ETFs: Bloß keine Schwellenländer


09.07.13 16:56
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zwar brauchten Anleger angesichts des Auf und Ab an der Börse in der vergangenen Woche gute Nerven, verschrecken ließen sie sich aber nicht, so die Deutsche Börse AG.

"Selbst bei negativen Nachrichten kam es zu keiner Panik, vielmehr wurden niedrigere Kurse für einen Einstieg genutzt", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. In allen Bereichen hätten Zuflüsse überwogen. Die Anzahl der Transaktionen sei im Vergleich zur Vorwoche zwar etwas zurückgegangen, das Volumen halte sich aber auf einem hohen Niveau.

"Das zeigt, dass viele institutionelle Investoren unterwegs sind." Jörg Sengfelder von Flow Traders sehe das ähnlich: "Wir hatten zwar weniger Tickets, darunter aber einige sehr große." Laut Aysun Cifci von der DekaBank sei es etwas ruhiger geworden: "Das Sommerloch lässt grüßen." Im Vergleich zu dieser Woche sei vergangene Woche aber noch einiges los gewesen.

Unter dem Strich seien Aktien-Tracker gekauft worden - allerdings längst nicht alle. Ein Trend sei deutlich: Von Schwellenländer-ETFs hätten die meisten Investoren angesichts der negativen Schlagzeilen aus China oder Brasilien die Nase voll. "Hier ging nach wie vor alles raus, Käufe gab es so gut wie keine", erkläre Sengfelder und verweise auf den db x-trackers MSCI Emerging Markets (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) und das Pendant von iShares. Auch von spezielleren Produkten wie dem Lyxor MSCI Emerging Markets Latin America hätten sich Investoren verabschiedet.

Doch es gebe auch Optimisten: Wie Cifci melde, würden einige Anleger wieder Potenzial in den Schwellenländern sehen und hätten sich positioniert. Emerging Markets-ETFs wie der db x-trackers MSCI Emerging Markets hätten sich zuletzt zwar etwas erholen können, auf Sicht von sechs Monaten würden sie aber immer noch auf ein sattes Minus kommen: Im Fall des db x-tracker-Produktes sei es zum Beispiel ein Verlust von 13 Prozent.

Der Rücksetzer am japanischen Aktienmarkt sei unterdessen für einen Einstieg genutzt worden, wie Sengfelder feststelle. Zugegriffen worden sei im iShares MSCI Japan und in dessen währungsgesicherten Version (ISIN DE000A1H53P0 / WKN A1H53P). Wegen der rasanten Rally in der ersten Jahreshälfte könne der auf Euro lautende Indexfonds auf Sicht von sechs Monaten immer noch mit einem Plus von 36 Prozent aufwarten, die Yen-Variante immerhin noch mit 21 Prozent.

Bezüglich Europa und den USA würden die Meinungen hingegen auseinander gehen. Sengfelder zufolge seien US-Tracker wie der iShares S&P 500 oder auch der SPDR S&P US Dividend Aristocrats (ISIN IE00B6YX5D40 / WKN A1JKS0) sehr gefragt gewesen. In DAX- und EURO STOXX-ETFs seien hingegen beide Seiten gespielt worden. "In DAX-ETFs (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN DE0005933931 / WKN 593393) hielten sich Zu- und Abflüsse die Waage", melde auch Mohr. Ihm zufolge seien MSCI USA-Indexfonds allerdings eher abgestoßen worden, eindeutig gekauft worden seien MSCI World- und MSCI Europe-ETFs.

"Unsere Kunden sind derzeit sehr bullish", stelle derweil Aysun Cifci fest. Neben DAX- (ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06; ISIN DE000ETFL235 / WKN ETFL23), FTSE 100- und MSCI World-ETFs hätten auch Fonds mit japanischen und koreanischen Aktien (ISIN DE000A0HG2L3 / WKN A0HG2L) auf den Einkaufslisten gestanden. Anleger hätten sich außerdem auch für den db x-trackers db Hedge Fund Index entschieden - wohl in der Hoffnung auf Zusatzrendite.

Weniger Aufmerksamkeit würden im Moment Sektoren-ETFs auf sich ziehen. Die Commerzbank melde Abflüsse aus Immobilien- sowie Zuflüsse in Versicherungs-ETFs, Flow Traders Verkäufe in Grundstoff- (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) und Käufe in Banken- und sowie Medien-Indexfonds (ISIN DE000A0H08L5 / WKN A0H08L).

Im Bereich der Rentenprodukte heiße es weiter: lieber Sicherheit als Rendite. "Es geht raus aus spekulativen Produkten wie Wetten auf die Bund-Future-Entwicklung, Hochzinspapieren und Corporate Bonds und rein in konservative Anlagen", meine Sengfelder. Investoren hätten sich etwa vom Lyxor Daily Double Short Bund getrennt und ETFs mit Staatsanleihen gekauft, etwa den US-Dollar Treasury Bond-Fonds (ISIN DE000A0LGQB6 / WKN A0LGQB). "Die meisten Portfoliomanager erwarten für die nächste Zeit eine Seitwärtsphase bei den Zinsen. Kurzfristiges Spekulieren ist nicht mehr so angesagt." Mohr zufolge hätten sich Pfandbrief-ETFs einmal mehr umsatzstark präsentiert. (09.07.2013/fc/a/e)





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