ETF-Handel: Viel wird verkauft


04.03.20 11:07
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das Coronavirus mit seinen Tücken hat Märkte, Politik und Wirtschaft voll im Griff, so die Deutsche Börse AG.

ETF-Investoren würden mit deutlichen Abgaben insbesondere weltweit engagierter Portfolios reagieren. MSCI World-Tracker führe Christian Dürr von der Commerzbank mit überdurchschnittlichen Abflüssen. Häufig gehandelt und in Summe leicht abgegeben würden DAX-Tracker (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETFL011/ ETFL01). Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Zu- und Abflüssen erkenne der Händler bei S&P 500-ETFs. "Mit rund 130.000 ETF-Transaktionen erzielten wir vergangene Woche zahlenmäßig einen neuen Rekord." Das meiste habe sich in Trackers von Standardindices abgespielt.

"Für uns ist es eine anspruchsvolle Zeit", sinniere Oliver Kilian von der UniCredit. Im Anlegerfokus stünden zumeist ETFs mit Aktien der Industrienationen, die stark verkauft würden. Kilian nenne beispielhaft Abflüsse aus MSCI USA- (ISIN IE00B60SX170 / WKN A0RGCQ, ISIN FR0010296061 / WKN A0JMFG), NASDAQ- (ISIN LU0378449770 / WKN ETF011) und S&P 500-Trackers (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53, ISIN LU0496786574 / WKN LYX0FS). Das gelte auch für Tracker des italienischen MIB sowie DAX- (ISIN LU0252633754 / WKN LYX0AC, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) und MDAX-ETFs (ISIN LU1033693638 / WKN ETF007, ISIN DE000ETFL441 / WKN ETFL44, ISIN DE0005933923 / WKN 593392). "Ganze Container mit dem Ziel Deutschland hängen in den chinesischen Häfen fest", erinnere Kilian. Das werde die heimische Industrie zu spüren bekommen.

Auffällig viel Zuspruch verbuche Dürr für ETFs wie dem MSCI World Value Factor-ETF von iShares. Der Index biete Zugang zu Unternehmen aus Industrieländern rund um den Globus, die auf Basis vom Kurs-Buchwertverhältnis, Kurs zu künftigen Gewinnerwartungen und der Dividendenrendite ausgesucht würden. "Statt Wachstum steht hier Value im Fokus."

Auch in Minenunternehmen positionierten sich Anleger in der Summe und setzten dabei Dürr zufolge nicht selten auf ein ETF von iShares, das den S&P Commodity Producers Gold Index abbilde, der Zugang zu Aktien der größten börsennotierten Goldminen-Aktien biete.

Für den Commerzbank-Händler kaum überraschend sei die Nachfrage nach Indexfonds, die von Kursverlusten profitieren würden. Investoren deckten sich unter anderem verstärkt mit ShortDAX- und Short-EURO STOXX 50-ETFs (ISIN FR0010757781 / WKN A0X8ZY, ISIN DE000A0X9AA8 / WKN A0X9AA) ein. Der DAX habe seit vergangener Woche fast 12 Prozent an Wert verloren und notiere aktuell bei 12.159 Punkten. Von der zeitweiligen Beruhigung am Markt nach dem Ausverkauf sollten sich Anleger nach Ansicht Dürrs nicht beirren lassen. "Ausschläge in beide Richtungen sind weiterhin wahrscheinlich."

Im Geschäft mit Sektor-ETFs belegten Technologiewerte (ISIN IE00BM67HT60 / WKN A113FM) auf der Verkaufsseite den Spitzenrang. Aktien wie Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft und Facebook seien vor dem Hintergrund der Verbreitung des Corona-Virus besonders stark unter Druck geraten. So mancher Analyst vermute in der Epidemie lediglich einen Auslöser für die jüngsten Kursverluste der Branchenriesen. Die Märkte seien überkauft und hätten ein Ventil zur Korrektur gebraucht.

Verkäufe von Immobilienaktien im Euroraum etwa im FTSE Epra/Nareit Eurozone-Index gehe für Dürr nach den deutlichen Gewinnen seit Jahresbeginn auf das Konto "einfach mal Kasse machen". Aktien der Grundstoffe-Industrie im STOXX Europe 600 Basic Resources würden von den Commerzbank-Kunden sowohl ge- als auch verkauft.

In Kilians Büchern kämen Bankwerte besonders stark unter die Räder. Anleger trennten sich unter anderem von Finanzwerten im Dow Jones EURO STOXX Banks und STOXX Europe 600 Banks.

Im Handel mit Fixed Income-Produkten sehe Dürr einen generellen Trend Richtung US-Treasuries (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) mit mittleren und langen Fälligkeiten. Das decke sich mit Kilians Beobachtungen. Die UniCredit-Kunden flüchteten in als sicher geltende US-Treasuries (ISIN LU1324510525 / WKN A1437Y, ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202, ISIN LU1459800113 / WKN A2APAH) und Bundesanleihen (ISIN DE0006289499 / WKN 628949, ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20) verschiedener Laufzeiten. (Ausgabe vom 03.03.2020) (04.03.2020/fc/a/e)





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