ETF-Handel: Setzen auf steigenden DAX und MDAX


12.12.18 09:21
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zum Teil stark nachgebende Aktienmärkte bescheren Händlern ansehnliche Umsätze mit börsengehandelten Indexfonds, so die Deutsche Börse AG.

"Wir hatten vergangene Woche sehr viel zu tun", melde Tobias Runkehl von IMC. Von panischen Ausverkaufsreaktionen könne aber keine Rede sein. ETF-Investoren hätten beispielsweise fallende DAX-Kurse und MDAX-Kurse durchaus für Neupositionierungen genutzt. Auch chinesische Aktien etwa im MSCI China und Schwellenländerwerte im FTSE Emerging Market (ISIN IE00B3VVMM84 / WKN A1JX51) führe der Händler vornehmlich auf der Kaufseite.

Viel Bewegung in beide Richtungen sehe Runkehl bei Trackers des S&P 500. Der zugrunde liegende weltweit viel beachtete Index mit 500 Aktien der größten börsennotierten US-Unternehmen habe seit Monatsbeginn knapp 5,5 Prozent an Wert verloren und am 11.12.2018 um 2.673 Punkte notiert. Das verlocke sowohl zum Ein- als auch Ausstieg.

Sophia Wurm von der Commerzbank mache ähnliche Beobachtungen. "Anleger nutzen die Marktschwäche durchaus zum Zukauf", berichte die Commerzbank-Händlerin, die mit knapp 57.000 ETF-Transaktionen von einer sehr aktiven Woche spreche. Top-Index mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen sei auch laut Wurm einmal mehr der S&P 500 (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53). Einen ungewöhnlichen dritten Rang in der ETF-Bestenliste belegten aber Fonds, die MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC, ISIN IE00BKM4GZ66 / WKN A111X9) und MSCI EM Asia abbilden würden. "Hier dominieren eindeutig die Zuflüsse."

MSCI World-Tracker mit (ISIN IE00B441G979 / WKN A1C5E7) und ohne Währungssicherung würden mit einem deutlichen Kaufüberhang gehandelt, wie Wurm und Runkehl informieren würden. Der US-lastige MSCI World mit 1.634 Unternehmen aus 23 entwickelten Staaten habe seit Monatsbeginn von 2.066 auf 1.952 Punkte verloren und liege damit ebenso 5,5 Prozent im Minus.

Klar aus den Depots genommen worden seien Tracker europäischer Indices, wie der IMC-Händler feststelle. Anleger verabschiedeten sich vor allem von EURO STOXX 50- und STOXX Europe 600-ETFs. Überwiegend im Kauf sehe Runkehl hingegen Tracker des FTSE Developed Europe ex UK.

An hiesigen Aktien finden Investoren laut Händler zumeist Gefallen, so die Deutsche Börse AG. Wurm spreche von überwiegenden Positionierungen in DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) und MDAX-Produkten. Von Aktien großer und mittlerer britischer Unternehmen im MSCI UK trennten sich die Commerzbank-Kunden unterm Strich.

Wurm sehe einen Zusammenhang mit dem schwächelnden Pfund. Die britische Währung stehe angesichts der unsicheren Brexit-Vorgehensweise unter Druck und nähere sich mit über 0,90 Pfund zum Euro dem bisherigen Jahreshoch von Ende August. Mit der verschobenen Abstimmung über die vorliegenden Austrittsbedingungen und der Suche nach weiteren Zugeständnissen vonseiten der Europäischen Kommission erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Brexits.

Im Geschäft mit Branchen-ETFs stünden Wurm zufolge NASDAQ 100-Produkte mit deutlichen Abgaben zu Buche, wie Wurm mitteile. Mit rund 16 Prozent führe der Sektor bei der Commerzbank die Umsätze mit Branchen-ETFs an. STOXX Europe 600 Oil & Gas-Tracker gehörten zu den gefragtesten Branchenportfolios auf der Kaufseite.

Mit rund 17 Prozent vom Gesamtaufkommen lägen ETFs mit festverzinslichen Werten Wurm zufolge deutlich über dem Durchschnitt. Zu den meist gekauften Rentenwerten gehörten Bund-Future Short-ETFs. Auf beiden Seiten rege gehandelt worden seien Tracker des Markit iBoxx Eur Liquid High Yield, der Unternehmensanleihen mit Ratings unterhalb des Investment Grade enthalte. Hingegen verabschiedeten sich die Commerzbank-Kunden tendenziell von ein- bis dreijährigen Staatsanleihen der Euroländer im Barclays Capital 1-3 Year Euro Treasury Bond Index (ISIN IE00B6YX5F63 / WKN A1JKSV). (Ausgabe vom 11.12.2018) (12.12.2018/fc/a/e)






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