ETF-Handel: "Starke Verkaufswelle"


28.10.20 14:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die heftigen Kursrücksetzer am Aktienmarkt machen sich auch im ETF-Handel bemerkbar: Aktien-ETFs stehen meist auf den Abgabelisten, während Staatsanleihen-ETFs eher gekauft werden, so die Deutsche Börse AG.

"Wir sehen eine starke Verkaufswelle bei DAX-ETFs", berichte Andreas Schröer von Lang & Schwarz. Der DAX habe vorgestern noch einmal kräftig nachgegeben, am Dienstagmittag stehe der Index bei 12.166 Punkten. Damit komme er für die vergangenen zwei Wochen auf ein Minus von rund 1.000 Punkten.

Wegen der rasant steigenden Corona-Fälle in Europa seien es allerdings vor allem europäische Aktienindices, die in die Knie gehen würden. "Die positiven Erwartungen müssen wahrscheinlich zurückgeschraubt werden", meine Hubert Heuclin von BNP Paribas. Den Ländern gelinge es einfach nicht, COVID-19 in den Griff zu bekommen, Enttäuschungen könne es zudem bei den Impfstoffen geben. "Kursrückgänge bei Aktien und Renditerückgänge bei Anleihen könnten die kommenden Wochen prägen."

Heuclin melde deutliche Abflüsse aus Aktien-ETFs, etwa aus S&P-Trackern (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53; ISIN IE00B5KQNG97 / WKN A1C19C), aber auch aus europäischen Aktien (ISIN LU1242369327 / WKN DBX0P1; ISIN DE0002635307 / WKN 263530). Von deutschen Aktien hätten sich Anleger laut Heuclin ebenfalls, etwa vom Xtrackers DAX und vom iShares Core DAX verabschiedet.

Höhere Zuflüsse beobachte er lediglich bei einigen globalen ETFs wie dem Vanguard FTSE All-World und auch dem iShares MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC), Abflüsse registriere er hingegen für den MSCI ACWI der UBS (ISIN IE00BYM11H29 / WKN A14VJR).

Zu den wenigen Lichtblicken in diesem Jahre gehöre der chinesische Aktienmarkt. Zum Beispiel könne der Xtrackers MSCI China seit Jahresanfang mit einem Plus von 14,4 Prozent punkten. Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage habe er es in die Top-25 geschafft.

China sei das einzige größere Land, das in diesem Jahr wachsen dürfte. Zuletzt melde Peking für das dritte Quartal ein Plus von 4,9 Prozent, für das Gesamtjahr prognostiziere der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Plus von 1,9 Prozent. Für die USA rechne der IWF hingegen mit einem Minus von 4,3 Prozent, für die Eurozone sogar von minus 8,3 Prozent.

Digitalisierung und Klimawende - das würden nach Einschätzung der Anleger Zukunftsthemen bleiben. So seien Technologie-ETFs unverändert gesucht, vor allem der iShares Nasdaq 100 (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF; ISIN IE00B53SZB19 / WKN A0YEDL). Der habe zuletzt zwar etwas gelitten, komme seit Jahresanfang aber immer noch auf dickes Plus von 24 Prozent. Auch deutsche Technologieaktien würden gekauft, wie Schröer berichte, etwa mit dem TecDAX-ETF.

Beliebt seien außerdem weiter Aktien mit Nachhaltigkeitsanspruch: Schröer berichte etwa von einer anhaltend hohen Nachfrage nach dem iShares Global Clean Energy. Der habe in den vergangenen fünf Handelstagen auch an der Börse Frankfurt auffällig hohe Umsätze verzeichnet.

Im Handel mit Anleihen-ETFs sei das Bild ebenfalls klar: Anleger würden sich von Unternehmensanleihen- (ISIN IE0032895942 / WKN 911950) trennen und sich stattdessen in US-Staatsanleihen-ETFs (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) positionieren. Auch die Zuflüsse in inflationsgeschützte Anleihen würden anhalten.

Eine wachsende Rolle würden mittlerweile chinesische Staatsanleihen spielen: Hier melde Heuclin hohe Zuflüsse in den iShares China CNY Bond in ausschüttender und thesaurierender Variante (ISIN IE00BYPC1H27 / WKN A14T8G; ISIN IE00BKPSFD61 / WKN A2P3WK). Die ETFs würden auf Renminbi lautende Investment-Grade-Anleihen abbilden, die vom chinesischen Finanzministerium oder staatlichen Stellen, die nicht explizit staatsgarantiert seien, begeben worden seien. Sie würden somit eine Direktanlage am chinesischen Staatsanleihenmarkt ermöglichen. Die ETFs hätten zuletzt deutlich zulegen können, hätten die Verluste bis Juli dieses Jahres aber längst noch nicht wettgemacht und würden Anlegern bislang kaum Rendite bringen.

Neben dem umsatzstarken und mit Abstand größten iShares China CNY Bond würden noch weitere ETFs chinesische Staatsanleihen abbilden, konkret der Goldman Sachs Access China Government Bond, der Xtrackers II Harvest China Government Bond und der UBS J.P. Morgan CNY China Government 1-10 Year Bond. Während die Fondswährung der ersten drei der US-Dollar sei, sei es beim UBS-ETF der Renminbi. (Ausgabe vom 27.10.2020) (28.10.2020/fc/a/e)





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