatten wir nahezu ausschließlich Käufe."

Im Bereich Immobilienfonds sei Wöllnitz zufolge nach wie vor einiges los. Zu den auf beiden Seiten rege gehandelten Produkten zähle der CS Euroreal und der Grundbesitz Europa. "Insgesamt verzeichnen wir einen permanenten Orderfluss in dieser Anlageklasse."

Das Interesse an Goldminen-Aktien sei nach Angaben von Kehnen sehr hoch. "Nachdem der Sektor aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist, sind die Umsätze gestiegen." Rege Zu- und Abflüsse registriere die Baader Bank für den Earth Gold Fund und den in US-Dollar geführten BGF World Mining Fund. Überwiegend Zuspruch erhalte der BGF World Gold Fund (ISIN LU0055631609 / WKN 974119) Im vergangenen Monat habe der Goldpreis von 1.189 auf 1.251 US-Dollar pro Feinunze abermals zugelegt. Anfang des Jahres habe eine Feinunze Gold noch 1.074 US-Dollar gekostet.

Der Zuspruch für den gewohnt schwankungsintensiven Biotechnologie-Sektor habe nach Angaben von Wöllnitz merklich nachgelassen. Stattdessen gebe es nennenswerte Zu- und Abflüsse beim HSBC Brazil Equity. Die brasilianische Börse habe in den vergangenen Tagen einen erstaunlichen Höhenflug erlebt. Der MSCI Brazil habe seit Anfang des Monats von 1.044 auf zwischenzeitlich 1.233 Punkte hinzugewonnen. Derzeit stehe der Kurs des marktbreiten Indexes mit 1.215 wieder etwas darunter. Investoren würden laut Analysten hoffen, dass das schwebende Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Rousseff neuen Schwung bekomme. An der Börse setze man darauf, dass ein Nachfolger Brasiliens Wirtschaft aus dem Tief herausführe.

Das Interesse an Fonds mit asiatischen Unternehmen beschreibe Kehnen als gering. Zwar hätten Fondsanleger unterm Strich zum in US-Dollar notierten GAM Star China Equity und Stewart Investors Asia Pacific Leaders gegriffen und sich in Summe vom First State Greater China Growth und JPMorgan Funds China getrennt. "Die Luft ist aus diesem Segment erst einmal raus", urteile der Händler. (Ausgabe vom 09.03.2016) (10.03.2016/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
132,19 € 132,43 € -0,24 € -0,18% 28.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009848119 984811 133,00 € 109,05 €
Werte im Artikel
65,74 plus
+1,15%
36,81 plus
+0,60%
22,77 plus
+0,34%
430,17 plus
+0,22%
1.243 plus
+0,20%
162,94 plus
+0,01%
7,08 plus
0,00%
40,50 plus
0,00%
30,95 minus
-0,10%
112,85 minus
-0,12%
132,19 minus
-0,18%
266,71 minus
-0,21%
124,56 minus
-0,22%
44,88 minus
-0,24%
211,92 minus
-0,35%
27,12 minus
-0,61%
155,21 minus
-0,73%