Fonds: Anleihe- vor Aktienfonds


20.06.19 13:42
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Aufgrund zahlreicher geopolitischer Unsicherheiten haben Anleger in den vergangenen vier Wochen vermehrt auf Rentenfonds gesetzt, so die Deutsche Börse AG.

"Die sind in diesem Jahr ja auch extrem gut gelaufen", bemerke Jan Duisberg von der ICF Bank. Für Aktienfonds melde Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank niedrige Umsätze und nur größere Einzelorders. "Die Markttechnik bedingt das Kauf- bzw. Verkaufsverhalten."

Die Stimmung an den Aktienmärkten sei derzeit gut, allerdings seien die Ausschläge in den vergangenen Wochen hoch gewesen: Ende Mai habe der DAX noch bei 11.727 gestanden, aktuell seien es wieder 12.335 Punkten. Am gestrigen Dienstag habe Mario Draghi die Kurse nach oben getrieben, indem er weitere geldpolitische Maßnahmen in Aussicht gestellt habe. "Das war eine richtige Überraschung", kommentiere Duisberg. Für die heutige Sitzung der US-Notenbank werde am Markt ohnehin von Signalen in Richtung Zinssenkung ausgegangen.

Gut ankämen im Bereich der Rentenfonds laut Duisberg etwa der Templeton Global Total Return und der Templeton Global Bond. Der Templeton Global Total Return habe sich die Maximierung der laufenden Erträge auf die Fahnen geschrieben, dafür setze er auf fest- oder variabel verzinsliche Staats- und Unternehmensanleihen weltweit sowie hypotheken- oder forderungsbesicherte Wertpapiere und Finanzterminkontrakte. Seit Jahresanfang liege die Wertentwicklung bei 5,25 Prozent, in den vergangenen fünf Jahren seien es durchschnittlich 5,8 Prozent gewesen.

Beliebt seien weiter Mischfonds, laut Deisenroth-Boström etwa der Arero Weltfonds. Sehr viele Käufe melde Duisberg für den Siemens Balanced und den DWS Concept Kaldemorgen. Der Fonds von Klaus Kaldemorgen investiere unter anderem in Aktien, Anleihen, Zertifikate und Asset-Backes-Securities und nutze auch Derivate. Die Wertentwicklung seit Jahresanfang liege bei 5,9 Prozent, auf Fünfjahressicht seien es im Durchschnitt aber nur 3,3 Prozent gewesen.

Deisenroth-Boström zufolge stünden Aktienfonds wie der Fondak, der Threadneedle European Select und der Baloise Fund Invest BFI Equity auf den Verkaufslisten, während der Baring German Growth Trust Fund (ISIN GB0008192063 / WKN 940132) gekauft werde. Bei den internationalen Aktien würden sich Anleger zum Beispiel vom Credit Suisse Global Security Equity, vom Siemens Global Growth und vom Carmignac Investissement trennen, zugegriffen werde hingegen beim Dirk Müller Premium Aktien.

Deutlich weniger los als in den Vormonaten sei bei Fonds mit asiatischen Aktien. "Wegen des Handelskriegs wird abgewartet", stelle Deisenroth-Boström fest. Gleichermaßen Zu- und Abflüsse melde sie für den DWS Top Asien und den Robeco Asia-Pacific Equities, vermehrt Käufe für den Templeton Asian Growth.

Nicht mehr ganz so nachgefragt seien Technologiefonds, wie Duisberg beobachtet habe, Ausnahme sei der Fidelity Funds Global Technology. Die Performance sei beachtlich: Seit Jahresanfang liege sie bei 22,2 Prozent, in den vergangenen fünf Jahren seien es im Durchschnitt 21,6 Prozent gewesen.

Weiter sehr hohe Umsätze würden Immobilienfonds verzeichnen. Duisberg melde ein hohes Handelsaufkommen für den Deka-ImmobilienGlobal, den WestInvest InterSelect und den UniImmo Europa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551). "Die Diskussion um die Einführung einer Mietpreisbremse in Berlin hatte hier keine Folgen." (Ausgabe vom 19.06.2019) (20.06.2019/fc/a/f)





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