ETF-Handel: Nervosität wieder spürbar


22.04.20 13:21
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach den Zuflüssen der vergangenen Woche ziehen sich ETF-Anleger derzeit tendenziell wieder zurück, so die Deutsche Börse AG.

"Unterm Strich dominieren bei uns die Abgaben im Verhältnis zwei zu eins", melde Oliver Kilian von der UniCredit. Investoren verabschiedeten sich in Summe vor allem von europäischen und US-Aktien. Sicherlich verunsichere auch der historische Einbruch am Ölmarkt. Andererseits flachten die Zahlen der Covid-19-Neuinfektionen in vielen Ländern ab. Der deutsche Aktienmarkt habe am Dienstag einen deutlichen Dämpfer hinnehmen müssen, der DAX habe am Mittag um 10.400 Punkte notiert.

Der Fokus liege ganz klar auf den großen Indices. Abflüsse verbuche Kilian aus S&P 500- (ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2, ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN LU1681048804 / WKN A2H573) und NASDAQ-Produkten ebenso wie aus MSCI Europe- (ISIN IE00B1YZSC51 / WKN A0MZWQ, ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC), EURO STOXX 50- (ISIN IE00B53L3W79 / WKN A0YEDJ, ISIN LU0089290844 / WKN 935957) und STOXX Europe 600-Trackern (ISIN LU0328474472 / WKN DBX1AZ). "Einzelne Länderindices wie der DAX spielen kaum eine Rolle", registriere Kilian.

Zu den wenigen gefragten Werten gehörten bei der UniCredit IT-Unternehmen. Anleger setzten beispielsweise auf S&P 500 Information Technology-ETFs, wie Kilian ausführe. Bankwerte im STOXX Europe 600 Banks würden hingegen zumeist abgestoßen.

Das gelte auch für US-Treasuries mit Laufzeiten zwischen einem und drei Jahren (ISIN LU1324510525 / WKN A1437Y) und in US-Dollar geführte High Yield Unternehmensanleihen (ISIN IE00B74DQ490 / WKN A1J7MG).

Zumeist Zuflüsse sehe die UniCredit hingegen für Euro Corporate Bonds mit (ISIN IE00B4L60045 / WKN A0RPWQ) und ohne Investment Grade (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE). Vielleicht sähen Anleger in Europa einen besseren Corona-Krisenmanager, wie Kilian anmerke. Die kommenden Wochen würden Antworten liefern.

Der gesamte europäische ETF-Markt sei laut Morningstar mit Rückgaben im Wert von 21,9 Milliarden Euro im März einem Erdrutsch gleich gekommen. Selbst die Finanzkrise habe in einem einzigen Monat nicht annähernd so hohe Abflüsse gesehen. Für viele vielleicht überraschend komme das bisherige Tief dem Analysehaus zufolge aus der jüngeren Vergangenheit. Vor dem Hintergrund schwacher Wirtschaftsindikatoren und einer Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China seien im August 2019 ETFs im Volumen von 8,3 Milliarden Euro abgestoßen worden.

Aktien-ETFs hätten im vergangenen Monat insgesamt 2,3 Prozent ihres gesamten per Ende Februar verwalteten Vermögens verloren, Anleihe-Produkte rund 5,3 Prozent. Auf der Strecke geblieben seien vor allem risikoreichere Renten-Produkte wie Unternehmensanleihen mit und ohne Investment Grade sowie Schwellenländer-Bonds.

Nach den eingefahrenen Verlusten hätten die überwiegend prozyklisch investierenden institutionellen Anleger größtenteils an der nachfolgenden Erholung - manche Indices legten in wenigen Wochen bis zu 30 Prozent wieder zu - nicht teilgenommen. Mit der Flut von unterstützenden geldpolitischen und fiskalischen Maßnahmen in den USA und Europa positionierten sich Anleger zwar gegen Ende März und Anfang April wieder. Diesen Effekt beschreibe Morningstar aber als eher gering. (Ausgabe vom 21.04.2020) (22.04.2020/fc/a/e)






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