ETF-Handel: Setzen auf Öl- und Goldproduzenten


29.04.20 16:42
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zwar blicken Anleger derzeit vor allem auf die großen Indices, ein Thema sticht dennoch heraus: Die hohen Umsätze von ETFs, die Öl- und Gas- oder Goldproduzenten abbilden, so die Deutsche Börse AG.

Prominentes Beispiel sei, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige, der iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas. Hintergrund seien die Kapriolen am Ölmarkt: Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sei Anfang vergangener Woche ins Negative gerutscht. Grund seien der Nachfrageeinbruch, das viel zu hohe Angebot und die vollen Lager gewesen. Mittlerweile habe sich die Situation etwas beruhigt, die Preise seien aber immer noch extrem niedrig: Der WTI-Preis liege aktuell bei knapp 12 US-Dollar, der Brent-Preis bei 23 US-Dollar - jeweils der tiefste Stand seit etwa zwei Jahrzehnten. Seit Jahresanfang müssten Anleger des iShares Stoxx Europe 600 Oil & Gas ein Minus von 35 Prozent verschmerzen.

Ganz anders gehe es Anlegern, die mit ETFs auf Goldproduzenten gesetzt hätten. Die ETFs würden derzeit ebenfalls hohe Umsätze aufweisen, etwa der iShares Gold Producers. Hintergrund sei hier der stark gestiegene Goldpreis: Die Feinunze werde derzeit zu 1.706 US-Dollar gehandelt, in Euro sei vor kurzem sogar ein Allzeithoch von 1.605,74 Euro erreicht worden. Der iShares Gold Producers (ISIN IE00B6R52036 / WKN A1JKQJ) komme seit Jahresanfang auf ein Plus von 20 Prozent, Xetra-Gold, ein ETC, mit dem direkt auf den Goldpreis gesetzt werden könne, auf knapp 17 Prozent.

Im Handel mit den gängigen Aktien-ETFs würden, wie üblich, DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA), EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN IE0008471009 / WKN 935927), STOXX Europe 600-, MSCI World-, S&P 500- (ISIN IE0031442068 / WKN 622391; ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG) und Nasdaq-ETFs dominieren, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige. Viel um gehe auch weiterhin in Short-ETFs, vor allem dem Xtrackers Short DAX Daily Swap (ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS) und dem Xtrackers ShortDAX x2 Daily Swap (ISIN LU0411075020 / WKN DBX0BY).

Short-ETFs würden Aktienmärkte invers abbilden: Falle etwa der DAX um 10 Prozent, steige der Short-ETF um 10 Prozent - und umgekehrt. Die Veränderungen würden sich immer auf den Kurs des Vortags beziehen. Wichtig deshalb: Steige etwa der DAX an einem Tag von 100 auf 110 Punkte, falle der Short-ETF von 100 auf 90 Punkte. Falle am nächsten Tag der Index wieder auf 100, also um 9,1 Prozent, steige der Short-ETF nur auf rund 98,2 Punkte, da von kleinerem Niveau. Je länger der Betrachtungszeitraum und je höher die Volatilität, desto weiter würden Short-ETF und Index auseinanderlaufen.

Mehr Aufmerksamkeit würden auch wieder Emerging Markets-Aktien erhalten, etwa mit dem iShares Core MSCI EM IMI oder dem SPDR MSCI EM Asia. Während der iShares Core MSCI EM IMI etwa ein Drittel seiner Verluste aus dem März wieder wettgemacht habe, seien es beim MSCI EM Asia schon rund die Hälfte. Seit Jahresanfang verzeichne der breit streuende Emerging Markets-ETFs ein Minus von knapp 18 Prozent, der mit Fokus Asien hingegen nur knapp 11 Prozent. Viele Analysten würden Asien eine schnellere Erholung zutrauen. (Ausgabe vom 28.04.2020) (29.04.2020/fc/a/e)





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29,95 € 29,94 € 0,01 € +0,03% 18.10./14:56
 
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