ETF-Handel: Schön machen zum Jahresende


17.12.13 16:20
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Gute Umsätze ohne klare Richtung - so kann man den aktuellen Trend im ETF-Handel zusammenfassen, so die Deutsche Börse AG.

"Von vorweihnachtlicher Ruhe kann keine Rede sein, wir hatten vergangene Woche 13.000 Trades", erkläre Frank Mohr von der Commerzbank. Profis seien mit "window dressing" beschäftigt, der optischen Gestaltung des Portfolios vor dem Jahresende. Dabei hätten eindeutige Trends gefehlt.

Marco Salaorno von der Société Générale melde für die vergangene Woche hingegen einen deutlichen Verkaufsüberhang. "Das waren wohl letzte Gewinnmitnahmen." Diese Woche sehe es aber bereits wieder anders aus. "Vergangene Woche wurde mehrheitlich abgegeben", kommentiere Florian Perini von Flow Traders. "Käufe gab es dann erst ab dieser Woche wieder." Laut Aysun Cifci von der DekaBank würden viele Kunden die niedrigeren Kurse hingegen für einen Einstieg nutzen. "Besonders im EURO STOXX 50 hatten wir hohe Zuflüsse."

Für das neue Jahr würden sich die meisten ETF-Anleger laut Mohr im Übrigen optimistisch zeigen: "Es wird mit weiter steigenden Kursen gerechnet, allerdings auch mit höheren Schwankungen."

Der DAX habe vergangene Woche 1,8 Prozent verloren und sei fast wieder unter die 9.000 Punkte-Marke gerutscht, am gestrigen Montag habe es dank guter Konjunkturdaten aus Europa allerdings eine kräftige Gegenbewegung gegeben. Am Dienstagmittag notiere der Index bei 9.138 Punkten.

Mohr zufolge würden im DAX, EURO STOXX 50 und S&P 500 beide Seiten gespielt, ebenso in Schwellenländeraktien. "Neupositionierungen gibt es kaum noch", meine hingegen Salaorno. Auf den Abgabelisten stünden neben großen Industrieländerindices wie dem Lyxor EURO STOXX 50 auch Schwellenländer-Fonds wie der Lyxor MSCI Emerging Markets (ISIN nicht bekannt/ WKN LYX0X3), der Lyxor Eastern Europe und der Lyxor South Africa (ISIN FR0010464446 / WKN LYX0BY).

Perini sehe lediglich einige Emerging Markets-ETFs eindeutig auf den Abgabelisten, etwa den Amundi MSCI Emerging Markets, den iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) und den db x-trackers MSCI EM Asia. Ansonsten hätten sich Käufe und Verkäufe durchweg die Waage gehalten.

Cifci habe hingegen hohe Zuflüsse vor allem in EURO STOXX 50-Trackern beobachtet. "Das war schon massiv." Gut nachgefragt seien darüber hinaus auch der Dividendenstrategie-ETF Deka DAXplus-Maximum Dividend, der Deka MSCI Europe, der US-Nebenwerte nachzeichnende db x-trackers Russell Midcap (ISIN LU0779800910 / WKN DBX0M2) und der an den chinesischen Markt gekoppelte db x-trackers CSI 300 (ISIN LU0779800910 / WKN DBX0M2).

Anders als für den europäischen und US-amerikanischen Aktienmarkt sei 2013 für den CSI 300 übrigens kein gutes Jahr gewesen. Der Index sei klar im Minus, auf Sicht von einem Jahr hätten Anleger des db x-trackers-ETF einen Verlust von 6,3 Prozent zu verschmerzen. DAX- und EURO STOXX 50-Tracker des Anbieters würden für denselben Zeitraum auf 19,6 und 12,8 Prozent kommen, der währungsgesicherte db x-trackers S&P 500 Euro Hegded (ISIN LU0490619193 / WKN DBX0F4) sogar auf 26,7 Prozent.

Branchenfonds würden derzeit weniger Beachtung finden. Mohr melde einen Verkaufsüberhang in Immobilien- (ISIN LU0378436793 / WKN ETF074), Medien- (ISIN LU0378436363 / WKN ETF071) und Automobil-ETFs sowie einen ausgeglichenen Handel mit Grundstoff-Indexfonds (ISIN LU0378435472 / WKN ETF063). Cifci zufolge würden sich Anleger bei der Lebensmittel- und Getränkebranche (ISIN LU0292105359 / WKN DBX1FB) kauffreudig zeigen. Ge- und verkauft worden seien Banken-ETFs, wie Perini festgestellt habe.

Nach Umsätzen mit Renten-ETFs müsse man im Moment schon suchen. "Bei uns machten sie nur 7 Prozent am Gesamtvolumen aus, das ist extrem wenig", bemerke Mohr. Wenn überhaupt gehandelt werde, dann würden europäische Staatsanleihen gekauft und Bundesanleihen verkauft. "Zu- und Abflüsse in Staatsanleihen- sowie Abflüsse aus höherverzinslichen Unternehmens- und Schwellenländerstaatsanleihen-ETFs", so fasse Salaorno den Trend bei der Société Générale zusammen. Abgestoßen werde etwa der iShares Euro Corporate Bond Large Cap (ISIN DE0002511243 / WKN 251124).

Cifci zufolge würden sich Anleger von Pfandbrief-ETFs trennen, zum Beispiel dem Deka iBoxx Euro Liquid Germany Covered Diversified und dem iShares Euro Covered Bond. (17.12.2013/fc/a/e)





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