ETF-Handel: US-Werte bleiben das Maß vieler Dinge


29.08.18 09:25
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Aufwärtsbewegungen an den Aktienbörsen in Europa und den USA machen sich im Geschäft mit Exchange Traded Funds bemerkbar, so die Deutsche Börse AG.

"Auf Wochensicht kommen wir auf gut 32.000 ETF-Trades", informiere Andreas Bartels von der Commerzbank. Mit rund einem Viertel der Transaktionen stünden US-Werte klar im Fokus. "In dem Segment dominieren mit 69 Prozent die Zuflüsse", melde der Händler. Insgesamt liege die Kaufquote bei 55 Prozent. Auch die Börsen in Asien hätten zugelegt. Auf das Ausbleiben eines Durchbruchs bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China hätten Anleger kaum reagiert.

US-Aktien würden durch die Bank stark nachgefragt. S&P 500-Produkte verschiedener Anbieter landeten Bartels zufolge ebenso häufig in den Depots wie Tracker des MSCI USA, NASDAQ und Russel 2000. Auch die Zuflüsse zum MSCI World signalisierten Optimismus hinsichtlich der weiteren Entwicklung der US-Aktienmärkte. "Immerhin sind US-Unternehmen mit knapp 60 Prozent im Index vertreten."

Oliver Kilian sehe eine klare Tendenz Richtung Indexfonds mit Aktien entwickelter Märkte. Tracker des MSCI USA, NASDAQ (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF) und S&P 500 (ISIN FR0013041530 / WKN A14Z68, ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE00B3ZW0K18 / WKN A1C5E9, ISIN LU0496786574 / WKN LYX0FS) gehörten bei der UniCredit zu den meist gehandelten Produkten. "Käufe stehen mit Abstand im Vordergrund", berichte der Händler.

Demgegenüber verabschiedeten sich die Kunden von IMC Markets zumeist von ihren S&P 500 Engagements, die Rick van Leeuwen in die Rubrik Gewinnmitnahmen einordne. "Wir hatten einige große Verkäufe."

Hierzulande wirkten sich unter anderem gute ifo-Geschäftsklima-Daten und die Einigung im Streit über Strafzölle zwischen den USA und Mexiko positiv auf die Anlegerstimmung aus, so die Deutsche Börse AG. Auch im Handelsstreit mit der EU scheine verbal abgerüstet zu werden. Die Bundeskanzlerin und Präsident Trump möchten sich laut Washington gemeinsam für eine Entschärfung der Auseinandersetzungen einsetzen.

ETF-Anleger würden in dieser Gemengelage überwiegend zu DAX-, EURO STOXX 50- (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN DE0005933956 / WKN 593395) und MSCI Europe-Produkten (ISIN LU1681042609 / WKN A2H567, ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC) greifen, wie Kilian melde. Von italienischen Aktien etwa im FTSE Italia Mid Cap und britischen Werten im FTSE 100 trennten sich Investoren unterm Strich. Haushaltsprobleme der italienischen Regierung und schleppend vorankommende Brexit-Verhandlungen seien in den Medien häufig thematisiert worden.

Bartels und van Leeuwen hingegen sprächen mit Blick auf MSCI Europe- und EURO STOXX 50-ETF von einem Abgabeüberhang.

Als auffällig bezeichne Kilian die Nachfrage nach Faktor-ETFs. Tracker des MSCI EMU Select Dynamic 50 Prozent Risk Weighted Index (ISIN LU1215454460 / WKN A14XHB) mit europäischen Large und Mid Caps kämen ebenso so gut an wie Indexfonds, die sich am MSCI World Minimum Volatility und MSCI Euro Minimum Volatility Index (ISIN IE00B86MWN23 / WKN A1J783) orientieren würden.

ETFs mit Schwellenländer-Aktien würden Händlern zufolge mit hohen Umsätzen gehandelt. MSCI Emerging Markets-Tracker (ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9, ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) würden in beide Richtungen gespielt. "In Summe überwiegen aber die Abgaben", würden sowohl Bartels als auch Kilian melden, die dahinter das Einstreichen von Gewinnen vermuten würden.

Bei Portfolios mit Aktien einzelner Branchen würden van Leeuwen und Bartels Zuspruch für die Gesundheitsindustrie verbuchen. Anleger hätten beispielsweise zu MSCI World Health Care-ETFs gegriffen. Kilians Kunden deckten sich zumeist mit Aktien europäischer Banken etwa im STOXX Europe 600 Banks ein. Bewegungen in beide Richtungen gebe es laut Commerzbank für rege gehandelte Energie- und Technologieaktien.

Das Geschäft mit Festverzinslichem beschreibe Kilian als insgesamt ausgeglichen mit einem Hang zu Staatsanleihen des Euroraums. Bonds mit einer Laufzeit zwischen einem und drei Jahren überzeugten am meisten.

Bartels informiere über Kaufnachfrage nach drei- bis siebenjährigen (ISIN IE00BFXYHY63 / WKN A2JKT2) und ein- bis dreijährigen US-Treasuries (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202). Mehr Zu- als Abflüsse gebe es zudem für inflationsgebundene Anleihen bestimmter Schwellenländer in lokaler Währung, die im Barclays Emerging Markets Inflation Linked 20 Prozent Capped Index (ISIN IE00B7MXFZ59 / WKN A1JLNG) enthalten seien. (Ausgabe vom 28.08.2018) (29.08.2018/fc/a/e)






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