ETF-Handel: Raus aus europäischen Aktien


17.10.18 10:14
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Den Einbruch an den Börsen quittieren ETF-Anleger laut Market Maker mit deutlichen Abgaben deutscher und europäischer Large, Small und Mid Caps sowie weltweit aufgestellter Portfolios, so die Deutsche Börse AG.

"Indexfonds, die sich am EURO STOXX 50, STOXX Europe 600 (ISIN FR0010791004 / WKN A0X9R1), MSCI Europe und DAX (ISIN DE0005933956 / WKN 593393, ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX, ISIN FR0010377028 / WKN LYX0BT) orientieren, wurden querbeet meist verkauft", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Ebenso hätten sich Anleger in größerem Stil von MSCI World-, aber auch MSCI Canada- ETFs verabschiedet. Mit 68.500 verbuche der Händler vergangene Woche fast doppelt so viele ETF-Transaktionen wie gewohnt. "Die dahinterstehenden Volumina können sich ebenfalls sehen lassen."

Von den Abflüssen besonders häufig betroffen seien naturgemäß Produkte marktführender Emittenten wie iShares, die auch sonst viel gehandelt würden. Die kleine Gegenbewegung etwa am deutschen Aktienmarkt zum Wochenbeginn habe für Beruhigung im ETF-Geschäft gesorgt. Wie nachhaltig die Aufwärtsbewegung hierzulande sei, werde nach Ansicht Mohrs stark von politischen Ereignissen wie der europäischen Zinspolitik beeinflusst. Diese wiederum werde vermutlich auch künftig den Entwicklungen in Problemländern wie Italien Rechnung tragen und deshalb weiterhin vorsichtig agieren. "Solange die EZB die Zinsen nicht erhöht, bleiben Aktien in Europa interessant", schätze der Händler.

Alle Hände voll zu tun habe auch Tobias Runkehl, der die jüngsten ETF-Aktivitäten mit einem gutgehenden Gemischtwarenladen vergleiche. "Heute ist der erste etwas ruhigere Handelstag", habe der Händler von IMC im Hinblick auf den Dienstag-Handel berichtet. Neben den Abflüssen aus Trackern europäischer Bluechips verbuche Runkehl Aktienverkäufe in der zweiten und dritten Reihe. Spürbar aus den Depots heraus kämen zum Beispiel MSCI EMU Small Cap- und MDAX-ETFs.

An britischen Standardwerten im FTSE 100 (ISIN IE00B810Q511 / WKN A1JX54, ISIN IE0005042456 / WKN 552752) sowie Aktien im FTSE 250 mit den 250 nächstkleineren Unternehmen fänden Investoren hingegen Gefallen. Hier habe es sehr viele Käufe gegeben, was mit der Hoffnung auf eine vorläufige Einigung zwischen Großbritannien und der EU zusammenhängen könne.

Sehr viel Bewegung in beide Richtungen würden die Händler hinsichtlich US-Aktien im viel beachteten S&P 500-Index (ISIN FR0013041530 / WKN A14Z68, ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE0031442068 / WKN 622391) ausmachen. In Mohrs Bestenliste hätten S&P 500-Produkte Rang eins auf der Abgaben- und Rang zwei auf der Kaufseite belegt. Ebenso rege hin und her gehe es bei NASDAQ 100-ETFs (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF, ISIN FR0010912568 / WKN A1JDJ0), wie Runkehl ergänze.

Ein ähnliches Bild zeichne IMC vom Handel mit brasilianischen Werten im MSCI Brazil (ISIN LU1437024992 / WKN A2AQ5K, ISIN IE00B5W34K94 / WKN A1C195). "Hier gab es auffällig viele Trades auf beiden Seiten mit teilweise ansehnlichen Volumina", beschreibe Runkehl, der das erhöhte Interesse im Zusammenhang mit dem Regierungswechsel sehe. Nach einer Mehrheit von 46 Prozent im ersten Wahlgang liege Jair Bolsonaro laut Umfrageergebnisses für die Stichwahl am 28. Oktober derzeit bei einer Zustimmung von 59 Prozent. "ETFs sind beliebte Instrumente, um solche Märkte in bewegenden Zeiten abzubilden."

Bei Sektor-ETFs würden Anleger Mohr zufolge größtenteils ihre Positionen abbauen. Das gelte für Technologieaktien ebenso wie für Unternehmen der Gesundheits- und Finanzbranche. "Bei allen dominierten die Abflüsse."

Aktiven Handel in beide Richtungen sehe Runkehl für Gesundheits-Portfolios und Werte aus der Öl- und Gasindustrieindustrie. Ausgeglichen gehandelt würden STOXX Europe 600 Health Care- und STOXX Europe Oil & Gas-ETFs. "Bankaktien werden wieder gekauft."

Mit 10 Prozent am gesamten ETF-Aufkommen würden Fixed Income-Produkte bei der Commerzbank eine untergeordnete Rolle spielen, wie Mohr feststelle. Zwar sei der PIMCO Euro Short Maturity Source ETF abgegeben worden, eine Tendenz ließe daraus aber nicht ableiten. (Ausgabe vom 16.10.2018) (16.10.2018/fc/a/e)






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