ETF-Handel: Mit Vorsicht genießen


28.10.15 14:54
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Für Aktienanleger trägt der Oktober mit einem DAX-Plus von über 13 Prozent bislang ordentliche Früchte, so die Deutsche Börse AG.

Selbst nach dem rasanten Aufstieg in der vergangenen Woche gelinge es dem deutschen Aktienindex, sich in etwa auf dem erreichten Niveau zu halten. Der Schwung sei allerdings erst einmal raus, am Dienstagmittag bewege sich das hiesige Aktienbarometer unter der Marke von 10.800 Punkten.

Viele ETF-Anleger seien auf den fahrenden Zug aufgesprungen und hätten sich Händlern zufolge insbesondere in Aktien-ETFs positioniert. "Bis zur EZB-Verkündung war bei uns wenig los", beschreibe Frank Mohr von der Commerzbank, der diese Phase als "Ruhe vor dem Sturm" bezeichne. Der Löwenanteil der auf Wochensicht insgesamt eher unterdurchschnittlichen 23.000 ETF-Trades sei am Donnerstag und Freitag umgesetzt worden. Im Vordergrund stünden dabei mit 60 Prozent die Käufe.

Dag Rodewald melde eine eher beschauliche Woche ohne erkennbaren Trend. "Das gilt für den ganzen Oktober." Anleger nähmen zumeist nur kleine Anpassungen in ihrem Portfolio vor. Es gebe aber auch Ausnahmen. Etwa verbuche der Händler der UBS gute Zuflüsse beim in US-Dollar notierten MSCI Emerging Markets-ETFs.

Auch der seit einigen Monaten beliebte UBS MSCI World Socially Responsible-Tracker (ISIN CA7800865007 / WKN A1JA15) werde weiterhin nachgefragt. Die Auswahl der Unternehmen für den Index unterliege dabei ethisch-ökologischen Kriterien. Firmen, die ihr Geld etwa mit Agrar-Gentechnik, ABC-Waffen, Atomkraft oder Glücksspiel verdienen oder gar von Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen profitieren würden, seien demnach außen vor. Langfristig investierte Anleger würden in den vergangenen drei Jahren immerhin auf ein Plus von 36,89 Prozent auf US-Dollar-Basis kommen. In den vergangenen sechs Monaten schreibe der Index allerdings Verluste.

Für Marco Salaorno von der Société Générale stünden ETFs mit Schwellenländer-Aktien generell wieder stärker im Anlegerfokus. "Spätestens seit der jüngsten Zinssenkung Chinas in der vergangenen Woche ist wieder mehr los." Etwa hätten sich die Kunden der französischen Großbank vermehrt für den Lyxor ETF China Enterprise interessiert, der in Summe abgegeben worden sei.

Verstärkt in den Depots lande hingegen der marktbreite MSCI Emerging Markets-Tracker von iShares. Aktienpakete einzelner Länder etwa im Luxor ETF Brazil kämen ebenfalls gut an und würden in Summe gekauft.

Nach Ansicht von Atakan Sahin würden Anleger dem rasanten Anstieg an den Aktienmärkten nicht so recht über den Weg trauen. Zwar seien Indextracker aus der ETN-Klasse wie ein zwei- (ISIN DE000A0X8994 / WKN A0X899) und dreifach gehebelter DAX-ETN (ISIN DE000A1YKTK4 / WKN A1YKTK) als Reaktion auf die Aussicht auf noch mehr billiges EZB-Geld zunächst gekauft worden. "Mittlerweile dominieren aber die Verkäufe", berichte der Händler der ICF Bank. Parallel dazu hätten sich Investoren Ende der Woche unterm Strich von einem gehebelten Short-ETF auf den EURO STOXX 50 verabschiedet. "Auch hier hat sich das Bild wieder gewendet."

Deutsche Mittelständler im MDAX würden fast ausschließlich gekauft. Der 50 hiesige Aktien umfassende Mid-Cap-Index überzeuge seit Anfang Oktober mit einem Anstieg um fast 1.700 auf knapp 20.900 Punkte.

Bei den Commerzbank-Kunden stünden DAX- und EURO STOXX 50-Tracker ganz klar auf der Kaufseite, wie Mohr schildere. Zudem hätten sich Investoren überwiegend im Stoxx Europe 600 engagiert. Ins Bild hätten überwiegende Abgaben eines ShortDAX-Produkts aus dem eigenen Haus gepasst.

Ausgelöst durch Fusionsphantasien oder gute Quartalszahlen kämen ETFs mit High-Tech-Aktien aus dem Nasdaq (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF) und Lebensmittelunternehmen aus dem Stoxx Europe 600 Food & Beverages Lebensmittelbereich (ISIN DE000A0H08H3 / WKN A0H08H) bei den Kunden der Société Générale besonders gut an. Salaorno melde zudem einen Kaufüberhang für Tracker des Stoxx Europe 600 Telecommunications. Mit der erneuten Ölpreisschwäche hätten sich Investoren zumeist vom Stoxx Europe 600 Oil & Gas-ETF getrennt. "Vergleichsweise ruhig geht es im Automobilbereich und bei den Versorgern zu."

Bei der Commerzbank hätten sich Anleger für Banken-ETFs entschieden, die laut Mohr etwa ein Viertel der Umsätze bei Sektor-ETFs auf sich vereinen würden. "60 Prozent der Orders sind Käufe."

Bei Festverzinslichem stünden laut Salaorno Unternehmensanleihen im Markit iBoxx USD Liquid High Yield Capped Index (ISIN IE00B4PY7Y77 / WKN A1H5UN) hoch im Kurs. Anleger hätten zudem auf Staatsanleihen von Ländern aus dem Euroraum im iBoxx Sovereign Eurozone Yield Plus (ISIN nicht bekannt/ WKN DPX0HM) gesetzt. Rege in beide Richtungen gehandelt würden der iShares Euro Covered Bond und der iShares Euro Corporate Bond Large Cap (ISIN DE0002511243 / WKN 251124). (Ausgabe vom 27.10.2015) (28.10.2015/fc/a/e)





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