ETF-Handel: Ruhe nach dem Sturm


17.02.16 10:12
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach den heftigen Kursverlusten in den ersten sechs Wochen dieses Jahres gibt es jetzt erste Anzeichen für eine Wende, so die Deutsche Börse AG.

"Es sieht nach einem Stimmungswechsel aus", erkläre Marco Salaorno von der Société Générale. Erste Käufer träten auf den Plan. "Der Rücksetzer an den Märkten ist vielen wohl zu weit gegangen." Die vergangene Woche sei aber noch von deutlichen Abgaben geprägt gewesen. Das bestätige Gregory Guerrand von der BNP Paribas - zumindest bezüglich europäischer und japanischer Aktien. "Die Risikoaversion war sehr hoch." Das habe sich auch im Rentenbereich gezeigt, wo Hochverzinsliches abgestoßen und auf Anleihen bester Bonität gesetzt worden sei. Anleger bei der ICF Bank würden sich offenbar nicht aus der Ruhe bringen lassen. "Trotz der relativ nervösen Märkte reagieren unsere ETF-Kunden doch eher gelassen", erkläre Marcel Sattler.

Der DAX notiere am Dienstagmittag bei 9.150 Punkten, ein deutliches Plus gegenüber dem Schlussstand vom Donnerstag bei 8.753 Zählern. Über Umsätze hätten sich die Händler auch vergangene Woche nicht beklagen können: Andreas Bartels von der Commerzbank melde 46.000 Transaktionen - ein Rekord für dieses Jahr. Auffällig sei, das von der Anzahl der Transaktionen her eindeutig die Käufe überwogen hätten, bei den Volumen aber mit 55 Prozent die Verkäufe. "Offenbar sind viele kleinere Privatkunden eingestiegen."

Unter dem Strich hätten vergangene Woche die Abgaben aus DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA), EURO STOXX 50-, STOXX Europe 600- und auch europäischen Small Cap-ETFs dominiert, wie Bartels feststelle. Die meisten Nettozuflüsse habe es bei der Commerzbank gegeben - das sei außergewöhnlich - in ShortDAX-Produkten wie dem db x-trackers Short DAX (ISIN, LU0292106241 WKN DBX1DS) und dem Pendant von ComStage. Auch ShortMDAX-Indexfonds seien viel gekauft worden.

Guerrand melde auf Wochensicht ein ausgeglichenes Bild für Aktien-ETFs, größeren Zuflüssen in US-Indexfonds hätten größere Abflüsse aus europäischen und japanischen ETFs gegenübergestanden.

Bei der ICF Bank seien Käufer von europäischen Standardindices wieder klar in der Mehrheit, Sattler berichte von 75 Prozent Käufern. "Klare Sieger sind hier der Deka DAX, der Deka DAX ausschüttend (ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06) und der Deka DAX Plus Maximum Dividend." Gesucht seien auch der WisdomTree Europe Equity Income- und ein gehebelter DAX-ETF von ETF Securities (ISIN DE000A1YKTG2 / WKN A1YKTG). In der Gunst der Anleger weit oben hätten Bartels zufolge auch Minimum-Volatility-ETFs gestanden, als Beispiele nenne er den iShares FactorSelect MSCI Europe und den iShares S&P 500 Minimum Volatility.

Salaorno zufolge werde in dieser Woche bei asiatischen und speziell japanischen Aktien wieder zugegriffen. "Nach den Feiertagen um das chinesische Neujahrsfest gibt es Nachholbedarf."

Wieder auf dem Schirm hätten Investoren Gold sowie Goldminenaktien, wie die Händler einhellig berichten würden. Kein Wunder: Die Notierungen für eine Feinunze Gold seien von 1.060 US-Dollar Ende 2015 auf 1.246 US-Dollar am Donnerstag gestiegen, aktuell seien es wieder 1.212 US-Dollar. Jetzt seien aber vor allem Gewinnmitnahmen in Goldminen-ETFs zu beobachten.

Bei der Commerzbank hätten sich Anleger zum Beispiel vom ComStage NYSE Arca Gold Bugs getrennt; der NYSE Arca Gold Bugs-Index zeichne die Entwicklung internationaler Goldproduzenten und hauptsächlich Gold fördernden Bergbauunternehmen nach. Der Kurs des ETFs habe zwischen dem 20. Januar und vergangener Woche um über 50 Prozent zugelegt. Käufe von Antielen an Xetra-Gold würden Bartels zufolge hingegen noch anhalten.

Abgesehen davon stünden die Banken weiterhin im Fokus: Der iShares EURO STOXX Banks belege auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage den ungewöhnlich hohen sechsten Platz, der iShares STOXX Europe 600 Banks immerhin noch den zwölften. "Das Sentiment hat sich gedreht", meine Bartels. Selbst vergangene Woche hätten bereits Zuflüsse überwogen. Salaorno berichte unterdessen von nur moderaten Umsätzen in Branchen-ETFs. "In den zuletzt abgestraften Branchen Banken und Öl/Gas kommen bislang nur wenige zurück."

Deutliche Zuflüsse melde BNP Paribas im Rentenbereich, vor allem auf US-amerikanische und europäische Anleihe-ETFs sei gesetzt worden. "High Yield-Bonds wurden abgestoßen, Investment Grade-Papiere gekauft." Bei der Commerzbank hätten Anleger an Renten-ETFs hingegen kaum Interesse gezeigt. Bartels melde kleinere Käufe in deutschen und europäischen Staatsanleihen. "Eine Flucht in den sicheren Hafen Bundesanleihen sehen wir aber nicht." (Ausgabe vom 16.02.2016) (17.02.2016/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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