Fonds-Handel: Beliebte Tech- und Nachhaltigkeitsfonds


25.09.20 10:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zwei Fondskategorien weisen weiter auffällig hohe Umsätze im Fondshandel an der Börse Frankfurt auf: Technologie- und Nachhaltigkeitsfonds, so die Deutsche Börse AG.

Technologiefonds würden mal verkauft, mal gekauft, Nachhaltigkeitsfonds fast nur gekauft. Was Tech-Fonds angehe, mache sich das Allzeithoch an der NASDAQ Anfang September und der darauffolgende kräftige Rücksetzer bemerkbar. "Untertägig sehen wir oft hohe Schwankungen bei Technologiefonds", erkläre Ivo Orlemann von der ICF Bank. Insgesamt hätten dem Händler zufolge noch die Käufe überwogen.

Das sei laut Morningstar auch im Gesamtmonat August in Europa der Fall gewesen: Aktienfonds insgesamt hätten Nettozuflüsse von 13,5 Milliarden Euro verbucht, was allerdings deutlich unter dem Juli-Niveau gelegen habe. In Sektorfonds für Technologieaktien hätten noch die Zuflüsse dominiert, sie seien gegenüber den Vormonaten aber deutlich zurückgegangen.

Beliebt seien laut Orlemann zum Beispiel der FF Global Technology von Fidelity, der BlackRock Global Funds World Technology in Euro und US-Dollar (ISIN LU0171310443 / WKN A0BMAN, ISIN LU0056508442 / WKN 974499), der Franklin Technology und der spezialisiertere DWS Artificial Intelligence. Der DWS- Fonds konzentriere sich auf Unternehmen, die von der Entwicklung der künstlichen Intelligenz profitieren würden. Toppositionen seien allerdings die bekannten großen Tech-Konzerne Taiwan Semiconductor, Amazon, Tencent, Alibaba und Microsoft.

Alle Tech-Fonds hätten sich gut entwickelt, die Unterschiede seien aber groß: So kämen die beiden Fonds von BlackRock seit Jahresanfang auf ein Plus von 41 Prozent, auf Dreijahressicht seien es 33 Prozent im Jahr gewesen. Beim Franklin-Fonds seien es 29 Prozent seit Jahresanfang (27 Prozent p.a. drei Jahre). Beim DWS-Fonds 18 Prozent (22 Prozent) und beim Fidelity-Fonds sogar "nur" 12 Prozent (22 Prozent).

Beliebt würden Nachhaltigkeitsfonds bleiben. "Da ist bei uns richtig viel los", stelle Orlemann fest. Gesucht seien zum Beispiel der ÖkoWorld ÖkoVision Classic und der Öko-Aktienfonds von IPConcept (ISIN LU0037079380 / WKN 971682). Ein "Evergreen" sei der Picted Water, der sich auf das Thema Wasser konzentriere und zum Beispiel in Trinkwasserhersteller und Wasseraufbereiter investiere. "Da ist immer viel zu tun."

Wie Morningstar-Absatzschätzungen für das zweite Quartal zeigen würden, hätten langfristige Fonds mit Nachhaltigkeitsmandat im zweiten Quartal Nettoneugelder in Höhe von 54,6 Milliarden Euro anziehen können gegenüber knapp 26 Milliarden Euro im Vorquartal. Besonders gut angekommen sei ESG-Aktienfonds. In den Monaten zwischen April und Juni hätten sie netto 31,3 Milliarden eingesammelt, bei konventionellen Aktienfonds seien es nur gut 20 Milliarden Euro gewesen. Auch ESG-Mischfonds seien sehr erfolgreich gewesen: Ihnen seien 7,3 Milliarden Euro zugeflossen, während konventionelle Mischfonds 8,8 Milliarden Euro eingesammelt hätten.

Was breitere Investments angehe, sei die gestiegene Nervosität auch im Fondhandel spürbar. "Das Marktumfeld wird zusehends ungemütlicher", stelle Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank fest und verweise auf die drohenden wirtschaftlichen Folgen einer neuen Corona-Infektionswelle und die erneuten Spannungen zwischen den USA und China. Sie melde daher durchschnittliche bis geringe Umsätze und allgemein eher Abgaben. "Einzelgattungen sind aber gesucht." Orlemann berichte hingegen von wieder anziehenden Umsätzen. "Das Sommerloch scheint vorbei zu sein."

Aktienfonds-Käufe registriere Deisenroth-Boström für den Morgan Stanley INVF Global Opportunity in US-Dollar und Euro (ISIN LU0552385295 / WKN A1H6XK, ISIN LU0552385618 / WKN A1H6XN), den DWS Concept Platow und den Paladin One. Auf den Abgabelisten stünden hingegen der UniFavorit Aktien (ISIN DE0008477076 / WKN 847707), der Allianz Nebenwerte Deutschland, der DWS Investa und der Fondak.

Im Handel mit asiatischen Aktien würden sich Käufe und Verkäufe derzeit die Waage halten, wie Deisenroth-Boström melde, bei unterdurchschnittlichen Umsätzen. "Die Anleger befinden sich entweder in abwartender Zurückhaltung wegen der zunehmenden politischen Unsicherheiten in aller Welt - oder in Schockstarre." Sie hätten noch auf den UBS China Opportunity und den JP Morgan China (ISIN LU0051755006 / WKN 973778) gesetzt, hätten sich aber vom Robeco Asia Pacific Equities und vom Schroder ISF Asian Equities (ISIN LU0188438112 / WKN A0B8MH) getrennt.

Der chinesische Aktienmarkt gehöre zu den Top-Performern in diesem Jahr, der MSCI China sei von Januar bis Ende August um fast 20 Prozent gestiegen, der Weltindex MSCI ACWI nur um 5 Prozent. China-Fonds wie der JPMorgan China Fund kämen seit Jahresanfang sogar auf ein Plus von 32 Prozent.

Im Handel mit Mischfonds seien, wie üblich, der Flossbach von Storch Multiple Opportunities und der Acatis Gané Value Event besonders gefragt.

Zudem gehe - wie immer - viel um in Immobilienfonds. Gute Umsätze in beide Richtungen melde Orlemann für den Deka-ImmobilienEuropa, den grundbesitz europa und den UniImmo Europa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551). "Ruhiger geworden ist es um den hausInvest." (Ausgabe vom 24.09.2020) (25.09.2020/fc/a/f)





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