ETF-Handel: Vorweihnachtliche Betriebsamkeit


09.12.15 14:53
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Vorweihnachtszeit ist für die Kapitalmärkte alles andere als besinnlich, so die Deutsche Börse AG.

Nach den heftigen Reaktionen auf die zusätzlichen EZB-Maßnahmen in der vergangenen Woche arbeite sich der deutsche Aktienindex wieder langsam wieder Richtung 11.000 Punkte-Marke. Auch der Handel mit Indexfonds habe laut Händlern ganz im Zeichen der erwarteten Draghi-Rede gestanden.

"Bei uns war mit 34.600 ETF-Trades deutlich mehr los als in den Wochen zuvor", beschreibe Sascha Cronemeyer von der Commerzbank die Handelsaktivitäten. Im Vorfeld der EZB-Entscheidung hätten Anleger Anteile an DAX- und EURO STOXX 50 Trackers gekauft, danach hätten sie sich zum Teil wieder von diesen Investments verabschiedet.

"Bei ETFs mit mittelständischen Aktien im MDAX (ISIN LU1033693638 / WKN ETF007; ISIN DE0005933923 / WKN 593392) war vergangenen Mittwoch mit massiven Käufen richtig Musik drin", stelle der Händler heraus. Mittlerweile befinde sich der ETF-Handel wieder im weihnachtlichen Ruhemodus, was sich mit Blick auf die aktuellen Krisen allerdings jederzeit ändern könne.

Die Kunden der ICF Bank seien gelassen geblieben. "Trotz des Ausverkaufs an den Aktienmärkten in der zweiten Wochenhälfte verzeichneten wir keine großen Abflüsse in entsprechenden ETFs", melde Marcel Sattler. Anleger hätten die niedrigen Kurse stattdessen zum Einstieg insbesondere bei Trackern mit hiesigen Aktien genutzt.

Zu den meist gehandelten Produkten mit einem Kaufüberhang hätten laut Sattler DAX-ETNs mit zweifachem (ISIN DE000A0X8994 / WKN A0X899) und dreifachem Hebel (ISIN DE000A1YKTG2 / WKN A1YKTG) sowie Produkte (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01), die den deutschen Bluechip-Index eins zu eins nachbilden würden, gehört. Besonders rege gehandelt würde zudem ein an den DAXplus Maximum Dividend gekoppelter Wert. "Auch hier standen Zuflüsse im Vordergrund."

Bei den ETNs handele es sich um Verbriefungen, die gehandelt würden wie ETFs, jedoch rechtlich kein Sondervermögen darstellen würden. Ein dreifacher Hebel sei in Deutschland allerdings regulatorisch bedingt nur mit einem Zertifikat, nicht mit einem Fonds realisierbar.

Große Bewegungen mache Marco Salaorno bei ETFs mit Energieaktien aus. "Seit Wochenbeginn steht alles im Zeichen der fallenden Ölpreise und all ihren Nebeneffekten", melde der Händler der Société Générale. Zur Disposition stünden beispielsweise Tracker des Stoxx Europe 600 Oil & Gas (ISIN FR0010344960 / WKN LYX0A9; ISIN DE000A0H08M3 / WKN A0H08M) von Lyxor und iShares.

Auch Energieaktien im MSCI World Energy hätten Anleger die kalte Schulter gezeigt. Die OPEC habe am Freitag keine Einigung über eine Produktionsobergrenze erzielt und damit den Ölpreis unter Druck gesetzt. Sowohl das Nordseeöl Brent als auch die US-amerikanische Sorte WTI hätten in Folge den tiefsten Preis seit 2009 markiert. Ein Fass WTI koste aktuell 37,67 US-Dollar.

Von großen Abgaben spreche der Händler auch mit Blick auf Indices, die Goldminenbetreiber enthalten würden.

Die aufstrebenden Länder seien nach wie vor Thema im ETF-Handel, wie die Händler einhellig berichten würden. Tracker des MSCI Emerging Markets würden von Salaornos Kunden rege gehandelt und in Summe verkauft.

Mehr Abflüsse als Zuflüsse verbuche Salaorno ebenfalls bei MSCI Asia ex Japan-ETFs, ebenso kämen ETFs mit indischen (ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA) unterm Strich aus den Depots raus.

Auch Indexfonds mit brasilianischen Aktien (ISIN FR0010408799 / WKN LYX0BE) würden verkauft, viel Anlass zur Freude biete die Entwicklung eines am Bovespa gekoppelten Investments in den vergangenen Jahren nicht. ETFs, die an den China Enterprise Index (ISIN FR0010204081 / WKN A0F5BW) gekoppelt seien, würden rege hin- und hergehandelt. "Nachrichten rund um die chinesische Wirtschaft wirken sich auf die gesamte asiatische Region aus", meine der Händler.

Renten-ETFs mit Emerging Markets Bonds würden von Commerzbank-Kunden rege gekauft und verkauft. Auf der Kaufseite kämen besonders häufig europäische zehnjährige Staatsanleihen (ISIN DE000A0H08C4 / WKN A0H08C) zum Tragen, wie Cronemeyer registriere. "Anleger verabschiedeten sich gleichzeitig von Bund-Future-Werten, die von fallenden Kursen profitieren."

Anteile am Lyxor Euro Corporate Bond-ETF würden tendenziell abgestoßen, wie Salaorno bemerke. Der zugrunde liegende Markit iBoxx Euro Liquid Corporates enthalte 40 in Euro ausgegebene Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Anleger hätten vor dem EZB-Entscheid mit einer Einbeziehung von Corporate Bonds im Rahmen des Anleihen-Kaufprogramms gerechnet. "Daraus ist nichts geworden."

Stattdessen hätten Investoren auf in US-Dollar geführte Unternehmensanleihen mit Investment Grade (ISIN IE0032895942 / WKN 911950) und auf Corporate Bonds im Markit iBoxx US-Dollar Liquid High Yield Capped Index (ISIN IE00B4PY7Y77 / WKN A1H5UN) gesetzt. Letzterer enthalte die liquidesten auf US-Dollar lautenden Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb des Investment Grades. (Ausgabe vom 08.12.2015) (09.12.2015/fc/a/e)





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