ETF-Handel: Verstärktes Engagement in Emerging Marktes


15.07.14 16:36
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Vom Rückzug der Anleger in den wohl verdienten Urlaub ist wenig zu spüren. Händler berichten von "ordentlichen" bis "sehr starken Geschäften" im ETF-Handel, so die Deutsche Börse AG.

"Mit rund 18.000 liegt die Anzahl der Trades deutlich über dem Aufkommen der vergangenen Wochen", melde Sascha Cronemeyer von der Commerzbank. Auch die Umsätze hätten sich auf einem stattlichen Niveau bewegt. Über alle Anlageklassen hinweg sei das Verhältnis mit 48 Prozent Käufen zu 52 Prozent Verkäufen zwar relativ ausgeglichen. DAX- und EURO STOXX 50-Tracker hätten allerdings das Nachsehen. "Hier dominieren die Gewinnmitnahmen." Mitverantwortlich mache Cronemeyer die derzeitige Schwankungsbreite in den Indices. Immerhin habe sich der DAX in der vergangenen Woche in einer Bandbreite zwischen 9.906 Punkten und 9.666 Punkten bewegt.

"Bei ansonsten stabilen Umsätzen stieg die Nervosität der Anleger rund um das Thema Zahlungsschwierigkeiten bei der portugiesischen Espírito Santo Gruppe", beschreibe Gregor Hamme von der UniCredit. "Daraufhin trennten sich Investoren auch von Aktienindices anderer Peripheriestaaten." Hamme bestätige die überwiegenden Abgaben in DAX- und EURO STOXX 50-ETFs. "Auf der anderen Seite deckten sich einige Investoren auf Basis von Limit-Orders mit europäischen Blue Chips ein."

So mancher Kunde von Flow Traders habe sich offenbar in die Sommerpause verabschiedet. "Die Luft ist saisonbedingt raus", bemerke Jörg Sengfelder. Mit den deutlichen Schwankungen an den Aktienbörsen verbuche der Händler dennoch auch große Transaktionen. In seinen Büchern würden DAX-ETFs relativ viel gehandelt und in Summe gekauft. DAX-ETFs (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) kämen mit einem Anteil von 65 Prozent Verkäufen deutlich aus den Anlegerdepots raus. Ebenso würden EURO STOXX 50-Werte (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) überdurchschnittlich stark abgestoßen.

Beide Seiten gespielt würden laut Sengfelder bei Indexfonds (ISIN DE000A1JM6F5 / WKN A1JM6F), die an den S&P 500 gekoppelt seien. Spürbaren Anklang fänden japanische Aktien etwa im iShares MSCI Japan EUR Hedge (ISIN DE000A1H53P0 / WKN A1H53P). "Hier überwiegen die Zuflüsse."

Die zweite Woche in Folge hätten es Tracker (ISIN DE000A1C2Y86 / WKN A1C2Y8, ISIN LU0476289540 / WKN DBX0ET) des MSCI Canada nach Angaben von Cronemeyer in die Umsatzbestenliste geschafft. "Derzeit wird meist gekauft."

Lateinamerikanische Aktien würden nach Angaben von Sengfelder unterm Strich abgestoßen. Der Fußball-WM in Brasilien zum Trotz hätten sich Investoren von ETFs getrennt, die die Entwicklung des brasilianischen Bovespa abbilden würden.

Von einem beständigen Auftragseingang spreche Stefano Valenti mit Blick auf Aktien-ETFs asiatischer Schwellenländer. Neben marktbreiten Indices wie MSCI EM Asia (ISIN nicht bekannt/ WKN A1C1A5, ISIN IE00B466KX20 / WKN A1JJTG) und MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) kämen dem Händler der UniCredit zufolge Aktienportfolios einzelner Länder wie Indien (ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA), Indonesien (ISIN LU0476289623 / WKN DBX0EU), China und Korea zum Zuge. "Politische Wahlen etwa in Indonesien und Indien stimmen Anleger optimistisch hinsichtlich eines möglichen wirtschaftlichen Aufschwungs."

Die Notenbanken Asiens würden die heimischen Märkte mit Liquidität und Konjunkturprogrammen stützen, wie Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank ergänze. Auch lasse China keinen Zweifel daran, dass das Land die 7,5 Prozent Wachstumsschwelle um fast jeden Preis erreichen möchte. "Leisten kann man es sich angesichts der anschwellenden Devisenreserven auf jeden Fall."

Von den Branchen-ETFs stünden einmal mehr Banken im Vordergrund. "Am vergangenen Donnerstag wurden Banken-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930, ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) mit einem leichten Kaufüberhang massiv gehandelt", bemerke Hamme und mache die Gerüchte um Schwierigkeiten bei der größten börsennotierten Bank Portugals mitverantwortlich. Financial Services führe Cronemeyer ebenfalls mit rund 82 Prozent auf der Kaufseite. Von Zuflüssen spreche Hamme auch beim defensiveren Gesundheitssektor (ISIN FR0000001737 / WKN 550884).

Der Handel mit Renten-ETFs bewege sich laut Circiaco Carrozzino von der UniCredit seit dem ersten Quartal dieses Jahres eher auf Sparflamme. Gesucht seien derzeit Staatsanleihen der Schwellenländer in lokaler Währung. Zuspruch fänden zudem Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond Index (ISIN DE000A0RM454 / WKN A0RM45). "Zunehmend setzen Anleger auf Corporate Bonds mit hoher Bonität."

Auch bei der Commerzbank belege Festverzinsliches eher eine Nebenrolle. "Statt wie üblich 20 Prozent macht dieser Bereich im ETF-Handel gegenwärtig knapp 13 Prozent aus." Gut ankämen deutsche Staatsanleihen (ISIN DE0006289499 / WKN 628949) mittlerer Laufzeit zwischen 5,5 und 10,5 Jahren. (15.07.2014/fc/a/e)





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