ETF-Handel: Sand im Getriebe


21.09.16 10:02
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Leitzinserhöhung ja oder nein? Das ist weiter die entscheidende Frage an den Märkten, so die Deutsche Börse AG.

In dieser Woche würden sowohl die US-amerikanische als auch die japanische Notenbank tagen, Investoren würden sich zumindest neue Signale erhoffen.

Am ETF-Markt passiere daher derzeit wenig. "Wegen der Unsicherheiten über den geldpolitischen Kurs herrscht Zurückhaltung", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Er melde 26.000 Trades für die Vorwoche und einen leichten Käuferüberhang.

Ivo Orlemann, der als Spezialist für die ICF Bank auf dem Frankfurter Parkett stehe, spreche von "recht mauen" Umsätzen. Auch laut Gregory Guerrand von der BNP Paribas würden sich viele Anleger zurückhalten, andere würden aber nervös und besonders aktiv. "Gesetzt wird dann auf defensive Branchen und Produkte wie Low Volatility-ETFs."

Eine deutliche Belebung des Geschäfts beobachte hingegen Oliver Kilian von der UniCredit in München. "Die Sommerpause ist vorbei. Nach dem "toten" August ist wieder richtig viel los."

Der DAX habe sich gestern freundlich gezeigt, am Dienstagmittag habe er bei 10.426 Zählern gelegen, seit seinem Jahreshoch von 10.802 Punkten Mitte August habe der Index aber klar verloren. Eine US-Leitzinserhöhung werde am Markt derzeit wieder eher nicht erwartet. "Wir halten es für unwahrscheinlich, dass die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik ausgerechnet in einer Phase hoher wirtschaftlicher Unsicherheit erfolgt", kommentiere etwa Claudia Windt von der Helaba.

Eine klare Richtung könnten die Händler von Indexfonds mit europäischen Aktien nicht ausmachen. Bei der Commerzbank seien DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001), EURO STOXX 50-, MSCI World- und S&P 500-Tracker in beide Richtungen gehandelt worden.

Auch Kilian melde Zu- und Abflüsse in europäischen Aktien-ETFs. Guerrand zufolge seien europäische und auch US-amerikanische Aktien - etwa mit dem BNP Paribas Easy S&P 500 - hingegen abgestoßen worden, wenn auch nicht im großen Stil. "Während sich in Europa damit der Trend der Vorwochen fortsetzt, ist neu, dass auch US-Aktien verkauft werden." Hohe Zuflüsse melde der Händler in japanischen Aktien.

Orlemann berichte von relativ viel Aktivität in gehebelten DAX-ETCs, etwa dem ETFS 3x Daily Short DAX 30 und dem ETFS 3x Daily Long DAX 30.

Gemischt sei auch das Bild bei Schwellenländer-Indexfonds: Bei der UniCredit seien Gewinne glattgestellt worden, etwa im iShares MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC), wie Kilian erkläre. Guerrand zufolge hätten Emerging Markets-Tracker vergangene Woche aber noch Anhänger gefunden. Der iShares-ETF sei zwischen Februar und Anfang September um über 30 Prozent gestiegen, habe zuletzt aber etwas nachgegeben.

Im Handel mit Branchen-Indexfonds habe die Aufmerksamkeit der Anleger - wie fast immer - Banken-ETFs gegolten. Der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage zufolge hätten sich Investoren auf den iShares Euro STOXX Banks und den Source EURO STOXX Optimised Banks konzentriert. Beide hätten in den vergangenen zwei Wochen verloren, kämen seit dem Tief im Juli aber immer noch auf deutliche Gewinne. Mohr melde einen kleinen Verkaufsüberhang.

Bei der BNP Paribas hätten sich Anleger von ETFs verabschiedet, die die Energie-, Technologie, Konsumgüter- und Gesundheitsbranche abbilden würden, und sich stattdessen im Baustoff-Sektor positioniert.

Im Anleihebereich hätten bei der BNP Paribas ganz klar die Abflüsse dominiert, vor allem aus US-Staatsanleihen und Emerging Markets-Bonds. Die UniCredit melde hingegen Positionierungen in Schwellenländer-Anleihen, etwa mit dem iShares Emerging Markets Local Government Bond und dem iShares J.P. Morgan USD Emerging Markets Bond (ISIN IE00B2NPKV68 / WKN A0NECU).

Zudem habe sich der Trend hin zu Geldmarkt- und geldmarktnahen Produkten (ISIN FR0010510800 / WKN LYX0B6) fortgesetzt, wie die Commerzbank beobachtet habe. Diese würden als Parkplatz und als Alternative zu Bankeinlagen mit Strafzinsen genutzt. Mohr zufolge werde außerdem der Comstage Bund-Future Short viel gekauft, auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt finde sich der Indexfonds ungewöhnlich weit oben. Mit dem ETF werde auf einen fallenden Euro-Bund-Future und damit steigende Zinsen gesetzt.

Am Anleihemarkt seien erste Anzeichen für einen Trendwechsel bereits zu erkennen: So sei die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder in den positiven Bereich geklettert, am Dienstagmorgen hätten die Papiere 0,008 Prozent abgeworfen. (Ausgabe vom 20.09.2016) (21.09.2016/fc/a/e)





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