Ethna-Fonds: Volatilität und Lärm an den Kapitalmärkten zu erwarten


21.02.19 11:30
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Unter dem Eindruck des vierten Quartals 2018 gingen Finanzexperten von schwankenden Kapitalmärkten im neuen Jahr aus, so die Experten von ETHENEA im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV, Ethna-AKTIV und Ethna-DYNAMISCH.

Der Januar und Februar seien aber verhältnismäßig ruhig geblieben: "Die ersten beiden Monate zeigten sich doch bislang eher von ihrer versöhnlichen Seite - zumindest was die Entwicklung an den Kapitalmärkten betrifft", sage Guido Barthels, Senior Portfolio Manager bei ETHENEA.

Das liege auch daran, dass sich die politische Situation nicht viel geändert habe: "Das Chaos beim Brexit lässt kaum Prognosen zu, was nach dem 29. März passiert", meine Barthels. Auch in Italien steige weiterhin die Gefahr von Neuwahlen und die Gelbwesten in Frankreich würden noch immer protestieren. Ähnlich unsicher stelle sich die Situation in den USA dar. Zwar sei der Shutdown beendet und es gebe positive Signale hinsichtlich des Handelskonflikts mit China, nun stünden aber Strafzölle auf Auto-Importe aus der Europäischen Union im Raum und US-Präsident Trump habe den Notstand ausgerufen.

Diese politischen Unruhen seien, so Barthels, im Januar aber mehr oder minder spurlos an den Märkten vorbeigegangen. Zwischenzeitliche Verluste im Februar hätten die großen Indices wieder ausgleichen können. "Die Aktienmärkte haben sich von ihren Tiefständen im Dezember erholt, die Rezessionsangst an den Zinsmärkten scheint erstmal zu pausieren, die Aufschläge der besseren Unternehmensanleihen entfernen sich zusehends von ihren Höchstständen und selbst der Kollaps bei den Hochzinsanleihen scheint vorbei", erkläre er.

Es bleibe allerdings abzuwarten, ob sich die Märkte weiterhin so positiv entwickelten. Die US-Notenbank habe in ihrer ersten Sitzung 2019 zum ersten Mal in diesem Zinserhöhungszyklus ihre Haltung auf "neutral" geändert. "Es ist also nun gleichermaßen wahrscheinlich, dass die nächste Zinsänderung eine Anhebung oder eine Senkung sein könnte", sage Barthels. Der so genannte Powell-Put sei zum Tragen gekommen, was bedeuten könne, dass die Notenbank den Aktienmärkten einen Gefallen getan habe.

Tatsache sei allerdings, dass die Federal Reserve eine Wachstumsschwäche habe erkennen können. Allein der bisher längste Government Shutdown der US-Geschichte hätte nach Schätzung verschiedener Quellen bis zu einem Prozent Wirtschaftswachstum gekostet. Barthels gehe davon aus, dass der Effekt auf das US-amerikanische Wirtschaftswachstum teurer gewesen sein dürfte als die kontrovers diskutierte geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko. Und auch die US-Notenbank prognostiziere eine wirtschaftliche Schwächephase. Verschiedene Indikatoren, wie der Chicago Einkaufsmanagerindex für Januar, würden diese Vermutung bestätigen.

In der Eurozone sei zudem Italien wieder in eine technische Rezession gerutscht, auch in Deutschland sei die Schätzung der Bundesregierung für das Wachstum 2019 von noch 1,8 Prozent im Oktober 2018 auf lediglich ein Prozent im Januar 2019 revidiert worden. Ein weiteres Indiz für eine Abschwächung der globalen Wirtschaft würden laut Barthels die Daten zum Im- und Export aus China liefern. Diese würden zeigen, dass das chinesische Wachstum schwächele. Die in den nächsten Wochen anstehende Entscheidung von US-Präsident Trump hinsichtlich möglicher Strafzölle auf Auto-Importe sorge für zusätzliche Unsicherheit.

Entsprechend nüchtern falle Barthels Resümee aus: "In der Summe lässt sich konstatieren, dass die Vermutung einer globalen wirtschaftlichen Schwächephase korrekt zu sein scheint, ohne gleich das Schreckgespenst einer globalen Rezession an die Wand zu malen." Es sei davon auszugehen, dass die Kapitalmärkte in Zukunft weiterhin Erholungsphasen wie den Januar durchliefen, aber mindestens genauso häufig schwierige Perioden, in denen Risikomärkte abgestraft würden. "Letztlich wird wahrscheinlich wenig mehr passieren als viel Volatilität und Lärm", sage Barthels. "In den kommenden Monaten ist daher eine ruhige Hand gefordert." (21.02.2019/fc/a/f)





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