Fondshandel: Bereit für alle Eventualitäten


30.07.14 15:41
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die durchaus deutlichen Kursverluste in den vergangenen Wochen haben Fondsanleger nicht verschreckt, so die Deutsche Börse AG.

"Bei uns dominieren im Juli die Käufe", berichte Matthias Präger von der Baader Bank. Ivo Orlemann von ICF Kursmakler melde zwar einen Abgabeüberhang, "es sind aber keine massiven Verkäufe."

Der DAX, der Anfang des Monats abermals über 10.000 Punkte geklettert sei, habe in den vergangenen Wochen rund 400 Punkte verloren, am Mittwochmittag notiere das Börsenbarometer bei 9.660 Punkten. Die Ukraine-Krise sowie die Kämpfe in Gaza würden für Nervosität sorgen, auch die geplanten weiteren Sanktionen gegen Russland würden belasten. "Dazu kamen enttäuschende Konjunkturdaten, der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli zum dritten Mal gefallen", erkläre Präger.

So werde bei einigen Aktienfonds Kasse gemacht, andere würden die niedrigen Kurse für einen Einstieg nutzen. Zugegriffen werde Präger zufolge etwa beim europäischen Nebenwertefonds Threadneedle Pan European Smaller Companies, beim DWS Aktien Strategie Deutschland, beim DWS Top Dividende und beim international investierenden LOYS Sicav LOYS Global, der von Christoph Bruns gemanagt werde.

Der Fonds suche weltweit nach unterbewerteten Aktien und sei mit dieser Strategie in den vergangenen drei Jahren auf ein jährliches Plus von knapp 12 Prozent gekommen, seit Anfang 2014 seien es 7,35 Prozent. Dagegen würden sich Anleger vom DWS Deutschland, vom FF - European Growth und vom Carmignac Investissement (ISIN nicht bekannt/ WKN A0DPWW) trennen, wie Präger weiter berichte.

Auch Biotech-Fonds würden weiterhin viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Rege gehandelt, und zwar in beide Richtungen, werde bei ICF Kursmakler der DWS Biotech. Der habe sich nach einem deutlichen Rücksetzer im März und April wieder erholt, im Juli aber wieder nachgegeben. Seit Jahresanfang komme der Fonds immer noch auf ein Plus von 13,7 Prozent.

Asiatische Asien seien eher unbeliebt, laut Baader Bank würden der auf US-Dollar lautende Baring Hong Kong China und dessen Euro-Variante aus den Portfolios fliegen.

Zuspruch würden weiterhin Mischfonds finden. Kauffreudig würden sich Anleger Orlemann zufolge etwa beim Kapital Plus, beim M&G Optimal Income, beim Flossbach von Storch Multiple Opportunities und beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zeigen. Der Carmignac Patrimoine werde eher abgestoßen. Bei der Baader Bank stehe außerdem der ARERO - Der Weltfonds auf den Einkaufslisten.

Größere Kauforder gebe es noch beim Leonardo UI von Universal-Investment, der auf Aktien, Anleihen, Cash und Rohstoffe setze und einen Mehrertrag gegenüber den großen Renten- und Aktienmarktindices anstrebe. Für die vergangenen drei Jahre komme der Fonds auf 14,51 Prozent im Jahr, seit Anfang 2014 auf 10,45 Prozent. Wie das Analysehaus Morningstar melde, hätten Mischfonds im Juni übrigens Zuflüsse in Höhe von 12,5 Milliarden Euro verbucht - so viel wie noch nie in einem Monat.

Auch ein reiner Anleihefonds schaffe es auf die Umsatzlisten von ICF Kursmakler: Der Mittelstandsanleihen-Fonds von Warburg (ISIN LU0974225590 / WKN A1W5T2). "Wir sehen viele Käufe, und zwar eher große Order", meine Orlemann. Der Fonds, der erst im November aufgelegt worden sei und sich eher für risikofreudige Anleger eigne, komme auf Sicht von sechs Monaten auf ein Plus von 3,13 Prozent.

Wieder mehr Aufmerksamkeit würden Minenfonds auf sich ziehen. Der Grund: Die diversen Krisenherde hätten den vermeintlich sicheren Hafen Gold wieder beliebter gemacht, der Preis für eine Feinunze sei zwischenzeitlich über 1.345 US-Dollar geklettert.

Auch Minenaktien hätten profitiert. Zuflüsse würden Präger zufolge der BGF World Gold und der BlackRock Global World Mining verzeichnen. Der kleine Höhenflug des Goldpreises habe allerdings bereits ein Ende gefunden: Am heutigen Mittwoch koste die Feinunze wieder weniger als 1.300 US-Dollar.

Umsatzstark würden sich außerdem - wie üblich - Immobilienfonds präsentieren. Am meisten gehandelt werde laut ICF Kursmakler der CS Euroreal, der sich in Abwicklung befinde. "Wir beobachten immer wieder kleinere Verkäufe und größere Käufe, unter dem Strich halten sich Zu- und Abflüsse die Waage", konkretisiere Orlemann.

Zuflüsse gebe es außerdem im HausInvest, Abflüsse im Grundbesitz Europa. "Außerdem gingen zwei österreichische Immobilienfonds zuletzt gut weg", ergänze der Händler: Der SemperReal Estate (ISIN AT0000622980 / WKN A0MNUT; ISIN AT0000615158 / WKN A0MTNL) von Semper Constantia Invest. (30.07.2014/fc/a/f)





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