ETF-Handel: Risikoappetit ist wieder da


27.05.20 15:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die verbesserte Stimmung an den Börsen hebt auch die Laune der ETF-Anleger: "Es wird wieder gekauft", stellt Oliver Kilian von der Unicredit Group fest - vor allem Industrieländeraktien-, aber auch weiterhin viele Anleihen-ETFs, so die Deutsche Börse AG.

Der DAX sei am Dienstagmorgen sogar kurzzeitig über 11.500 Punkte geklettert, aktuell seien es 11.467 Punkte. Auslöser seien die Fortschritte im Kampf gegen Corona und Lockerungsmaßnahmen wie die für Deutschland in Aussicht gestellten liberaleren Kontaktregeln.

Laut Kilian seien besonders STOXX Europe 600-, S&P 500-, NASDAQ- (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF; ISIN IE0032077012 / WKN 801498) und MSCI World-ETFs gesucht. "Bei Nasdaq-ETFs sehen wir überhaupt keine Abflüsse." Außerdem setze sich das Interesse an asiatischen Schwellenländeraktien fort, etwa dem Amundi MSCI EM Asia oder dem Pendant von iShares.

Rege gehandelt worden seien in den vergangenen fünf Handelstagen an der Börse Frankfurt vor allem DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01), EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN IE0008471009 / WKN 935927), STOXX Europe 600-, MSCI World- und S&P 500-ETF, wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt zeige. Viel um gehe auch weiterhin in Short-ETFs, vor allem dem Xtrackers Short DAX Daily Swap (ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS) und dem Xtrackers ShortDAX x2 Daily Swap (ISIN LU0411075020 / WKN DBX0BY).

Wegen der guten Entwicklung von Tech-Aktien würden Anleger auch weiter auf Technologie-ETFs wie den iShares Stoxx Europe 600 Technology setzen, wie Kilian feststelle. Der rasante Goldpreisanstieg sorge außerdem für viel Interesse an ETFs, die Goldproduzenten abbilden würden, etwa dem iShares Gold Producers. Der komme mittlerweile auf ein Plus von 26 Prozent seit Jahresanfang, auf Dreijahressicht seien es 18,9 Prozent im Jahr. Der ETF biete Zugang zu Aktien der größten börsennotierten Unternehmen, die in die Exploration und Förderung von Gold und verwandten Produkten weltweit involviert seien, etwa Newmont, Barrick Gold, Franco Nevada, Newcrest Mining, Agnico Eagle Mines und Anglogold Ashanti. Der Goldpreis habe vergangene Woche ein Siebeneinhalbjahreshoch bei fast 1.770 Dollar erreicht, aktuell zeige er sich nur etwas schwächer bei 1.726 US-Dollar.

Keine Erholung zeichne sich bei den ebenfalls viel gehandelten Banken-ETFs ab. Indexfonds wie der iShares Euro Stoxx Banks würden weiter auf der Stelle treten, seit Jahresanfang würden Anleger auf einem Minus von 45 Prozent sitzen.

Sehr gut würden weiter Anleihen-ETFs weggehen, die im April von den Zuflüssen her sogar Aktien-ETFs abgehängt hätten. Gesetzt werde aktuell auf Unternehmensanleihen in US-Dollar aus den USA (ISIN LU1048315243 / WKN A110QS) oder auch aus den Emerging Markets (ISIN IE00B2NPKV68 / WKN A0NECU; ISIN IE00B9M6RS56 / WKN A1W0MQ). Abgegeben würden hingegen europäische und US-amerikanische Staatsanleihen (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202).

Auch die Umsatzstatistik der Börse Frankfurt zeige einen ungewöhnlich regen Handel von Anleihen an: Viel sei in den vergangenen Tagen vor allem im iShares Core Euro Government Bond und im iShares Global Inflation Linked Government Bond Euro Hedged umgegangen.

Nach den hohen Abflüssen im März hätten europäische Fonds im April wieder deutliche Zuflüsse verzeichnet, wie Morningstar melde - auch ETFs. "Auch wenn die Nachfrage nach Indexfonds absolut gesehen niedriger war als nach aktiven Fonds, so war das Wachstum der passiven Fonds überdurchschnittlich hoch relativ zu ihrer Größe", erkläre Morningstar-Analyst Ali Masarwah. Daher sei der ETF-Marktanteil von 19,2 Prozent per Ende März auf 19,5 Prozent per Ende April gestiegen - vor einem Jahr seien es übrigens nur 17,8 Prozent gewesen.

Die stärkste Nachfrage hätten weiterhin Anleihe-ETFs verzeichnet. Unter den Branchen-ETFs hätten Gesundheits-, Technologie- und US-Wachstumsfonds, vertreten durch die NASDAQ-100-Tracker, zu den Gewinnern gezählt. "Das lässt den Schluss zu, dass Anleger auch bei Aktien selektiv vorgingen. Sie setzten auf die tatsächlichen oder vermeintlichen Gewinner der Coronavirus-Krise." Unter dem Strich habe die europäische Fondsindustrie ein unerwartetes Comeback im April erlebt. Die vorläufigen Tages-Daten von Morningstar, die rund 85 Prozent des üblichen Fonds-Universums umfasst hätten, hätten außerdem gezeigt, dass sich der Trend hin zu mehr Risiko in den ersten drei Wochen im Mai fortgesetzt habe. (Ausgabe vom 26.05.2020) (27.05.2020/fc/a/e)






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