Fonds: Belebter Handel


25.09.12 16:33
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Über anziehende Umsätze freuen sich die Spezialisten im Frankfurter Fondshandel, so die Deutsche Börse AG.

Wie Matthias Präger von der Baader Bank beobachte, würden auch die Ordergrößen steigen. Spezialist Ivo Orlemann, der für die ICF Kursmakler aktiv verwaltete Fonds auf dem Frankfurter Parkett betreue, habe die zurückliegende Woche nicht besonders spannend gefunden. Das bewegende Ereignis wäre der dreifache Verfallstermin gewesen, was aber nicht bis in den Fondshandel hinein reiche.

"In diesem Markt sind Anleger wenig spontan und reagieren kaum auf Nachrichten. Sie sehen erfahren vielleicht abends aus der Tagesschau etwas, dass sie zu einer Anlageentscheidung veranlasst, aber selten untertägig." In den Hochzeiten der offenen Immobilienfonds wäre das noch anders gewesen.

Etablierte Portfolios wie der DWS Deutschland (ISIN DE0008490962/ WKN 849096), der UniFonds (ISIN DE0008491002/ WKN 849100) und der Lingohr-Systematic-LBB-Invest (ISIN DE0009774794/ WKN 977479) würden überwiegend verkauft, berichte Präger. Auch internationale Fonds stünden auf den Abgabeliste, wie zum Beispiel der DWS Top Dividende (ISIN DE0009848119/ WKN 984811), der dadurch auf Platz drei der meistgehandelten Publikumsfonds der Woche lande.

Gegen den Trend gesucht werde der Jupiter Glb European Growth (ISIN LU0260085492/ WKN A0J317), wie Präger wisse. Der Fonds engagiere sich in europäische Nebenwerte mit vermutetem Wachstumspotential. Verkauft würde dagegen der M&G Global Basics (ISIN GB0030932676/ WKN 797735), der ebenfalls in solche Aktien investiere.

Wenig Begehr würden im Moment scheinbar Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt China erwecken, denn sowohl der Hongkong China Fonds von Baring (ISIN IE0004866889/ WKN 933583) und der UBS (Lux) Equity Fund - Greater China (ISIN LU0072913022/ WKN 986408) stünden auf den Verkaufslisten, bemerke Präger.

Ungebrochen sei die Nachfrage nach einigen Portfolios mit breit gestreutem Investmentansatz. Weit vorne an der Spitze mit einem Umsatz von knapp 1 Million Euro stehe der FvS Strategie Multiple Opportunities, ein Absoulte-Return-Fonds ohne Benchmark, der überwiegend Aktien halte, aber auch einige Aktienfonds, Wandelanleihen oder Zertifikate. Eine einzelne Position könne maximal 10 Prozent Gewicht im Fonds haben. Das Management sei nach eigenen Angaben "in erheblichem Maße" selbst investiert. Fondsmanager sei Bert Flossbach, Gründer und Vorstand der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch.

Ebenfalls gesucht sei ein Mischfonds namens Kapital Plus (ISIN DE0008476250/ WKN 847625), der überwiegend in Euro begebene Anleihen halte, aber auch etwa 30 Prozent Aktien. Emittentin des seit 18 Jahren bestehenden Fonds sei Allianz Global Investors, der Manager Stefan Kloss verwalte rund eine halbe Milliarde Euro. Auch der altbekannte Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103/ WKN A0DPW0) werde im Moment weiterhin gerne gekauft.

Recht regen Handel in beide Richtungen erlebe Orlemann in einem Portfolio, das flexibel Anleihen aller Art halte, dem M&G Optimal Income Funds (ISIN GB00B1VMCY93/ WKN A0MND8). Mit solchem Renten-Picking habe das Management in den vergangenen fünf Jahren 63 Prozent erwirtschaftet. Trotzt der soliden Performance vermute der Spezialist auch Trading-motivierte Käufe und Verkäufe in seinem Buch.

Äußerst ruhig sei es um die Immobilienfonds geworden - mit wenigen Ausnahmen. Umsätze in Höhe von knapp einer halben Million habe es in den vergangenen Tagen im CS Euroreal (ISIN DE0009805002/ WKN 980500) gegeben, der von der Emittentin Credit Suisse bis Ende April 2017 endgültig aufgelöst und ausgezahlt werde, weshalb nur Handel gegen Buch möglich sei, also bei Vorhandensein der passenden Gegenseite. Orlemann sehe auch einige institutionelle Orders.

Auffällig hoch seien auch die Umsätze in einem Biotechnologiefonds, der sowohl gekauft als auch verkauft werde wie der DWS Biotech Aktien-Typ 0. Der Fonds halte weltweit Biotechnologie-Unternehmen, schwerpunktmäßig aus den USA mit 90 Prozent Anteil. "Keine konservative Anlage", schätze Orlemann. Wegen seiner hohen Kursausschläge eigne sich der Fonds nur zur Depotbeimischung. Übrigens seien die DWS-Fonds der Kategorie Typ 0 die ersten börsengehandelten Fonds lange vor Auflegung des eigenen Segments in 2006 gewesen.

Von starker Nachfrage nach Anteilen an Portfolios mit Aktien aus der Goldindustrie, z.B. nach dem Nestor-Gold Fonds (ISIN LU0147784465/ WKN 570771) und dem Falcon-Gold (ISIN CH0002783535/ WKN 972376), wisse Präger. Er sehe allerdings keinen einheitlichen Trend, denn der Stabilitas Silber + Weißmetalle (ISIN LU0265803667/ WKN A0KFA1) würde dagegen verkauft. (25.09.2012/fc/a/f)






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