ETF-Handel: US- und japanische Werte locken mit Mehrjahres- oder gar Allzeithochs


18.11.14 15:51
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Höhenflüge der Börsen in den USA und Japan schlagen sich auch im ETF-Handel nieder, so die Deutsche Börse AG.

"Der Trend geht weiter in Richtung USA und heraus aus Europa, wenn auch nicht ganz so stark wie in den Vorwochen", meine Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Die meisten Händler würden zumindest von leichten Abflüssen aus DAX- und EURO STOXX 50-Trackern berichten, gekauft würden hingegen MSCI World-ETFs sowie US-amerikanische, japanische und chinesische Aktien.

Dass DAX-ETFs im Moment nicht so gut ankämen, erstaune nicht: Das deutsche Börsenbarometer trete seit einigen Wochen auf der Stelle, das Rekordhoch vom Sommer bei 10.051 Punkten sei weit entfernt. Anders sei die Situation in den USA und Japan: Am gestrigen Montag sei der Dow Jones auf 17.647,75 Punkte, ein historisches Hoch, geklettert, der S&P 500 habe ebenfalls einen Rekordstand markiert. In Japan habe der Nikkei 225 am Freitag ein neues Siebenjahreshoch erreicht.

Zu tun hätten die Händler weiter viel. "Es ist zwar etwas ruhiger geworden, die Umsätze bleiben aber hoch", meine Sascha Cronemeyer von der Commerzbank. Das sehe Gregor Hamme von der UniCredit in London ähnlich: "Seit Oktober ist richtig viel los." Auch Jörg Sengfelder von Flow Traders spreche von einer "guten Woche".

Viel Umsatz, aber vor allem Abgaben - so stellt sich das Bild bei DAX-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) dar. Zugegriffen werde hingegen in MSCI World-Indexfonds wie dem db x-trackers MSCI World, aber auch bei US-amerikanischen Aktien in Form von S&P 500-ETFs. "Gekauft werden US-Werte und der MSCI World", fasse Hamme zusammen. "MSCI World, S&P 500, MSCI Japan und CSI 300 - das sind bei uns die Favoriten", meine Sengfelder.

Zu- und Abflüsse würden den Handel mit EURO STOXX-ETFs prägen. "In Europa wird alles gekauft", bemerke Cronemeyer. Anleger hätten etwa auf EURO STOXX 50-, STOXX Europe 600- oder EURO STOXX Select Dividend-ETFs gesetzt. Hamme melde hingegen Abflüsse, zum Beispiel aus dem iShares EURO STOXX 50 und dem Pendant von Lyxor. Der EURO STOXX 50 habe sich im November ebenfalls kaum bewegt, mit aktuell 3.111 Punkten sei der bankenlastige Index noch viel weiter von seinem Rekordhoch, das vor der Finanzkrise erreicht worden sei, entfernt als der DAX.

Des Weiteren gehe der Blick gen Fernost: Durch die vielen Nachrichten aus Japan seien ETFs gefragt, die den Aktienmarkt von Tokio abbilden würden, wie Cronemeyer erkläre. "Besonders die währungsgesicherten Varianten laufen gut", ergänze Kleefeld mit Blick auf den db x-trackers MSCI Japan Euro Hedged. Mit dem kämen Anleger für die vergangenen vier Wochen immerhin auf ein Plus von 17 Prozent, beim an der Börse Frankfurt noch reger gehandelten iShares MSCI Japan Euro Hedged (ISIN DE000A1H53P0 / WKN A1H53P) seien es 15 Prozent.

Sengfelder berichte ebenfalls von einer regen Nachfrage nach währungsgesicherten Produkten, etwa dem Amundi Japan Topix Euro Hedged Daily. Nach dem Siebenjahreshoch habe der Nikkei zum Wochenauftakt nachgegeben, als bekannt geworden sei, dass Japan abermals in einer Rezession gerutscht sei. Heute habe der Tokioter Leitindex aufgrund von Spekulationen um neue Konjunkturspritzen aber schon wieder etwas zugelegt.

Auch chinesische Aktien fänden viel Zuspruch, wie sowohl die Deutsche Bank als auch Flow Traders feststellen würden. Dabei konzentriere sich das Anlegerinteresse auf den CSI 300, der die Entwicklung der 300 größten festlandchinesischen Aktien wiedergebe. Das zeige auch die Statistik der Börse Frankfurt für die vergangene Woche: Dort stehe der db x-trackers CSI 300 (ISIN LU0779800910 / WKN DBX0M2) auffällig weit oben. Seit Mai dieses Jahres sei der Index stark gestiegen, ETF-Anleger kämen auf ein Plus von 34 Prozent. Zuvor habe der CSI 300 - gegen den Trend in den Industrieländern - über Jahre stark an Wert verloren.

Abermals würden Banken-ETFs zu den meistgehandelten Branchen-Indexfonds gehören, allen voran der iShares EURO STOXX Banks. Beliebt seien sie allerdings nicht, die Abgaben würden weiter überwiegen, wie Hamme und Sengfelder berichten würden. Der iShares EURO STOXX Banks habe seit Mai 7 Prozent an Wert verloren.

Flow Traders zufolge würden sich Investoren auch von Autowerten trennen, und zwar mit dem iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts. Bei der UniCredit würden sich Anleger defensiv positionieren, beliebt seien etwa der iShares STOXX Europe 600 Health Care und der iShares STOXX Europe 600 Telecommunications. "Da spielen sicherlich auch die jüngsten positiven Nachrichten von Vodafone eine Rolle", erläutere Hamme. Das Unternehmen habe vergangene Woche die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr leicht angehoben. Die Commerzbank berichte unterdessen von Interesse an Versorger-, Grundstoff- und Immobilien-ETFs.

Im Handel mit Renten-ETFs fänden weiterhin Schwellenländer-Anleihen großen Anklang, wie Sengfelder erkläre, zum Beispiel der iShares J.P. Morgan US-Dollar Emerging Markets Bond (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT). Der könne seit Jahresanfang immerhin ein Plus von 18 Prozent aufweisen. Croneymeyer bestätige das Interesse, dagegen flögen Bundesanleihen aus den Portfolios. "Das betrifft alle Laufzeiten." Bei der Deutschen Bank würden Investoren auf Unternehmensanleihen, bei Flow Traders mit dem iShares US-Dollar Treasury Bond 7-10y auf langlaufende US-Staatanleihen setzen. (18.11.2014/fc/a/e)





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