Fondshandel: Biotech im Ausverkauf


08.04.14 16:22
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die gute Stimmung an den Börsen hat Kratzer bekommen, so die Deutsche Börse AG.

Für den S&P 500 und den Dow Jones sei es bereits am Freitag losgegangen, die Indices, die kurz zuvor noch auf Allzeithochs geklettert seien, hätten heftige Verluste verzeichnet. Der DAX sei am gestrigen Montag gefolgt, am Dienstagnachmittag notiere das deutsche Börsenbarometer bei 9.444 Zählern und damit, wie die US-Indices, wieder unter dem Jahresschlusskurs 2013. "Panik ist aber nicht ausgebrochen", kommentiere Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Sie sehe die Kursverluste als "technische Reaktion auf hohem Niveau".

Durchaus von einer Verkaufswelle würden Analysten und Händler allerdings für Biotech sprechen. Der US-Branchenindex NASDAQ Biotechnology, lange Zeit ein Überflieger, habe scharf korrigiert. "Wir haben extrem hohe Umsätze in Biotechnologiefonds", berichte Jan Duisberg von ICF Kursmakler. Anleger hätten sich etwa vom DWS Biotech und vom SEB Concept BioTech (ISIN LU0118405827 / WKN 542164) getrennt.

Der DWS Biotech habe seine Gewinne aus den ersten Wochen dieses Jahres komplett abgegeben. Auf Sicht von zwölf Monaten würden Anleger aber immer noch auf Gewinnen von gut 25 Prozent sitzen, auf Sicht von drei Jahren habe sich der Fondswert mehr als verdoppelt.

Fundamental erschüttert sehe Noushin Irani, Managerin des DWS Biotech, den Sektor ohnehin nicht. Die Quartalszahlen der Konzerne seien im Wesentlichen positiv ausgefallen, bemerke Irani in "Euro am Sonntag". Sie sehe keine Überbewertung bei den Biotechstandardwerten, die jüngsten Verluste böten vielmehr Gelegenheit für den Einstieg. Viele Analysten hätten aber bereits vor der Korrektur vor einer Überhitzung des Sektors gewarnt.

Vergleichsweise hohe Umsätze gebe es auch in Immobilienfonds. "Besonders im CS Euroreal war richtig viel los", melde Duisberg. Anleger hätten den Fonds offenbar für unterbewertet gehalten und sich positioniert. Im August vergangenen Jahres habe ein Fondsanteil noch 23 Euro gekostet, jetzt seien es über 29 Euro - ein Plus von 26 Prozent. Der CS Euroreal gehöre zu den offenen Immobilienfonds, die vor einigen Jahren geschlossen worden seien und sich seitdem in Abwicklung befänden. Ebenfalls zugegriffen werde Duisberg zufolge in weiterhin offenen WestInvest InterSelect.

Abgesehen davon präsentiere sich der Fondshandel - trotz der Verluste - ruhig. "Besonders viel los ist bei uns nicht", melde Duisberg. Die höchsten Umsätze würden laut Deisenroth-Boström Fonds mit deutschen und europäischen Aktien verzeichnen, mit tendenziell mehr Abgaben.

Auf den Verkaufslisten stünden etwa der cominvest Fondak, der DWS Deutschland und der FPM Fonds Stockpick Germany All Cap. Dagegen hätten sich Anleger im Allianz Europe Equity Growth positioniert. "Das beobachten wir schon seit einigen Wochen." Im internationalen Bereich sei der M&G Global Dividend gesucht, der M&G Global Basics werde abgestoßen, im DWS Top Dividende würden beide Seiten gespielt.

Daneben werde der Spezialistin zufolge auf den Mischfonds ARERO - Der Weltfonds gesetzt. Der investiere in Aktien, Renten und Rohstoffe, daher der Name ARERO. "Der Weltfonds tut sich im laufenden Jahr schwer, doch bleibt die Attraktivität des Anlagekonzepts bestehen", kommentiere Morningstar Research. Seit Jahresanfang liege die Rendite bei 3,11 Prozent, in den vergangenen drei Jahren seien es 3,85 Prozent, in den vergangenen fünf Jahren 9,9 Prozent im Jahr gewesen. Zum Vergleich: Der sehr beliebte Flossbach von Storch Multiple Opportunities komme seit Jahresanfang zwar nur auf 1,8 Prozent, auf Drei- und Fünfjahressicht aber auf jeweils 11,2 Prozent und 16,3 Prozent.

Wenig um gehe im Handel mit Asienfonds: Deisenroth melde Abflüsse aus dem Schwellenländerfonds Aberdeen Global Emerging Markets Equity, dem Baring Hong Kong China und dem Franklin Japan.

Auch Edelmetallfonds hätten derzeit auf wenig Interesse gestoßen. Die Händlerin berichte von Zuflüssen im Falcon Gold Equity, dagegen hätten sich im BlackRock Global World Mining Käufe und Verkäufe die Waage gehalten. "Das ist aber alles auf sehr niedrigem Niveau." Nach dem Preisrutsch seit Mitte März steige der Goldpreis in diesem Monat wieder, aktuell koste die Feinunze 1.312 US-Dollar, Ende März seien es 1.284 US-Dollar gewesen. Damit gehöre Gold, nach dem Horrorjahr 2013, in diesem Jahr bislang zu den Gewinnern: Ende Dezember 2013 habe die Feinunze nämlich bei nur 1.205 US-Dollar notiert. (08.04.2014/fc/a/f)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
240,44 € 239,02 € 1,42 € +0,59% 28.01./00:00
 
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DE0009769976 976997 240,44 € 185,94 €
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